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Konzert in KölnRapper Reezy drückt in der Lanxess-Arena aufs Tempo

2 min
Deutschrapper Reezy

Deutschrapper Reezy

Rapper Reezy begeistert beim Tourstopp in Kölns Lanxess Arena über 12.000 feierwütige Fans mit einer vielfältigen musikalischen Performance.

Ein Hauch von Glamour zieht am Donnerstagabend durch die Lanxess-Arena. Es glitzert, die Besucher sind gekleidet wie für eine lange Nacht im Club: glänzende Jacken und Schmuckstücke, abgestimmte Outfits, Sonnenbrillen werden auch drinnen nicht abgelegt. Die Arena wirkt wie ein überdimensionierter Dancefloor. Groß aufgewartet wird allerdings nicht für eine Club-Nacht, sondern Reezy, bürgerlich Raheem Heid, der mit seiner Tour in Köln Halt macht.

Köln ist nach Frankfurt, der Heimatstadt des Deutschrappers, der zweite Stopp der „Music Is My Home“-Tour. Für Reezy ist das nur folgerichtig: „Damals, bei meinen ersten Shows, hat Köln mir mehr Liebe geschenkt als meine Heimatstadt.“ Unter Jubel sagt der 30-Jährige: „Früher hatten wir 4000 Leute in der Halle, und ich dachte, ich habe alles erreicht in meinem Leben. Jetzt stehen wir in der Lanxess-Arena.“

Reezy: Junges, feierwütiges Publikum in Köln

Mehr als 12.000 Menschen sind gekommen. Das Publikum ist jung und feierwütig. Von Beginn an entfachen sich Moshpits, Reezy fordert die Menge mit einem simplen „Open it Up“ dazu auf, bremst sie dann, um erneut zu beschleunigen. „Ihr seid sehr verrückt drauf“, lobt er die Menge bereits nach dem clubbigen Song „Dalé“, der als Drittes gespielt wird.

Musikalisch zeigt Reezy von Beginn an seine ganze Bandbreite. Rap verschmilzt mit Gesangsparts, harte Passagen wechseln sich mit melancholischem R’n’B ab, und frühere Tracks treffen auf neue Hits.

Die Beats variieren stark in Stil und Atmosphäre. Songs wie „Manchester“, das erfolgreichste Lied Reezys mit über 100 Millionen Streams und ein Club-Klassiker, setzt das Publikum direkt in Ekstase. „Itachi Flow“, „Miami“ und „Connected“ zünden die Arena weiter an.

Mal sind es aber auch seichtere Rhythmen, wie bei dem verträumten „Trappers Lullaby“ oder der Sommerhit „Sabia Que No“, der eher an House als an Rap erinnert. Die Songs verbinden Melancholie, Luxus und den „Hustle“, die harte Arbeit, um Ziele zu erreichen.

Reezy tritt komplett in Weiß auf, trotz der Pyrotechnik und meterhohen Flammen spielt der Rapper den Großteil seiner Show mit einer Winterjacke und Mütze. Das Bühnenbild ist dominiert von einem Baugerüst mit zwei Bühnen, dahinter eine großflächige LED-Wand, deren Bilder sich je nach Song verändern.

„Fühlt euch wie zu Hause“, ruft Reezy immer wieder. Die Arena wirkt wie eine riesige Hausparty. Auch auf den Oberrängen steht das Publikum durchgehend, singt, filmt, tanzt. Reezy zeigt mit dem Konzert, warum er zu den prägenden Stimmen im Deutschrap zählt und warum seine Musik für viel das ist, was der Tourtitel verspricht: ein Zuhause.