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Bayer 04 LeverkusenKasper Hjulmand will Geschichte schreiben

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Trainer Kasper Hjulmand umarmt den Schützen des Tores zum 1:3 in Frankfurt. Bayer  Leverkusen will auch am Dienstag im Pokal als Sieger den Platz verlassen.

Trainer Kasper Hjulmand umarmt den Schützen des Tores zum 1:3 in Frankfurt. Bayer  Leverkusen will auch am Dienstag im Pokal als Sieger den Platz verlassen.

Bayer 04 Leverkusen empfängt im Viertelfinale des DFB-Pokals den FC St. Pauli und will zum dritten Mal hintereinander ins Halbfinale einziehen. 

Kasper Hjulmand hat ein klares Ziel vor Augen. Der Trainer von Bayer Leverkusen möchte in dieser Saison einen Titel gewinnen. „Meine Kinder fragen mich immer, was hast du gewonnen“, berichtete der 53-Jährige vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) gegen den FC St. Pauli und ergänzte: „Also ist es wichtig, etwas zu gewinnen.“ Abgesehen vom privaten Druck, den ihm die Sprösslinge Marcus, Mikkel und Liva machen, ist dieser auch in und um den Werksklub herum spürbar. Der DFB-Pokal bietet in diesem Jahr nämlich die realistischste Titelchance.

Schließlich hat der Vizemeister in der Bundesliga schon 16 Punkte Rückstand auf den FC Bayern München. In der Champions League drohen nach erfolgreichen Play-offs gegen Olympiakos Piräus, mehrere hochkarätige Gegner ab dem Achtelfinale. „Wir sind zwei Schritte von einem großen Finale entfernt und haben die Möglichkeit, in dieser Saison einen Pokal zu gewinnen“, stellte der dänische Meister von 2012 mit dem FC Nordsjælland klar.

Nicht nur er selbst, sondern auch seine Mannschaft möchte in der BayArena den vorletzten Schritt gehen, um es den Double-Helden von Xabi Alonso zwei Jahre später gleichzutun. Diese hatten im Mai 2024 den DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern durch ein 1:0 gewonnen.

Nun können sich Hjulmand und Co. in die Geschichtsbücher eintragen. „Die Spieler und ich sind sehr motiviert“, stellte der Däne klar. Über Großaspach (4:0), Paderborn (4:2 n.V.) und Dortmund (1:0) sind die Leverkusener in die Runde der besten Acht eingezogen. Dort treffen sie auf den Bundesliga-Vorletzten aus der Hansestadt, der im Jahr  2026 noch kein Bundesliga-Spiel gewonnen und nur zwei Zähler aus fünf Punktspielen geholt hat.

St. Pauli hat Hoffenheim und Gladbach ausgeschaltet

„Als wir gegen sie in Berlin, äh nein, in Hamburg gespielt haben, war es eine sehr schwierige Aufgabe“, lieferte Hjulmand einen freud’schen Versprecher, der tiefer blicken ließ. Sein Gedanke weilte offensichtlich eher beim Finale im Olympiastadion als beim 2:1 am fünften Bundesliga-Spieltag in Hamburg.

Die Werkself ist aber ebenso wenig schon in Berlin wie die verbliebenen Konkurrenten VfB Stuttgart (bei Holstein Kiel), SC Freiburg (bei Hertha BSC) und FC Bayern München (gegen RB Leipzig). „Ich finde die Statistik in diesem Spiel nicht so wichtig“, besann sich der 53-Jährige auf das Wesentliche und lobte das Team von Kollege Alexander Blessin für seine „gute Verteidigung“ – mal hochstehend und aggressiv, dann aber auch kompakt im tiefen Block. Dazu warnte er vor den „innovativen Standards“ und der „hohen Geschwindigkeit nach vorn“. So konnte St. Pauli in der 2. Pokalrunde schon die TSG Hoffenheim (8:7 n.E.) und zuletzt Borussia Mönchengladbach (2:1) ausschalten.

„Wir wollen alles machen, um das Halbfinale zu erreichen“, lautete Hjulmands Kampfansage in Richtung Norddeutschland. Selbst wenn sein Team in den jüngsten Punktspielen gegen Werder Bremen (1:0) und bei Eintracht Frankfurt (3:1) nur phasenweise überzeugte, ist die Favoritenrolle klar. Allerdings könnten die jüngsten Nachlässigkeiten in einem K.o.-Duell bestraft werden.


Voraussichtliche Aufstellungen:

Bayer Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba; Palacios, Garcia, Vazquez, Tillman, Grimaldo, Poku; Schick. — St. Pauli: Voll; Ando, Smith, Mets; Saliakas, Sands, Rasmussen, Pyrka, Sinani, Fujita; Jones. — SR.: Badstübner (Nürnberg).