Die Sammlung der Schwarzen Bibliothek umfasst rund 7000 Titel.
Schwarze LiteraturTheodor-Wonja-Michael-Bibliothek eröffnet Bücherausleihe zum vierjährigen Bestehen

N'joula Baryoh (v.l.), Glenda Obermuller und Lamin Kargbo gründeten 2022 die Theodor Wonja Michael Bibliothek.
Copyright: Thomas Brill
Ein Stück Schwarzer Geschichte kann nun mit nach Hause genommen werden: Im Rahmen des Black History Month feierte die Theodor-Wonja-Michael-Bibliothek am Dienstag in Poll zu ihrem vierjährigen Bestehen die Eröffnung der Bücherausleihe. „Wir sind einen weiteren Schritt gegangen und ermöglichen unseren Gästen, die Bücher auch mit nach Hause zu nehmen“, sagt Glenda Obermuller, Mitgründerin des Vereins „Sonnenblumen Community Development Group“, der die Bibliothek betreibt. Mitglieder können ein Buch pro Monat ausleihen, Studierende auch mehrere. Zuvor konnten Gäste lediglich einen Termin vereinbaren und die Bücher vor Ort lesen.
An den Strukturen, etwa Ausleihbedingungen und -fristen, arbeiten die Ehrenamtlichen noch. „Wir schauen noch, was wir tun, wenn Menschen die Bücher nicht zurückbringen“, sagt Obermuller. Ausleihen dürfen ausschließlich Mitglieder. Die Jahresgebühr beträgt 60 Euro. „Wir werden bislang nicht von der Stadt gefördert.“ Die Gebühr trage zum Fortbestehen der Bibliothek bei.
Einige Werke stehen nicht zur Ausleihe bereit, da sie alt und fragil sind. Obermuller appelliert deshalb an die Besucherinnen und Besucher: „Wir hoffen, dass die Menschen die Bücher schützen, verantwortungsvoll mit ihnen umgehen und sie uns zurückbringen.“ Besonders freue sie sich über die Ausleihe der Kinderbücher, bei denen es sich überwiegend um neuere Titel handelt.
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Bücher sind Spenden von Organisationen und Privatpersonen
Die erste Schwarze Bibliothek NRWs verfügt inzwischen über eine Sammlung von mehr als 7000 Büchern von Schwarzen Autorinnen und Autoren und solchen, die sich mit Schwarzer Lebensrealität beschäftigen. „Fast alle Bücher sind Spenden von Privatpersonen und Organisationen“, sagt Obermuller. Zur Eröffnung am 19. Februar 2022 umfasste der Bestand noch rund 1000 Titel, darunter etwa 200 Werke aus der Privatsammlung des Namengebers Theodor Wonja Michael. Er war Zeitzeuge des Nationalsozialismus und verstarb 2019.
Anlässlich der Feier organisierte Obermuller zudem eine Ausstellung mit Zeitungsartikeln, Notizen und persönlichen Erinnerungsstücken – Fragmente Schwarzer Geschichte, die der Bibliothek überlassen wurden. Eine der Spenderinnen ist die 81-jährige Meryl-Ann Manigault, die bei der Feier zu Gast war. Sie spendete rund 300 Bücher sowie einige Zeitungsartikel, unter anderem über den Tod von James Baldwin und den Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit im Jahr 1963. „Das hilft uns bei der Archivierung Schwarzer Geschichte“, sagt Obermuller.
Theodor-Wonja-Michael-Bibliothek, Poller Kirchweg 78-90. Die Öffnungszeiten sind jeden Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Anlässlich des Black History Month wird es im Februar drei weitere Veranstaltungen in der Bibliothek geben. Weitere Informationen gibt es online.
