Köln – Die Kölner Film- und TV-Prominenz saß erwartungsvoll im festlich ausgeleuchteten Konzertsaal des E-Werks, um den Preisträgern und Preisträgerinnen des am Donnerstag zu Ende gegangenen Filmfestival Cologne 2022 zu huldigen. Und die Schauspielerin Thelma Buabeng, die sich mit ihrer YouTube-Comedy-Serie „Tell me nothing from the Horse“ großer Beliebtheit erfreut, war genau die richtige Moderatorin für diesen Abend, der mit Nina Hoss den prominentesten Gast hatte.
Als „unfreiwillig komisch“ ob seiner Video-Grußbotschaft zur Eröffnung des Filmfestivals wurde Nathanael Liminski angekündigt. Der Medienminister überreichte den Filmpreis NRW an die Kölner Produktionsfirma „Color of May“ von Eva Blondiau und Elmar Imanov für den in Tiflis entstandenen „A Room of My Own“ des georgischen Regisseurs Ioseb Bliadze.
Filmstiftung NRW ermöglicht Preisträger-Film
Zum Erstaunen des Publikums gestand Eva Blondiau bei ihrer Dankesrede, dass sie den Film über zwei junge Frauen, die auf die Suche nach ihrer eigenen Identität sind, ohne Geld gedreht hätten: „... dann aber kam das Geld der Filmstiftung NRW und wir konnten ihn zu Ende produzieren.“ Spürbares Aufatmen im Saal und ein riesiger Applaus für die beiden anwesenden jungen Hauptdarstellerinnen Taki Mumladze und Mariam Khundadze.
Die italienische Filmemacherin und Journalistin Benedetta Argentieri wurde für ihre Dokumentation „The Matchmaker“ mit dem „phoenix Preis“ ausgezeichnet -und für ihren jahrzehntelangen Kampf mit der Kamera für Demokratie und Gleichberechtigung in der islamischen Welt“.
Köln: Berührende Erinnerung an den Vater
Der „Hollywood Reporter Award“ ging an die französische Regisseurin Mia Hansen-Løve, die auf dem Filmfestival Cologne mit ihrem aktuellen Werk „An einem schönen Morgen“ begeisterte. Sie setzte der etwas selbstverliebten Laudatio von Scott Roxborrough, eine berührende Erinnerung an ihren Vater entgegen, dessen Regale voller deutscher Bücher waren und von dem sie die Sprache gelernt hatte.
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Auch der schwedische Serien-Regisseur Mans Marlind, der mit Nina Hoss „Shadowplay“ drehte, übergab den „International Actors Award“ an die deutsche Schauspielerin Nina Hoss nach einer nicht enden wollenden Laudatio. Nina Hoss, die ihre Filmkarriere als Muse des deutschen Meisterregisseurs Christian Petzold (unter anderem „Barbara“) begonnen hatte, bringt, wie Marlind betont, „Schönheit aber auch Wahrheit in ihre Rollen ein.“
Der „Filmpreis Köln“ ging an den französischenOscar-Preisträger („The Artist“) Michel Hazanavicius, den Prof. Dr. Lisa Gotto mit einer Laudatio ehrte , in der sie die Filmgeschichte von Lubitsch bis zum Trash-Kino bemühte. Hazanavicius konterte mit einer, um die ihm geläufigen deutschen Wörter aufgebauten Dankesrede: „Dankeschön“, „Entschuldigung“ .


