Beim Nordseegipfel 2026 in Hamburg hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch zur Wichtigkeit des Meeres für die Sicherheit Europas geäußert.
Treffen europäischer StaatschefsMerz über Sicherheit in der Nordsee – „Besondere Aktualität bekommen“

Bart de Wever (l-r), Premierminister von Belgien, Dick Schoof, Ministerpräsident der Niederlande, Jonas Gahr Støre, Ministerpräsident von Norwegen, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verfolgen bei einem Besuch auf dem Mehrzweckschiff „Neuwerk“ am Cruise Center Baakenhöft in der Hafencity beim Gipfeltreffen der Nordsee-Anrainerstaaten die Erläuterungen eines Besatzungsmitglieds.
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Die Sicherheit in der Nordsee ist nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einhochaktuelless Thema. „Das Thema Sicherheit im Norden wird uns begleiten auf dieser Konferenz“, sagte Merz am Montag beim sogenannten Nordseegipfel in Hamburg. Zwar beschäftige dies Deutschland, die EU und die Nato schon seit Jahren, doch in den vergangenen Wochen habe es „eine besondere Aktualität bekommen“.
Der erste Nordseegipfel hatte 2022 stattgefunden – als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Im Vordergrund stand die Energieversorgung und speziell der Ausbau der Offshore-Windenergie und die angestrebte Unabhängigkeit von russischem Erdgas. Das Thema Sicherheit wurde bislang vor allem mit der Ostsee und der russischen Bedrohung in Verbindung gebracht.
Spannungen wegen Grönland und russischer Angriffe
In den vergangenen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump die europäischen Länder und insbesondere Dänemark wiederholt brüskiert, indem er eine Übernahme von Grönland forderte. Die Spannungen wurden inzwischen etwas entschärft. Trump verkündete nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmenwerk für ein späteres Grönland-Abkommen.
Trump führt Sicherheitsinteressen gegenüber Russland und China an, die es ebenfalls auf Grönland abgesehen hätten. Neben Sicherheitsfragen geht es zudem um wirtschaftliche Interessen. Washington befürchtet, dass sich russische und chinesische Unternehmen in und um Grönland etwa Ausbeutungsrechte für Rohstoffe sichern oder Land erwerben.
Beim Nordsee-Gipfel ist in diesem Jahr erstmals auch Island vertreten, zudem nehmen Vertreter von Nato und EU teil. Die Energieversorgung und der Ausbau der Offshore-Windenergie ist weiterhin Thema. Es sei „bereits eine große Zahl von Anlagen gebaut“ worden, sagte Merz. „Das soll zügig weiter vorangehen.“ (afp)
