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MotivationsvermittlungDie Faszination der Automobilbranche

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In einem Rolls-Royce sitzen ist für viele ein Traum. Julian Merget hat nicht nur in einem gesessen, sondern auch für den Autobauer in Großbritannien gearbeitet. (Bild: privat)

Mit Regalen und Putzlappen fing alles an. Mit Oxford und teuren Autos ging es weiter. Raus aus der Eifel - rein in die Welt, so lässt sich der bisherige Weg des Tondorfers Julian Merget nach seinem Abitur 2008 am St. Michael Gymnasium in Bad Münstereifel beschreiben. Mit 14 Jahren hat er begonnen, einmal wöchentlich im örtlichen Supermarkt zu arbeiten. „Bis zum Abitur habe ich das gemacht. Aber dann stand für mich wie für jeden anderen auch die Entscheidung an: Was mache ich nun?“

Entschieden hat er sich für den Studiengang „International Management“ an der International School of Management in Frankfurt. Es sollte der Startschuss für eine spannende Zeit sein. „Im Rahmen des Studiums müssen 24 Wochen Pflichtpraktika in den Semesterferien absolviert werden, davon zwölf im Ausland. Nur so besteht die Möglichkeit, die Bücher mit der Realität zu verbinden.“

„File Art“ war die erste Praktikumsstation für den Tondorfer, der zu diesem Zeitpunkt seinen Wohnort nach Frankfurt verlagert hatte. Das Unternehmen aus Heuchelheim, das innovative Rückenschilder für Ordner anbietet, begleitete Merget auch nach Beendigung des Praktikums: „Ich hatte die Möglichkeit, mit dem Geschäftsführer ein weiteres Projekt durchzuführen, bei dem es in erster Linie darum ging, den Kunden im Internet die direkte Möglichkeit zur eigenen Schilder-Gestaltung zu geben.“

Den nächsten Stopp legte Merget bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein. In der Abteilung „Anzeigen, Stellenmarkt und FAZjob.NET“ ging es darum, einen Businessplan und Vermarktungsstrategien zu entwickeln und Workshops organisatorisch zu begleiten. „Es war schon faszinierend, dass ich auf einmal mit viel Verantwortung konfrontiert war und als Student mitten im Geschäftsleben stand. Etwas Größeres hätte es für mich zu dieser Zeit nicht geben können“, so Merget.

Von Deutschland aus verschlug es den Tondorfer nach Oxford. Sein Auslandssemester beschreibt er als die „genialste“ Zeit seines Lebens. „Alleine die Zusage, dass ich in Oxford studieren darf, hat zu Luftsprüngen bei mir geführt. Es war das erste Mal, dass ich richtig von zu Hause weg war, eine neue Kultur und viele internationale Leute kennen gelernt habe.“

Wo er einmal in England war, absolvierte Merget im Anschluss ein Praktikum bei Rolls-Royce in Goodwood. „Die Automobilbranche hat es mir angetan, ist global wachsend und birgt viele Herausforderungen. Wo sonst liegen die Absatzmärkte und Produktionsstätten soweit auseinander?“ Dort, wo Autos noch von Hand gefertigt werden und individuelle Extrawünsche zum Alltag gehören, durfte sich Merget in der Logistik und Prozessoptimierung vor allen Dingen der Reduzierung der Lagerzeitoptimierung für die Herstellung eines Rolls-Royce widmen.

Eine richtige Pause legte Merget nicht ein. „Meine Chefin bei Rolls-Royce hat mich nach Amerika empfohlen. Ich wollte aber erst einmal nach Hause, war mittlerweile acht Monate im Ausland.“ Aber lange fiel der Zwischenstopp in der Eifel nicht aus. Bereits am Neujahrstag 2011 flog Merget in die USA und begann ein Praktikum bei BMW. „Um ehrlich zu sein, war ich in der Uni im sechsten Semester dadurch nie wirklich anwesend. Aber das Nacharbeiten hat ganz gut geklappt.“ Die Auslandserfahrungen will Merget sowieso nicht missen - nicht nur aus beruflicher Perspektive. „Im Ausland lernt man so viel über sich selbst, die Selbsteinschätzung wird eine ganz andere, Herausforderungen stellt man sich später in Deutschland viel freier.“ Zumal in den USA nicht nur die Arbeit, sondern auch das Vergnügen in Form von Reisen nicht zu kurz gekommen ist. „Ich hab' mir ein Auto gekauft und jedes Wochenende eine neue Stadt entdeckt.“

Immer auf Achse, selten zu Hause - natürlich kommt da schon mal Heimweh auf. Für Merget gehört das dazu: „Heimweh darf man haben. Mir hat es geholfen, immer zu wissen, dass meine Eltern für mich da sind, egal wie groß die räumlichen Distanzen sind.“ Mergets sechste Wohnung ist in Stuttgart, die Bachelorarbeit schreibt er bei PricewaterhouseCoopers.

„Ich würde gerne Jugendliche motivieren, den Weg aus der wohl behüteten und wirklich schönen Eifel in die Welt zu gehen und Neues zu entdecken.“ Mit Leidenschaft und Spaß lässt sich schon im Studium viel erreichen. „Ziele sollten nicht aus den Augen verloren werden, scheinen sie anfangs vielleicht auch utopisch.“ Merget erklärt grinsend: „Ich will meinen Enkelkindern nicht irgendwann erzählen, was ich gerne erreicht hätte, sondern was ich erreicht habe. Dafür muss man aber auch neue Wege gehen.“

Motivation vermitteln, Erfahrungen weitergeben - gerne können Interessierte Kontakt mit Julian Merget aufnehmen:

Julian.Merget@gmail.com