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Große Hilfsbereitschaft in Köln Verein sammelt Spenden für Geflüchtete aus der Ukraine

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In der Lagerhalle im Bayenthal werden die Spenden gesammelt und später an die polnische Grenze zur Ukraine gebracht.

Köln-Bayenthal – Die Lagerhalle an der Marktstraße 27 in Bayenthal ist riesig. Wo sich über das Wochenende noch die Kanister, Generatoren, Klamotten, Handtücher oder Schlafsäcke stapelten, ist Dienstagmorgen schon wieder Platz. Der erste LKW ist Montag in Richtung polnische Grenze gestartet. Es dauert nicht lange, bis sich das Lager, organisiert durch den Verein „Blau-Gelbes Kreuz“, wieder füllt.

Die Hilfsbereitschaft ist enorm. Der Zulauf von Menschen, die Sachspenden vorbeibringen, reißt nicht ab. Ein Mann hatte den Aufruf gesehen, ist kurzerhand zum Supermarkt gefahren und hat sein Auto vollgepackt mit Wasserflaschen. Die Fluthilfe für das Ahrtal brachte ebenfalls Sachspenden vorbei.

Auch Unternehmen beteiligen sich an Spendenaktion

Nicht nur Privatleute beweisen in diesen Tagen, in denen russische Truppen die Ukraine angreifen, ihre Hilfsbereitschaft. Unternehmen, wie Rewe, DHL, oder die Telekom unterstützen den Verein. Das ist notwendig, da viele der Güter, die gebraucht werden, nicht von Privathaushalten bereitgestellt werden können. So waren die Organisatoren dankbar für eine Lieferung von Generatoren und Verpackungen von Obi.

Inzwischen helfen hier nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch viele Freiwillige aus der Umgebung. Sven Witthoeft, wollte eigentlich nur Hilfsgüter vorbeibringen. „Ich habe dann gemerkt, dass man mich hier gut bei der Koordination gebrauchen kann. Ein Freund von mir, der Informatiker ist, hat dann noch eine neue Website für den Verein gebaut, weil die alte schnell überlastet war“.

Pro Tag werden bis zu 70 Tonnen Spenden verschickt

Vor der Halle werden die Spenden sortiert und in Kartons, oder Plastikfolie verpackt. Beschriftet sind sie in Deutsch und Ukrainisch. So gut es geht versuchen die Helfer die Ordnung im Lager zu wahren, doch das gelingt nicht immer. „Wir haben keinen genauen Überblick mehr, wie viel von welcher Ware hier reinkommt. Allein gestern sind 70 Tonnen an Spenden von hier verschickt worden“, sagt die durchs Lager hetzende Linda Mai, Vorsitzende des Blau-Gelben Kreuzes.

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Klar sei auf jeden Fall, dass vor allem Medikamente dringend benötigt würden. Bedarf besteht auch nach Fahrern, bevorzugt mit Lkw-Führerschein, um die Waren an die polnisch-ukrainische Grenze zu bringen.

Einige wollen ihre Angehörige aus der Ukraine holen

Dort werden die Hilfsgüter dann auf kleine Sprinter verladen und im Land verteilt. Oft kommen auch Menschen, die ihre Familie aus der Ukraine holen möchten zum Lagerhaus und lassen ihre Autos mit Hilfsgütern beladen. So können sie auch ihren anderen Landsleuten zumindest ein wenig helfen.

Zudem sollen Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland fliehen, mit Hilfsgütern aus dem Lager versorgt werden. Der Lieferdienst Gorillas hatte angeboten dem „Blau-Gelbe Kreuz“ bei der Grundversorgung der Ankommenden zu helfen.

Einen Überblick über benötigte Hilfsgüter gibt es online. Wer Spenden in das Lager an der Markstraße 27 bringen möchte, kann dies montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 12 bis 20 Uhr tun. Ruf 0221/999 817 25www.bgk-verein.de