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Die Flugzeuge waren schon in der LuftGolf-Region ist am Rande eines neuen Krieges

4 min
Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Bericht der „New York Times“ Luftangriffe auf den Iran gebilligt.

  1. Iranische Revolutionsgarden haben eine US-Drohne abgeschossen
  2. Im letzten Moment hat Trump am Freitag einen Gegenschlag gestoppt
  3. Lesen Sie hier Fragen und Antworten zu der Situation im Nahen Osten

Istanbul – Gut anderthalb Jahrzehnte nach der amerikanischen Invasion im Irak steht die Golf-Region vor einem neuen Krieg. Als Reaktion auf den Abschuss einer US-Drohne durch die iranischen Revolutionsgarden über der Straße von Hormus holte das US-Militär in der Nacht zum Freitag zu einem Vergeltungsschlag aus, hielt aber im letzten Moment inne. US-Medien berichteten jedoch, eine „maßvolle“ Antwort auf den Iran könnte es immer noch geben. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Eskalation.

Wie nah ist ein neuer Krieg in der Golf-Region?

Ein Krieg könnte jederzeit ausbrechen. Die USA haben mehrere zehntausend Soldaten sowie starke Marine- und Luftwaffenverbände in der Region stationiert, der Iran verfügt über viele Raketen und kann sich auf die Unterstützung von pro-iranischen Milizen und Gruppen im ganzen Nahen Osten verlassen.

Der Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran im vergangenen Jahr und die seitdem verhängten Wirtschaftssanktionen hatten die Eskalationsspirale in Gang gesetzt. Mehrere Anschläge auf Öltanker im Persischen Golf sowie auf Ölanlagen und einen Flughafen beim amerikanischen Partner Saudi-Arabien in den vergangenen Wochen sind wahrscheinlich von iranischen Kräften oder verbündeten Milizen wie den Huthis im Jemen verübt worden.

Mit den Anschlägen wollen die Iranern den Amerikanern zeigen, dass der Preis für eine militärische Konfrontation hoch sein würde: Schläge gegen die Schifffahrt im Persischen Golf und Anschläge auf amerikanische Verbündete oder auf US-Truppen im Irak oder in Syrien sind möglich. Auch die US-Partner Israel und Saudi-Arabien könnten in den Krieg verwickelt werden.

Wer will einen Krieg?

Auf beiden Seiten gibt es starke Kräfte, die eine Konfrontation wollen. In der US-Regierung werben vor allem Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Michael Pompeo für einen harten Kurs. Ihnen wird nachgesagt, die Regierung der Islamischen Republik in Teheran stürzen zu wollen. Zu den Iran-Hardlinern zählen auch Israel und Saudi-Arabien.

Im Iran hat die Regierung von Präsident Hassan Ruhani, die den Atomvertrag von 2015 mit dem Westen abschloss und der Bevölkerung eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage versprach, einen schweren Stand. Entgegen ihrer Ankündigungen hat sich die Lage des Iran nicht verbessert, sondern verschlechtert.

Radikalere Kräfte wie die Revolutionsgarden haben Oberwasser. Experten verweisen darauf, dass die Garden ein wirtschaftliches Interesse an weiteren Spannungen haben: Sie verdienen mit der Einfuhr vieler Güter unter Umgehung der US-Sanktionen viel Geld. Sollten die Sanktionen wegfallen, würden sie wichtige Einnahmequellen verlieren.

Welche diplomatischen Vermittlungsversuche gibt es?

Bisher sind aller Vermittlungsbemühungen Japans und Europas gescheitert. Der Iran macht es den Vermittlern nicht einfach: Teheran hat angekündigt, schon in der kommenden Woche eine Obergrenze des Atomvertrages zur Kontrolle der Uran-Vorräte zu durchbrechen. Das macht es besonders den Europäern schwer, bei den USA für weitere Verhandlungen mit dem Iran zu werben.

Trotzdem sollen die Vermittlungsversuche weitergehen. Der französische Präsident Emmanuel Macron schickte in dieser Woche einen Sondergesandten nach Teheran. Gleichzeitig verabredeten Deutschland und Frankreich neue Initiativen. Die Erfolgsaussichten sind aber gering.

Was wären die politischen Ziele eines Krieges?

Das ist einer der merkwürdigsten Aspekte in der Konfrontation: Keine der beiden Seiten kann realistischerweise hoffen, ihre politischen Ziele mit einem Krieg durchzusetzen. Die USA beispielsweise fordern vom Iran, er solle sein Raketenprogramm einstellen, strengen Atomkontrollen zustimmen und die Unterstützung für radikale Gruppen wie die Hisbollah im Libanon einstellen. Keine iranische Regierung wird eine solche Einigung unterschreiben, weil sie einer Kapitulationserklärung gleichkäme. Auch würden sich die meisten Iraner in einem Krieg mit den USA auf die Seite ihres Landes stellen, selbst wenn sie das Mullah-Regime ablehnen.

Auch der Iran muss sich fragen lassen, was eine militärische Eskalation bringen soll. Das wichtigste Ziel Teherans ist die Lockerung der Sanktionen. Dazu braucht der Iran internationale Bündnispartner – doch ein Krieg würde den Iran noch stärker international isolieren.

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Wer kann die Spirale noch stoppen?

US-Präsident Donald Trump ist weniger scharf auf einen Krieg als manche seiner Berater. Trump blies laut Medienberichten in der Nacht zum Freitag die bereits angelaufene Militäraktion gegen den Iran ab. Gleichzeitig wandte er sich über die Vermittlung des Oman mit einem Verhandlungsangebot an die Regierung in Teheran. Trump ist für seine Kritik an den US-Kriegen in Nahost bekannt – ein Jahr vor der nächsten Präsidentenwahl selbst einen solchen Krieg zu beginnen, wäre deshalb wohl nicht in seinem Sinne.

Auch die iranische Regierung ist daran interessiert, einen Krieg zu vermeiden. Zwar betrachtet Teheran die derzeitige Gefahr einer Auseinandersetzung als Druckmittel, um insbesondere die Europäer dazu zu bringen, dass die USA zumindest einen Teil der Sanktionen wieder zurücknehmen. Doch der Ausbruch eines Krieges wäre für den Iran eine Katastrophe.