In und um Freilingen herum gab es gestern nur ein Thema: die Suche nach der vermissten Denise. Die Menschen nahmen regen Anteil an der Suche, sie schwankten zwischen Bangen und Hoffen. Und nun trauern sie mit den Angehörigen.
Franz-Josef Giefer , Ortsvorsteher von Freilingen: Man ist jetzt erstmal sprachlos. Ich nehme an, dass es ein Unglück ist. Nun hören die ganzen Gedanken endlich auf. Den Eltern und den Großeltern möchte ich mein tiefes Mitleid aussprechen. Die Stimmung hier ist sehr betrübt. Am Sonntag ging ich durch den Ort, und wo man Leute traf, gab es als Thema nur eines: die kleine Denise. Für die betroffene Familie ist das ganz schlimm. Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist sehr groß. So ein Geschehen kann man an einem See nie ganz ausschließen. Aber wir sind auch noch ganz im Schrecken vom vergangenen Jahr mit dem kleinen Mädchen aus Eschweiler. Das kommt jetzt alles wieder hoch.
Theresia Fischer, Leiterin des DRK-Kindergartens in Freilingen: Ich kann mir vorstellen, dass da ein riesengroßes Entsetzen ist. Die Eltern haben alle Angst um ihre Kinder. Man kann ja noch nicht sagen, ob da Fremdverschulden vorliegt oder nicht. Mit den Kindern werde ich das Thema auch aufgreifen. Viele Leute sind in der Feuerwehr, die Frau eines Feuerwehrmanns erzählte heute Morgen, wie gut organisiert die Suchaktion vonstatten ging. Polizisten waren heute Morgen mit einem Foto des vermissten Kindes in unserer Einrichtung und befragten Kinder und Erwachsene. Jedem Hinweis wurde nachgegangen. Heute wollten wir eine Waldwoche starten, die haben wir abgesagt.
Friedhelm Lindemann , Wirt im Dorfkrug in Reetz: Für die Eltern ist es schlimm. Aber ein tragischer Tod ist wahrscheinlich besser als ein gewaltsamer Tod. Gestern Nacht um ein Uhr gingen zwei Polizisten durch den Ort und klingelten an jedem Haus. Gestern Nachmittag kehrte eine Bruderschaft von Trierpilgern bei mir ein und die hatten nur ein Thema: das kleine, vermisste Mädchen. Nachts um 24 Uhr rief eine Mutter von zwei kleinen Kindern bei mir an und bat, dass ihr Mann nach Hause kommen solle. Sie hatte Angst alleine mit zwei kleinen Kindern und sagte, sie sei am Zittern. Und das alles schon zum zweiten Mal. Es ist einfach so: Die schöne heile Welt ist leider auch in der Eifel kaputt.
Willi Heck , Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Blankenheim, Vater dreier Kinder: Man wird abwarten müssen, was die Untersuchungen jetzt ergeben. Man hat alles nur Mögliche getan. Mit einem Polizisten erinnerte ich mich daran, dass wir vor fast einem Jahr, genau am 6. April, schon einmal so dastanden. Vielleicht, wenn es kein Unfall war: Die heile Welt der Eifel, wenn es sie denn gab, gibt es nicht mehr. Man ist schnell in der Eifel und schnell auch wieder weg.
Simone Böhm, Mutter dreier kleiner Kinder aus Freilingen: Die Anteilnahme im Ort ist sehr groß. Die Nachricht ist ein absoluter Schock. Als Mutter fühle ich mich jetzt total verunsichert. Meine Jungs, zehn, neun und sechs Jahre alt, wollen immer gerne überall rumlaufen, auch am Campingplatz. Meine Jungs sind schockiert und verängstigt: durch den Hubschrauber, der die ganze Nacht kreiste und durch die vielen Polizisten. Alle sind entsetzt.
Benedikt Meis, 23 Jahre alt, aus Reetz: Ich bin heute zufällig am Freilinger See vorbei gefahren. Ich glaube schon, dass es ein Unfall war, dass das vermisste Kind ertrunken ist. Vor ein paar Jahren war es noch so, dass, wenn man von der Staumauer fiel, man ohne fremde Hilfe nicht wieder heraus kam. Da waren so viele Algen auf der schrägen Wand, es war unheimlich glitschig. Einige Jugendliche gingen aber an der Staumauer immer ins Wasser, weil dort der Weg am kürzesten ist. Es ist schlimm, mein Beileid an die Eltern.