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„Jeder Fall ist einer zu viel“Nach erneutem Vorfall – Bundespolizei klärt am Kölner Hauptbahnhof über Trainsurfing auf

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Die Präventionsbeauftragte der Bundespolizei Köln, Theresa Schröther warnt vor den Gefahren von Trainsurfing.

Die Präventionsbeauftragte der Bundespolizei Köln, Theresa Schröther, warnt vor den Gefahren von Trainsurfing.

Erst starb ein Junge. Jetzt der nächste Verdachtsfall: Präventionsbeauftragte Schröther erklärt, warum die Gefahr von Bahnstrom oft unterschätzt wird.

Strom ist nicht sichtbar, nicht hörbar und geruchlos. „Und genau das macht es zu einer erheblichen Gefahr“, sagt Theresa Schröther, Präventionsbeauftragte der Bundespolizei Köln, am Mittwochnachmittag auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs. Gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen hat sie Tische vor einem großen Polizeilastwagen aufgebaut. Immer wieder bleiben Passanten stehen, um Flyer entgegenzunehmen und sich mit den Beamten auszutauschen – darunter auch einige Jugendliche, die in der Ferienzeit noch häufiger als sonst den Bahnhof frequentieren.

Tragischer Fall aus Köln zeigt Dringlichkeit

Genau um diese Jugendlichen geht es Schröther an diesem Mittwoch. Die Bundespolizei klärt über die Gefahren von Bahnanlagen und Bahnstrom auf – und über die teils lebensgefährlichen Folgen, die es haben kann, wenn man sich Oberleitungen zu stark nähert. Anlass ist ein erneuter mutmaßlicher Fall von sogenanntem Trainsurfing, dem unbefugten Mitfahren auf dem Dach eines Zuges: Am Dienstagabend ging bei der Bundespolizei die Meldung ein, eine Person befinde sich auf einem Güterzug am Bahnhof Bornheim-Sechtem. Die eingesetzten Kräfte trafen dort einen 14-Jährigen im Gleisbereich an. Der Junge gab an, er interessiere sich als sogenannter Trainspotter für Züge – ob er tatsächlich auf dem Zug mitgefahren ist oder sich lediglich im Gleisbereich aufhielt, ist bislang nicht abschließend geklärt.

ARCHIV - 11.10.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Rettungskräfte und ein Hubschrauber sind nach einem schweren Unfall beim Trainsurfing im Einsatz. Ein 14-Jähriger war auf dem Dach eines Zuges mitgefahren und lebensgefährlich durch einen Stromschlag verletzt worden. (zu dpa: «Jugendlicher nach Trainsurfing gestorben») Foto: Jan Ohmen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte sind nach einem schweren Unfall beim Trainsurfing im Einsatz. Ein 14-Jähriger war auf dem Dach eines Zuges mitgefahren und lebensgefährlich durch einen Stromschlag verletzt worden. Später starb er in einer Klinik.

Erst am 11. Oktober war ein ebenfalls 14 Jahre alter Junge beim sogenannten Trainsurfing durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Er erlitt Verbrennungen an rund 80 Prozent seines Körpers und starb wenige Tage später in der Spezialklinik in Köln-Merheim.

Im direkten Gespräch mit Jugendlichen und deren Eltern geht es vor allem um Aufklärung, sagt Schröther. Schon die Nähe zur Oberleitung genüge, warnt Schröther: „15.000 Volt können einfach auch lebensgefährlich sein und letztendlich zum Tod führen.“ Vielen der Jugendlichen, mit denen sie spreche, seien die Gefahren schlicht nicht bewusst – ein Hinweis darauf, dass Aufklärung „in Schulen oder auch mit Präventionsmaßnahmen wie heute“ nachgeholt werden müsse.

Die Bundespolizei appelliert an Eltern und Erziehungsberechtigte, mit ihren Kindern und Jugendlichen über die Gefahren auf Bahnanlagen zu sprechen. Insgesamt sei Trainsurfing zwar kein zunehmender Trend, erklärt Schröther. Bundesweit sei die Zahl der Fälle im Vergleich zu den 1990er-Jahren sogar gesunken. Und doch gilt: „Jeder Fall ist einer zu viel.“