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Landungen nicht möglichDrohne legt Kölner Flughafen lahm

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Einsatzkräfte der Polizei blicken auf das Gelände des Flughafens Köln/Bonn.

Eine Drohne ist am Flughafen Köln/Bonn gesichtet worden und hat den Flugbetrieb beeinträchtigt.

Die Landungen wurden kurzzeitig gestoppt. Die Innenminister fordern mehr Tempo bei der Abwehr von Drohnen.

Rund eine Woche nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne in Leipzig hat eine Drohnensichtung den Betrieb am Flughafen Köln/Bonn kurzzeitig lahmgelegt. Für rund 30 Minuten seien am Mittwoch keine Landungen am Airport im Kölner Südosten möglich gewesen, wie ein Sprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag bestätigte. „Der Flughafen wurde von der Flugsicherung über den Verdacht einer Drohnensichtung und die Einschränkung des Flugbetriebs informiert.“ Zwei Ankünfte seien umgeleitet worden, „Starts waren jederzeit möglich“.

Die Deutsche Flugsicherung teilte mit, die Bundespolizei habe gegen 12.30 Uhr die Sichtung gemeldet. „Da die Drohnensichtung im Anflugsektor der Hauptstart- und Landebahn stattgefunden hat, mussten wir für etwa eine halbe Stunde die Anflüge einstellen. Starts konnten wir über die kleinere Querwindbahn abwickeln“, sagte ein Sprecher. Die Kölner Polizei nahm am Mittwochabend einen 44-jährigen Mann fest, nachdem in der Nähe der Kaserne am Flughafen Drohnen gesichtet worden waren. „Dem Mann konnte eine Drohne zugeordnet werden“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich allerdings weder um einen Spionagefall noch um einen ähnlichen Vorgang. Die Polizei leitete lediglich ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit ein. Nach Informationen dieser Redaktion ist eher denkbar, dass die Drohne im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis am Mittwoch eingesetzt wurde.

Drohnenabwehr: Innenminister sprechen sich für mehr Tempo aus

Zwischenzeitlich herrschte Unklarheit darüber, welche Behörde in dem Fall zuständig ist. Weil der Mann außerhalb des Flughafengeländes von der Landespolizei festgenommen worden war, hieß es zunächst, die Ermittlungen würden dort geführt. Das Polizeipräsidium wies dies zurück und verwies auf die Bundeswehr. Dort wiederum zeigte man sich äußerst irritiert. Am Ende stellte sich heraus, dass der Vorfall nun doch bei der Kölner Polizei bearbeitet wird.

Angesichts der Häufung der Vorfälle an Flughäfen wollen die Innenminister von Bund und Ländern beim Aufbau von Fähigkeiten zur Abwehr potenziell gefährlicher Drohnen schneller vorankommen. Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte nach einer Telefonkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), notwendig sei die gegenseitige Unterstützung sowie gemeinsame Forschung und Beschaffung.

Am Dienstagabend vergangener Woche war am Flughafen Leipzig/Halle eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Sie war dem Vernehmen nach auf eine Art und Weise gesteuert worden, die eine Entdeckung durch gängige Systeme erschwert. Die Sicherheitskräfte stuften den Vorfall als sehr ernst ein. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Bund und Länder investieren in erheblichem Umfang

Schuster widersprach Experten und Politikern, die nach dem Vorfall kritisiert hatten, die Verantwortung zwischen Flughafenbetreibern, Landespolizei, Bundespolizei und Flugsicherung sei unklar verteilt. Von einem „Zuständigkeitswirrwarr“ könne keine Rede sein, sagte der sächsische Innenminister. Die eigentliche Herausforderung sei, die Fähigkeiten aller Beteiligten zur Detektion und Abwehr hochprofessioneller Drohnen ständig auf dem aktuellen Stand zu halten.

Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) sprach sich dafür aus, eine Sonder-Innenministerkonferenz einzuberufen, um vertieft über die Drohnenabwehr zu sprechen. Högl sagte, es bestehe noch „ein Defizit an Technik, das müssen wir jetzt schnellstmöglich nachholen“. Die Lage sei ernst. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), aktuell Vorsitzender der Innenministerkonferenz, sagte, die Sicherheitsbehörden müssten mit weiteren vergleichbaren Angriffen rechnen und sich darauf bestmöglich vorbereiten.

Bund und Länder hätten ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zwar bereits deutlich ausgebaut und investierten weiterhin in erheblichem Umfang. „Wir brauchen aber mehr Geschwindigkeit, eine noch intensivere Zusammenarbeit und vor allem eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene Gesamtstrategie für die Drohnenabwehr in Deutschland.“ (mit dpa)