„Die Muppet Show“ wurde in den 70ern zu einer der populärsten Sendungen der Fernsehgeschichte, erfunden von Jim Henson. Jetzt gibt es bei Disney+ ein Special zum 50. Geburtstag der Originalserie.
Applaus, Applaus, Applaus!50 Jahre „Muppet Show“ – Special zum Geburtstag

Miss Piggy (l-r), Lew Zealand und Kermit feiern sich selbst in einem Special zum 50. Jubiläum der Originalserie auf Disney+.
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Ein Frosch, der Schwein hat, also vielmehr eine eifersüchtige Miss Piggy im Schlepptau, moppernde Opas in der Loge, die Star-Trek-Satire „Schweine im Weltall“ und viele viele Weltstars, die mit Puppen witzeln: Die TV-Sendung „Muppet Show“, die zahlreiche Ableger und Kinofilme hervorbrachte, ist legendär und eine Welt für sich.
Ab heute hat der Streamingdienst Disney+ ein Special im Programm, das 50 Jahre „The Muppet Show“ feiert. Die Premiere der Originalserie war im September 1976, in Deutschland Ende 1977 im ZDF.
Wissenswertes zur neuen Show und dem Jubiläum in Fragen und Antworten:
Was bringt die neue Ausgabe?
„Die Muppet Show“ kehrt anlässlich des 50. Jubiläums mit Musik und Comedy im klassischen Theater-Ambiente zurück. Kermit der Frosch, der krummnasige Gonzo, der Klavier spielende Hund Rowlf, Laufbursche Scooter, dessen Onkel das Theater gehört – sie alle sind in der 30-minütigen Eventshow vor und hinter der Bühne dabei.
Auch die blonde Blumenkind-Gitarristin Janice und der coole Saxofonist Zoot kommen vor. An Bord sind zudem groteske Lieblinge wie der dänische Koch (im Original: Swedish Chef), der wahnsinnige Erfinder Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner (im Original: Dr. Bunsen Honeydew) und sein Versuchskaninchen, der unverständliche und unverständige Assistent Beaker.
Wer ist menschlicher Gast in dem Special?
Zu den Puppen stößt als Gast die Sängerin Sabrina Carpenter, die derzeit zu den größten US-Popstars gehört. Schon im Trailer klingt der herrschende Ton an - bei einer Begegnung mit Schweinediva Miss Piggy (die Kermit begehrt und gern „Moi“ (also Ich) sagt).
„Du bist eine Ikone“, sagt Carpenter. „Zu freundlich - mach weiter“, sagt die eitle Piggy. „Ich bin mit dir aufgewachsen, meine Eltern sind mit dir aufgewachsen. Deren Eltern sind mit dir auf...“, „DAS reicht“, zickt Piggy und dreht sich weg. Kleine Auftritte von Mitproduzent Seth Rogen („The Studio“) oder „Saturday Night Live“-Komikerin Maya Rudolph gibt es ebenfalls.
Woher kommt der Begriff „Muppet“?
Das Wort „Muppet“ wurde von Erfinder Jim Henson (1936-1990) mal als Mix aus „Marionette“ und „Puppet“ erklärt, was er jedoch widerrief und was kaum Sinn ergibt, denn keine der Puppen bewegt sich wie eine Marionette an Fäden. Die meisten Figuren sind Stab- oder Handpuppen und haben keinen Unterleib, denn die Puppenspieler wie einst Frank Oz bewegten sie über ihren Köpfen.
Ist „Die Muppet Show“ eine Kindersendung?
„Die Muppet Show“ wegen der Puppen als Kinderfernsehen wahrzunehmen, führt in die Irre. Es handelte sich bei den rund halbstündigen Episoden vielmehr um eine Parodie auf einen kleinen Theaterbetrieb - und letzten Endes um eine große Satire auf Medien, Showgeschäft und die ganze Unterhaltungsindustrie.
Welche Figuren sind wichtig in der „Muppet Show“?
Kermit, der in der von Henson mitentwickelten „Sesamstraße“ noch rasender Reporter war, ist hier Manager und Moderator in einem alten Musicaltheater. Er will - unter Selbstaufgabe - stets den halbwegs reibungslosen Ablauf einer Varieté-Show sicherstellen (gern übertrieben begeistert mit Ausrufen wie „Applaus, Applaus, Applaus!“).

Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“?: Kermit der Frosch und Schweinediva Miss Piggy aus der „Muppet Show“. (Archivbild)
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Als ebenfalls geradezu tragische Figuren gehen der schlechte Witze-Erzähler und Möchtegern-Comedian Fozzie Bär durch, der Möchtegern-Stuntman Gonzo und die Möchtegern-Schönheit Miss Piggy. Sie alle überspielen mit Exaltiertheit ihre (vermeintlichen) Mängel.
Wer gehörte zu den Gaststars der klassischen „Muppet Show“?
Die Liste der namhaften Promis, die einst bei den Puppen gastierten, ist beeindruckend. Darunter waren Rita Moreno, Diana Ross, Shirley Bassey, Liza Minnelli, Joan Baez, Julie Andrews.
Auch Elton John, Roger Moore, Johnny Cash, Paul Simon, Charles Aznavour, Peter Ustinov, Alice Cooper, Harry Belafonte, Sylvester Stallone, Christopher Reeve, John Cleese, Steve Martin sowie der Tänzer und Ballett-Star Rudolf Nurejew schauten vorbei.
Wie war das mit Mary Roos in der „Muppet Show“?
Mary Roos war die erste Deutsche, die bei den Muppets auftrat. Sie war allerdings nur in einigen für das deutsche Fernsehen produzierten Szenen zu sehen. In der englischen Version dieser Folge war Model Twiggy der Gaststar.
Hape Kerkeling sagte einmal in einem dpa-Interview, seit Roos bei Kermit und Co. gewesen sei, habe er von einem Duett mit der „Nur die Liebe lässt uns leben“-Sängerin geträumt. Den Wunsch erfüllte er sich dann bei seinem 2014 veröffentlichten Schlageralbum „Ich lasse mir das Singen nicht verbieten“.
Wofür ist „Die Muppet Show“ noch berühmt?
Das Eingangslied ist ein Ohrwurm, den man kaum vergessen kann. Auf Deutsch wird gesungen: „Jetzt tanzen alle Puppen / Macht auf der Bühne Licht!“. Im Original: „It's time to play the music / It's time to light the lights...“.
Wie und wo entstand „Die Muppet Show“?
Jim Henson, jahrzehntelang Puppentrickspezialist für Fernsehsender in den USA, verfolgte die Idee einer Showsatire mit Rowlf und Co. schon länger. Pilotfolgen floppten aber. Weil er in den Vereinigten Staaten keine Geldgeber mehr fand, ging es ins Vereinigte Königreich (zu ITV).
Die 120 „Muppet Show“-Folgen (1976 bis 1981) wurden deshalb in London gedreht und mit britischem Geld produziert. Die Originalserie lief in keinem der großen US-Networks, wurde aber dennoch ein Riesenerfolg im eigentlichen Heimatland - und ein TV-Welthit. Leider ist sie derzeit bei keinem Streamingdienst in Deutschland abrufbar.
Wer sind die größten Kritiker der „Muppet Show“?
Zwei Gegner der Show sitzen stets in der Loge des Muppet-Theaters: die Nörgler Statler und Waldorf. Das Altherrenduo kommentiert das Geschehen auf der Puppenbühne buchstäblich von oben herab. Man kann sie als Vorläufer von Internet-Trolls deuten: irrelevant kommentieren, alles schrecklich finden, aber doch immer wieder dabei sein. (dpa)
