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800 Passagiere ausgebremstMassive Probleme am Flughafen Köln/Bonn mit neuer Sicherheitstechnik

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Abgesperrt: Am Kölner Flughafen ging am Freitag über mehrere Stunden für abfliegende Passagiere nichts mehr.

Wer übers Karnevalswochenende verreisen wollte, musste sich am Freitag auf dem Flughafen Köln/Bonn gedulden: Aufgrund einer technischen Störung war der Sicherheitsbereich vorübergehend gesperrt.

Bei der neuen Sicherheitstechnik im Flughafen Köln/Bonn ist der Wurm drin oder um es noch deutlicher zu sagen: Es ist ein Fall von Pleiten, Pech und Pannen. Schon mehrfach wurden Fluggäste in den vergangenen Monaten auf dem Weg in den Urlaub oder einen Geschäftstermin ausgebremst. Am Freitag dann der neue Vorfall. Diesmal mussten 800 Passagieren ihre Reise erstmal abbrechen. Wegen eines Sicherheitsvorfalls an der Luftsicherheitskontrolle musste der Abflugbetrieb am Flughafen Köln/Bonn am Freitagmorgen vorübergehend unterbrochen werden.

Gegen 6.40 Uhr kam es zu einem Vorfall an einem Gepäckscanner, der in der neuen Anlage erst am Vortag installiert worden war. Am Freitagmorgen hatte eine der Anlagen in der Passagierkontrolle verdächtige Gegenstände im Handgepäck eines Fluggastes entdeckt. Der Koffer wurde in der neuen Anlage aber nicht zur manuellen Nachkontrolle geschickt, sondern dem Passagier ohne Kontrolle übergeben. Als das auffiel, sperrte die Bundespolizei den gesamten Sicherheitsbereich der Terminals 1 und 2.

Der Umbau ist eines der größten Bauprojekte im laufenden Betrieb, das der Flughafen je hatte.
Flughafen-Sprecher

Der Sicherheitsbereich wurde von Beamten durchsucht. Das dauerte rund zwei Stunden. Danach wurden die neuen Gepäckscanner außer Betrieb genommen. Auch dies führte zu gravierenden Verspätungen und Beeinträchtigungen für die Fluggäste. Gegen Mittag lief die Abfertigung zwar wieder, weil aber die neue Sicherheitstechnik nicht zur Verfügung stand, dauerte es noch Stunden, bis alle Passagiere mit den alten Geräten überprüft werden konnten. Verdi-Sprecher Özay Tarim sprach von einer Warteschlange von hunderten Passagieren vom Terminal 1 bis zum Terminal 2.

Nach Rundschau-Informationen sollen die neuen sogenannten CT- Scanner einen sicherheitsrelevanten Fehler haben. „Techniker sind mit Hochdruck dran, den Fehler zu beheben“, so ein Flughafensprecher. Nach den weiteren Angaben seien etwa zweieinhalb Stunden lang durch die polizeilichen Maßnahmen keine Abflüge möglich gewesen. Etwa ein Dutzend Flüge seien davon betroffen gewesen. Landungen seien von der Sperrung des Sicherheitsbereichs nicht betroffen gewesen, diese hätten stattfinden können, so der Sprecher. „Die Situation in den Terminals verlief ruhig und wurde von Personal vor Ort geordnet“, teilte der Flughafen weiter mit. Verdi sprach dagegen von einer Vielzahl von aufgebrachten Fluggästen, die beruhigt werden mussten und mit Wasser versorgt wurden. Der Flughafen entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und bat die betroffenen Passagiere um Verständnis.

Wir haben nichts gegen neue Technik. Aber so kann es am Flughafen nicht weitergehen.
Özay Tarim, Sprecher Verdi

Der Flughafen Köln/Bonn modernisiert derzeit den Sicherheitsbereich bei laufendem Betrieb. Künftig sollen hochmoderne Geräte eingesetzt werden, damit Fluggäste elektronische Geräte und Flüssigkeiten nicht mehr aus ihrem Handgepäck auspacken müssen, bevor die Taschen durchleuchtet werden. Doch bei der Baumaßnahme kam es bereits im Herbst 2025 zu Problemen und langen Wartezeiten am Terminal 2. Manche Fluggäste verloren die Nerven und öffneten eine Nottür, um ihren Flieger nach Bukarest (Rumänien) noch zu erreichen. In den Tagen darauf kam es zu einem weiteren Vorfall. Drei Reisende öffneten ebenfalls die Nottüren und liefen auf das Flugfeld.

Ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn erklärte auf Anfrage der Rundschau: „Der Umbau ist eines der größten Bauprojekte im laufenden Betrieb, das der Flughafen je hatte.“ Das Großprojekt wurde bewusst im Winterflugplan angegangen, weil die Anzahl der Fluggäste deutlich unter dem Sommerniveau liegt, hieß es weiter. Verdi-Sprecher Tarim nannte den erneuten Vorfall „skandalös“. Die neue Technik funktioniere „vorne und hinten nicht“. Die neue Technik würde Passagiere nur behindern. Verdi forderte angesichts der kommenden Osterferien eine Krisensitzung mit allen Beteiligten. „Wir haben nichts gegen neue Technik. Aber so kann es am Flughafen nicht weitergehen.“ Nach Angaben von Verdi gab es bereits am Montag bei einem ersten Testlauf Probleme.