Ein Schließfach verspricht Sicherheit für Wertgegenstände – doch Einbrüche und große Preisunterschiede werfen Fragen auf. Wer Schließfächer anbietet, was erlaubt ist, wie hoch die Kosten sind und worauf man beim Versicherungsschutz achten sollte.
Nach Coup in GelsenkirchenWas ein Schließfach wirklich taugt – und was es kostet

Ein Mann legt beim Edelmetallhändler Pro Aurum einen Silberbarren in ein Schließfach in einem Tresorraum.
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Wer Geld und Gold unter dem Kopfkissen aufbewahrt, der schläft wohl nicht besonders gut. Sicher sind Wertgegenstände auch nicht in der Socken-Schublade oder an anderen Stellen im Haus. Die kennen Diebe im Zweifel schon. Gefährdet sind Wertgegenstände außerdem durch Feuer oder Überschwemmungen.
Da lohnen sich Gedanken über ein Schließfach bei einem Geldhaus oder einem anderen Anbieter – auch wenn es gerade spektakuläre Diebestouren gegeben hat. Gleich über 3000 Schließfächer wurden in einer Sparkasse in Gelsenkirchen ausgeräumt, nachdem ein Spezialbohrer den Weg in den Tresorraum freigeräumt hatte. Aber auch im westfälischen Halle sowie in Bonn waren die Schließfächer nicht sicher vor Dieben, die erheblich Beute gemacht haben.
Was darf in ein Schließfach?
Gold und Silber als Barren oder Münzen, Schmuck, Wertpapiere, Uhren, Bargeld, Dokumente oder Festplatten können untergebracht werden. Vielleicht werden Kunst oder auch Fotos als wertvolle Erinnerungen hier gelagert. Was in den Fächern ist, weiß nur der Mieter. Längst nicht alles ist erlaubt: Illegale Waffen, Drogen, giftige, explosive, radioaktive oder feuergefährliche Güter sind laut den Mietverträgen verboten. Erfahren die Betreiber davon, müssen sie das melden.
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Wer bietet Schließfächer an?
Es gibt sie noch – die guten alten Bankschließfächer. Allerdings verabschieden sich manche Institute ganz von den Schließfächern. Andere können nicht mehr genutzt werden, weil die Filiale aufgegeben wurde, in der der Tresorraum eingebaut worden war. Dieser bleibt aber oft. Zu aufwendig wäre es, den massiven Beton zu entfernen.
In die Lücke stoßen private Anbieter. Sie versuchen, mit Hightech zu überzeugen: Biometrische Software, hintereinander liegende Schleusen, Sensoren und sichtbare und unsichtbare Kameras, Roboter, die die Kunden bedienen und Boxen aus dem für Kunden gesperrten Tresorraum holen, dicke Mauern aus mehreren Komponenten bis hin zu Schutzgräben, die bei einem Angriff geflutet werden.
Was kostet ein Schließfach?
Die Preise unterscheiden sich stark von Anbieter zu Anbieter. Generell sind die Schließfächer bei den unabhängigen Anbietern etwas teurer als bei den Geldhäusern. Die bieten aber nicht in allen Filialen Schließfächer an. Und oft sind die den eigenen Kunden vorbehalten. Nicht-Kunden müssen zumindest häufig höhere Mieten zahlen.
Die günstigsten Schließfächer in der Region bieten die PSD Bank West und die BB Bank in den Filialen in Köln und Bonn an. Das kleinste Fach kostet 35 Euro pro Jahr. Das Angebot der Genossenschaftsbanken richtet sich an die Bestandskunden beziehungsweise an die Mitglieder der PSD Bank. Ebenfalls nur Bestandskunden bietet die Volksbank Köln Bonn Fächer an. Das 5 Zentimeter hohe Fach kostet 120 Euro im Jahr. Kunden der Kreissparkasse Köln zahlen ab 45 Euro pro Jahr für ein Schließfach. Etwas höher ist der Startpreis bei der Sparkasse Köln Bonn. Die Commerzbank verlangt 119 Euro pro Jahr, die Deutsche Bank knapp unter 100 Euro.
Günstigster alternativer Anbieter ist Sicheres-Schließfach mit einer Miete von 100 Euro im Jahr. Trisor verlangt 14,95 Euro pro Monat, Degussa 312 Euro pro Jahr.
Letztlich müssen Interessenten die Preise bei den Instituten erfragen. Das kleinste angebotene Fach kann etwa 4 oder 10 Liter Volumen haben. Und bei der Sparkasse Köln Bonn sind die Preise abhängig vom Standort.
Wie ist der Inhalt versichert?
Oft ist in der Miete ein Versicherungsschutz enthalten. Der liegt bei der Degussa bei 50.000 Euro, bei 10.300 und 10.000 Euro bei Kreissparkasse Köln und BB Bank oder zu 0 Euro bei Deutscher Bank, Sparkasse Köln Bonn und Sichereres-Schließfach. Manchmal ist der Verlust von Bargeld nicht abgedeckt. Bei Brand oder Überschwemmung wird nicht gezahlt. Da hilft eine Zusatzversicherung. Wie teuer die ist, hängt vom Wert ab. Die vereinbarte Versicherungssumme sollte hoch genug sein, rät die Stiftung Warentest. Manchmal deckt auch die Hausratversicherung Wertgegenstände in Schließfächern ab.
Grundsätzlich haften Anbieter übrigens unbegrenzt, wenn sie den Verlust verschuldet haben, weil Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend waren. Ob das der Fall war, darüber streiten Kläger und Hamburgische Sparkasse nach einem Einbruch in Norderstedt im September 2021 jetzt noch.
Wie belegen Kunden Schäden?
Kunden müssen einen Schaden glaubhaft machen. Das geht etwa durch Quittungen, Expertisen, Fotos oder auch Zeugen, die einen Blick auf die Wertsachen im Fach werfen konnten.

