Die Kontaktstelle unterstützt seit fast 40 Jahren Selbsthilfegruppen in Köln. Die Nachfrage bleibt hoch – während die städtische Förderung deutlich zurückgegangen ist.
SelbsthilfeMit diesen Krankheiten wenden sich Kölner an die Kontaktstelle

Immer mehr Kölnerinnen und Kölner wenden sich wegen Einsamkeit an die Kontaktstelle (Symbolbild).
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Depressionen, ADHS und traumatische Erfahrungen gehören zu den häufigsten Themen, mit denen sich Menschen an die Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln wenden. Das geht aus dem Jahresbericht der Selbsthilfe-Kontaktstelle hervor. Depressionen wurden 358-mal genannt – 18 Prozent häufiger als 2024. ADHS lag mit 215 Anfragen auf Platz zwei, ein Anstieg um 14 Prozent. Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) wurden 180-mal genannt, rund 21 Prozent häufiger als im Vorjahr.
Auffällig ist vor allem die Entwicklung beim Thema Einsamkeit. Die Kategorie „Einsamkeit/Freizeit“ wurde 2025 135-mal erfasst. Im Vorjahr waren es 82 Anfragen – ein Anstieg um rund 65 Prozent. Auch Gewalt und Missbrauch als eigener Themenbereich nahmen zu: von 80 auf 99 Fälle, ein Plus von rund 24 Prozent. Bei Essstörungen stieg die Zahl von 69 auf 85 Anfragen, also um rund 23 Prozent.
Finanzierung bricht ein
Insgesamt lagen die erfassten Kontakte bei 17.177 und damit rund 9 Prozent unter dem Vorjahr – bei den inhaltlichen Anfragen zeigte sich jedoch weiterhin ein hoher Unterstützungsbedarf bei psychischen Belastungen.
Die Kontaktstelle, eine Einrichtung des Verbands Paritätische NRW unterstützt seit fast 40 Jahren Selbsthilfegruppen in Köln. Die finanzielle Lage für die Kontaktstelle veränderte sich im vergangenen Jahr allerdings drastisch. Denn die Stadt Köln hat ihre finanzielle Unterstützung für Selbsthilfegruppen aufgrund der schlechten Haushaltslage binnen eines Jahres fast vollständig zurückgefahren. Standen 2024 noch rund 110.000 Euro zur Verfügung, waren es 2025 nur noch 6.568,69 Euro – ein Einbruch um rund 94 Prozent. 2024 wurden deshalb noch 61 Gruppen direkt unterstützt, vier davon erstmals. 2025 profitierten nur noch zehn soziale Selbsthilfegruppen von den kommunalen Mitteln.
Für die Selbsthilfegruppen hatte das spürbare Folgen: „Viele Selbsthilfegruppen waren mit unklaren finanziellen Perspektiven konfrontiert. In einzelnen Fällen führte dies dazu, dass Mietverträge vorsorglich gekündigt oder geplante Ausgaben zurückgestellt wurden. Auch gruppenübergreifende Aktivitäten sowie Anschaffungen konnten nur eingeschränkt umgesetzt werden. Besonders betroffen waren kleinere und finanziell schwächer aufgestellte Gruppen – insbesondere aus dem sozialen Bereich“, heißt es im Jahresbericht 2025. Gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen konnten dagegen weiterhin auf Fördermittel der Krankenkassen zurückgreifen.
