Teheran/Washington – Im Konflikt mit dem Iran will Washington jetzt eine weltweite Koalition aufbauen. US-Außenminister Mike Pompeo sprach am Sonntag (Ortszeit) von „einer Koalition, die sich nicht nur über die Golfstaaten erstreckt, sondern auch über Asien und Europa“. Diese solle bereit sein, den „größten Sponsor des Terrors auf der Welt“ zurückzudrängen, sagte Pompeo vor einer Reise nach Saudi Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit beiden Ländern will er über eine gemeinsame strategische Linie reden.
Die deutsche Regierung wurde bislang noch nicht offiziell zur Beteiligung an der geplanten Koalition aufgefordert. Man habe die Initiative von US-Außenminister Mike Pompeo lediglich „über die Medien zur Kenntnis genommen“, sagte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger, am Montag in Berlin.
Neue Sanktionen treten am Montag in Kraft
Nach den Worten Pompeos treten am Montag neue Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Die USA wollen das Land demnach daran hindern, Atomwaffen und Raketen zu bauen und damit dafür sorgen, dass US-amerikanische Interessen gewahrt würden und Amerikaner weltweit sicher seien.
US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Sanktionen am Wochenende per Twitter angekündigt. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC sagte Trump allerdings auch, er sei „ohne Vorbedingungen“ zu Gesprächen mit dem Iran bereit.
Spannungen zwischen USA und Iran
Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich Ende vergangener Woche gefährlich zugespitzt. Der Iran schoss am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne ab, die nach Angaben aus Teheran den Luftraum des Landes verletzt hatte. Nach US-Angaben flog das unbemannte Flugzeug dagegen in internationalem Luftraum.
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Die USA bereiteten danach einen Gegenschlag vor, den Trump nach seinen Worten nur kurz zuvor stoppte. Er begründete das mit der erwarteten Zahl von 150 Todesopfern im Iran, die er unverhältnismäßig im Vergleich zum Abschuss eines unbemannten Flugzeugs nannte.
Iran gibt sich selbstbewusst
Der iranische Marinekommandeur Hussein Chansadi sagte am Montag, sein Land sei jederzeit in der Lage, weitere US-Drohnen abzuschießen. „Alle haben den Abschuss der US-Drohne erlebt, und ich kann hier selbstbewusst behaupten, dass diese entschlossene iranische Antwort jederzeit wiederholbar ist“, so der Admiral.
Auch „der Feind“ sei sich dieser Tatsache bewusst, so Chansadi laut Nachrichtenagentur Tasnim. Bei einem eventuellen Krieg gegen die USA spiele der Willen eine große Rolle, und aus Sicht von Chansadi hat der Iran mit seinem militärischen Potential den größeren Willen. (dpa)

