Abo

Fünf mal in KölnApache 207 verwandelt Lanxess-Arena in Flughafen mit einem echten Flugzeug

4 min
Apache 207 (* 23. Oktober 1997 in Mannheim als Volkan Yaman, deutscher Rapper und Sänger mit türkischen Wurzeln)
"Arena"-Tour
am 10. Januar 2026
in der Lanxess-Arena, Deutz-Kalker Straße 1, 50679 Köln

Einen echten Flieger ließ Apache 207 in der Lanxess-Arena aufbauen. 

Apache 207 verwandelte die Lanxess-Arena in Köln an fünf Abenden mit einem echten Flugzeug in einen Flughafen und begeistert insgesamt 90.000 Fans.

Abgehoben und gelandet: Für seine bislang größte und längste Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz hat sich Apache 207 das Fliegen als Motto erkoren. Fünf Abende lang verwandelt der 28-jährige Rapper die Lanxess-Arena in einen Airport und sich selbst in einen Piloten. Schon der Landeanflug am Samstag gelingt mit Bravour. 18 000 Passagiere an Bord der ausgebuchten Konzertmaschine sind begeistert. Wenn Kapitän Apache der „Destination Cologne“ Donnerstagnacht adé sagen wird, dann bei voller Auslastung: 90 000 Fluggäste werden den musikalischen Zwei-Stunden-Trip durch vier Alben bis dahin genossen haben.

Wow! Das Ding ist riesig! Wenn um 20.10 Uhr die schwarze Ummantelung fällt, offenbart sich den staunenden Blicken der Fans mitten im Innenraum ein schnittiges, schneeweißes Flugzeug. Dass die Gesellschaft, die es betreibt, den Namen „Feder Airlines“ trägt, erklärt sich Insidern von selbst. Feder Music, so heißt die Firma, die die Alben des Rappers herausbringt und mehrheitlich dem Apachen aus Ludwigshafen gehört, dessen Merchandise-Portfolio auch eine Schmuckserie mit Federn umfasst. Federn sind sein Signet.

Apache 207 (* 23. Oktober 1997 in Mannheim als Volkan Yaman, deutscher Rapper und Sänger mit türkischen Wurzeln)
"Arena"-Tour
am 10. Januar 2026
in der Lanxess-Arena, Deutz-Kalker Straße 1, 50679 Köln

Apache 207 im schnieken Zwirn.

Mehr Rätsel gibt da die Typenbezeichnung N8477 auf. Die Erklärung: Das Teil ist echt. Es handelt sich um einen 25 Jahre alten Bombadier Canadair Regional Jet, ein Passagierflugzeug, das bis zu seiner Ausmusterung 2015 Expressflüge in Nordamerika absolvierte und danach eingelagert wurde. Apache 207 erweckte es aus seinem Dornröschenschlaf und machte es, zum, im wahrsten Sinne des Wortes, tragenden Element seiner aktuellen Bühnenshow.

Im Laufe des Abends wird das Dach der knapp 27 Meter langen Maschine zum Catwalk, die Tragflächen verwandeln sich in Plattformen, auf denen es sich prima Niederknien lässt. Und wenn Apache auf einer der Heckklappen Platz nimmt, um mit den Füßen zu baumeln, dann tut er das wohlweislich angegurtet, denn da befindet er sich gut sechs Meter überm Boden.

Plötzlich zum Greifen nah

Einmal mehr zeigt Volkan Yaman, wie Apache 207 mit bürgerlichem Namen heißt, wie gut er darin ist, ein Konzept konsequent und en détail durchzuziehen. Angefangen von den vorab ausgeteilten Leuchtarmbändern, die jeweils passend zum Flugverkehr-Farbcode aufblinken, über Video-Durchsagen einer Stewardess und ein Computerspiel, das die Zeit seiner Umziehpause verkürzt, und wo es darum geht, per Publikums-Lautstärke einen Flieger durch Ringe zu lotsen. Bei „Wolken“ vom aktuellen Album „21 Gramm“ wird das Thema Fliegen variiert: Im „Wolkenwagen“ zieht Apache in Höhe des 1. Unterrangs rings um die Arena und kommt dabei seinen entzückten Fans fast zum Greifen nahe.

Dass das Flug-Requisit, als es noch im Dienst war, nur 50 Passagieren Platz bot (und nicht 18.000) kann man getrost vernachlässigen. Ebenso wie die Tatsache, dass der Zwei-Meter-Mann darin nicht hätte aufrecht stehen können, die Höhe der Kabine beträgt nur 1,85 Meter. Aber als Pilot landet er, sitzend, im Cockpit, und der Flieger ist als „Sandwich“ konzipiert. Die obere Hälfte lässt sich abheben und aufwärts fahren, bis genügend Platz ist. Beruhigend: Wer so eine Maschine privat mietet, muss pro Stunde dafür mehr als 13.000 Euro berappen.

Alle großen Hits

Dagegen sind 69 bis 125 Euro – soviel kosteten die Tickets der Tour – für zwei Stunden ein echter Schnäppchenpreis.

Der Lieblins-Apache der Deutschen spart weder an Hits von „Kein Problem“ über „Fame“ und „Sport“ bis hin zu „Wenn das so bleibt“, „Breaking Your Heart“ und „Komet“, „Miami“, „Man muss“ oder „Morgen. Noch an fetter Pyrotechnik: Die Feuerfontänen sind Legion, der Funkenregen, der bei „Komet“ aus den Triebwerken sprüht, ist eine tolle Hommage an Lindenberg.

Begleitet von Live-Band

Der Künstler ist körperlich nicht ganz so gut in Form wie 2024 (da machte er in der Arena vor „Sport“ noch Liegestütz), aber stimmlich voll auf der Höhe (besonders bei „Gefunden“) und blendend gelaunt. Dazu hat er allen Grund: „Diese verfickte Show fünfmal zu spielen, wird unvergesslich sein. Wir sind am Peak, am Höhepunkt, unserer Karriere angelangt.“ Wäre man spitzfindig, könnte man jetzt fragen: Und was kommt nach dem Höhepunkt?

Aber einen Absturz braucht der Überflieger, der auf dieser Tour erstmals von einer Live-Band begleitet wird, nicht befürchten. Nicht mit einer so treuen und so großen Fangemeinde, die von Vorschulkindern über Teens und Twens bis hin zur Generation der Eltern- und Großeltern reicht. In Köln allemal nicht: „Wir bekommen hier immer bedingungslose Liebe!“ Und genauso fühlt sich das, was am Samstag im Arena-Airport abgeht, auch an.