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So wird die Motorsäge zur Heckenschere

4 min

BAD MÜNSTEREIFEL. Vor dem Haus von Friedhelm Limbeck in Nöthen steht eine große Hecke. Die sieht zwar schön aus, muss aber regelmäßig gestutzt werden. Eine Arbeit, die viel Muskelkraft verlangt. Limbeck kämpfte mit den Ästen, die nicht nur in die Höhe, sondern auch kräftig in die Breite gewachsen waren. „Mit einer normalen Heckenschere bekommt man die Äste nicht geschnitten“, ärgerte sich Limbeck. Er sei schon kurz davor gewesen, sich eine neue, schärfere Schere zu kaufen. Aus diesem Grund blätterte er durch einen Katalog und entdeckte auf einer Seite eine Heckenschere und eine Kettensäge.

Da kam dem Eifeler Erfinder die Lösung des Problems in den Sinn: „Man müsste die beiden Geräte umfunktionieren.“ Gesagt, getan. Vier Tage lang tüftelte der Erfinder gemeinsam mit seinem Sohn Achim Limbeck an der Idee.

Einfach erklärt, habe er ein Blech genommen, Löcher hinein gemacht und schon sei sein Doppelfunktionsgerät fertig gewesen. Dieses Blech müsse nur an das Schwert einer Kettensäge geschraubt werden und schon sei aus einer Kettensäge eine Heckenschere geworden. Sein neuartiges Schneidgerät stellte Limbeck jüngst auf der Internationalen Erfinder- und Neuheitenmesse in Nürnberg vor. Gemeinsam mit 16 Mitgliedern der Innovations-Gesellschaft Eifel und etlichen neuen Erfindungen aus dem Kreis Euskirchen hatte er sich auf den Weg gemacht.

Seine Ketten-Heckenschere sei auf der Messe eine richtige Sensation gewesen, freute sich Limbeck. Denn sie sei einfach und genial zugleich. Die internationale Jury belohnte den Erfinder für die pfiffige Idee mit einer Goldmedaille.

Kindersturzhelm

noch sicherer

Doch Limbeck war keineswegs der einzige erfolgreiche Erfinder: Die Eifeler Tüftler der Innovations-Gesellschaft, die mit insgesamt 13 Erfindungen antraten, räumten auf der Messe kräftig Preise ab. Sie fuhren mit drei Goldmedaillen, fünf Silberauszeichnungen und drei Bronzemedaillen nach Hause.

Einer der glücklichen Sieger war Christian Dietsch, der einen Kindersturzhelm entwickelte. Das Besondere daran: Der Kinnriemen löst sich eine gewisse Zeit nach dem Sturz automatisch. Den Einfall dazu hatte Dietsch nach einem Zeitungsartikel. Hier hatte er gelesen, dass ein Kind mit seinem Sturzhelm an einem Spielgerüst hängen geblieben war und sich dadurch erhängt hatte. Das sollte nicht noch einmal passieren. Bei seinem Kindersturzhelm springt der Kinngurt nach einer halben Minute automatisch auf. „Jedoch ist die Zeit auch variabel einstellbar“, erklärte der Erfinder.

Geistige Arbeit und reichlich Bewegung kombiniert das ausgefallene Musikinstrument von Alfred Schönfelder. Töne kommen aus dem Instrument nur dann, wenn man - statt auf Tasten - auf die runden Lederkissen kräftig drauf boxt. Die 36 handtellergroßen Lederkissen sind an einem Gerüst befestigt.

Bei der Vorführung des außergewöhnlichen Musikinstruments „boxte“ Schönfelder die Nationalhymne vor und musste, um die richtigen Töne auch zur richtigen Zeit zu treffen, zwischen den Lederkissen tanzend hin und her springen. „Kinder- und Jugendtherapeuten waren von dem Musikinstrument hellauf begeistert und meinten, dass das Instrument bei Kindern garantiert für Riesengaudi sorge“, war auch Erfinderkollege Limbeck begeistert.

Der Ideenreichtum der Kindergruppe im Eifeler Verein stand dem der Erwachsenen in nichts nach.

Mehr Übersicht

im Kühlschrank

So holte sich der Nachwuchs für seinen Kühlschrankeinsatz eine Goldmedaille ab. Die Brüder Florian und Johannes Büttner und Martin Hüttner wollten etwas dagegen unternehmen, dass jährlich 80 000 Tonnen Lebensmittel in den Kühlschränken unnötigerweise verderben. Dazu befragten sie einige Hausfrauen und fanden heraus, dass stets die Nahrungsmittel schlecht werden, die einen hinteren Platz einnehmen. Also bauten sie eine drehbare Scheibe ohne durchgehende Mittelachse in den Kühlschrank. Damit können die Nahrungsmittel nicht nur von hinten nach vorne gedreht werden, sondern man kann ganz bequem an alles herankommen. Damit kann jeder Kühlschrank nachgerüstet werden.

Mit einer Bronzemedaille fuhr Harald Fitze nach Hause, der einen Dübel, der lebenslang hält, vorstellte. Der Dübel kann im Gegensatz zu herkömmlichen nicht nur einmal, sondern immer wieder verwendet werden. Er ist aber genauso einsetzbar wie alle handelsüblichen Dübel auch. Wie er auf die Idee kommt, so etwas zu erfinden, ist für Fritze schnell erklärt: Er ziehe oft um und ärgere sich immer wieder über die vielen Löcher, die seine Bilder und Haken hinterließen. Sie alle müssten immer fachgerecht wieder zugespachtelt werden.

Manchmal könne es auch passieren, dass beim Herausziehen des Dübels „die halbe Wand“ mitkomme. Sein Dübel hinterlasse keine Spuren. Er müsse einfach nur aus der Wand gezogen werden. Das kleine Loch könne schnell und unproblematisch verschlossen werden.

Für ein therapeutisches Gerät erntete Peter Schipper eine Silbermedaille. Das einfache Kastengerät kann zum Senken oder Heben des Fußes eingesetzt werden. Die Gewichte sind stufenlos von 20 Gramm bis drei Kilogramm einstellbar. Schipper selbst half das Gerät dabei, wieder ohne Krücken laufen zu können. Statt wie bisher bei einem Therapeuten, kann er seine Fußhebeschwäche jetzt selbst behandeln.