Abo

Zwei-Meter-Mann mit kleinem Kussproblem

3 min

EUSKIRCHEN. Jugendliche Leichtigkeit und Interviews, frei von der Leber weg, drückten der diesjährigen Rundschau-Sportlerehrung ihren besonderen Stempel auf. In 22 Jahren „Sportlerwahl“ standen noch nie derart viele junge Athleten auf dem Podest - und nun bei der feierlichen Ehrung in der Aula der Marienschule auf der Bühne.

Bei seiner Premiere als Moderator konnte sich Rundschau-Redakteur Peter W. Schmitz auf die Schlagfertigkeit seiner Gesprächspartner verlassen. Vor allem der „Sportler des Jahres 2006“, Nico Zimmermann, eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Mit seiner natürlichen Art und seinem trockenen Humor überzeugte der 17-jährige Basketballer nicht nur seinen Gesprächspartner, sondern auch die 500 Besucher.

Ganze 2,01 Meter ist der Korbgarant der DJK Münstereifel groß - ohne Schuhe. „Nur die Amerikaner messen die Größe mit Schuhen“, berichtete Nico. Und auch das Problem seiner Größe in der Liebe sieht er auf die humorvolle Art: „Wenn ich die mal küssen will, dann muss ich mich schon bücken - aber die wächst bestimmt noch“, beschrieb der Goldjunge den Beziehungsalltag mit seiner Freundin Britta Winkelnkemper. Auch der zweitplatzierte Sportler präsentierte sich schlagfertig und selbstbewusst. Kein Wunder, wenn man als 16-Jähriger Angebote von Arsenal London und FC Everton ausschlagen kann, weil man bei Bayer Leverkusen von Rudi Völler persönlich einen „ganz guten“ Vertrag vorgelegt bekommt. „Dass sich die Engländer auf dem deutschen Torwartmarkt tummeln, liegt derzeit im Trend. Nach den Angeboten ist mein Heimverein dann wohl auf mich aufmerksam geworden“, so Fabian Giefer. „Den haben bestimmt viele Mädchen gewählt“, hatte sich seine Mutter spontan geäußert, als sie vom zweiten Platz bei der Sportlerwahl hörte, berichtete Peter W. Schmitz im Gespräch mit dem Torwarttalent. Fabian hatte darauf eine prompte Antwort, die er mit einem Schmunzeln unters Volk brachte: „Ich darf heute nicht zu viel sagen, meine Freundin ist hier.“

„Der Frank musste Taxi fahren“, entschuldigte Hermann Stippler seinen Sohn, der den dritten Platz bei der Sportlerwahl belegt hatte. Taxi fahren? Ja, denn der DTM-Rennfahrer, der beim Autobauer Audi unter Vertrag steht, musste die Vorstandsmitglieder seines Arbeitgebers in dem neuen R 8-Sportwagen befördern.

Der Vater betonte, dass sich Frank „nach einer mehr als verkorksten Saison“ besonders über den dritten Platz gefreut habe: Es sei schön, so viele Fans zu haben, die auch in schweren Zeiten zu einem halten.

Wenn die Kinder Sport machen sollen, werden in der Eifel in der Regel erst einmal Fußballschuhe gekauft. So war es zumindest bei den beiden zweit- und drittplatzierten Frauen der Sportlerwahl. Julia Schröder und Anne Berners schnürten zunächst Schuhe mit Schraubstollen, bevor sie diese gegen Hallenschuhe eintauschten: die „Bronzefrau“, Julia Schröder, für ihre Karriere als erfolgreiche Volleyballerin, bei der „Bruder Michael eindeutig der härteste Trainer war“, und Anne Berners, um in ihrer Damenmannschaft der DJK Münstereifel auf Korbjagd zu gehen - und das sehr erfolgreich und manchmal nicht gerade zimperlich.

„Es gab mal einen etwas unglücklichen Zusammenstoß, und da hatte die Gegnerin die Nase gebrochen“, erzählt die angehende Medizinerin mit Unschuldsmine.

Bei den Fußballschuhen geblieben ist Silke Rottenberg. Für die Torfrau der Fußballnationalmannschaft, Weltmeisterin und dreimalige Europameisterin, die absolut richtige Entscheidung - der Erfolg gibt ihr Recht. Auch die Rundschau-Leser bestätigten dies erneut und wählten die sympathische Fußballerin zum sechsten Mal zur „Sportlerin des Jahres“.

Die Dürschevenerin kämpft nach ihrem Kreuzbandriss um die WM-Teilnahme im September in China. Und sie macht deutliche Fortschritte und präsentierte sich optimistisch, ihr großes Ziel zu erreichen.