In einem Lokal auf der Zülpicher Straße wurde brennbare Deko sichergestellt. 19 Betriebe wurden vom Ordnungsamt inspiziert.
Bilanz der BehördenWeiberfastnacht in Köln ohne größere Vorkommnisse

Der Andrang auf die Kneipen war groß.
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Die Behörden in Köln sind mit dem Auftakt der Karnevalstage zufrieden. Stadt, Feuerwehr, Bundespolizei und Landespolizei meldeten an Weiberfastnacht keine besonderen Vorkommnisse. „Es ist alles weitgehend ruhig“, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Am frühen Abend meldete die Polizei dann einige karnevalstypische Einsätze und mehrere Personen in Gewahrsam. So gab es am Nachmittag mehrere Randalierer auf der Zülpicher Straße Ecke Roonstraße. In verschiedenen Partyvierteln gab es Schlägereien. Außerdem wurde ein Messer bei einem Partygänger sichergestellt. Zuvor hatte die Polizei appelliert, keine Messer mit zum Feiern zu nehmen.
„Die Rettungssanitäter können Karneval feiern“, sagte Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet und vermeldete bis zum frühen Abend ebenfalls keine großen Auffälligkeiten. Erwartungsgemäß kommt es in den späten Abendstunden und in der Nacht zu deutlich mehr Polizeieinsätzen und Alarmierungen der Rettungskräfte.
Alle Kioskbetreiber, die kontrolliert wurden, verkauften unerlaubt Alkohol und Tabak
In den Partyvierteln war an Weiberfastnacht auch wieder das Ordnungsamt unterwegs. In der Altstadt wurden bis zum Mittag zwölf Betriebe überprüft. In allen Fällen wurde unerlaubt Alkohol oder Tabak an Jugendliche verkauft. „Dies macht an Weiberfastnacht eine Quote von 100 Prozent“, teilte die Stadt mit. Die Kioskbetreiber erwarten nun empfindliche Strafen. Die Kontrollen werden auch an den nächsten Karnevalstagen fortgeführt. In drei Betrieben wurden zum wiederholten Mal Verstöße festgestellt – ihnen wurde die Schließung angedroht, falls noch einmal gegen den Jugendschutz verstoßen wird.
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Bereits vor Karneval wurden Kontrollen durchgeführt. Das Ergebnis: In erschreckendem Maße würden einige Kioskbetreiber gegen den Jugendschutz verstoßen, hieß es von der Stadt. Dabei geht es besonders um den Verkauf von Alkohol, Lachgas oder Tabak an Jugendliche.
Seit 2024 haben Jugendliche in bislang rund 720 Betrieben Testkäufe gemacht, allein 95 seit Anfang 2026. Das Ordnungsamt stellte dabei eine Verstoßquote von 71 Prozent fest. Seit Februar 2025 wurden Bußgelder in Höhe von rund 50.000 Euro kassiert. Außerdem hat das Jugendamt insgesamt acht minderjährige Jugendliche wegen starkem Alkoholkonsum in Obhut genommen. In der Altstadt wurden bei 28 Jugendlichen alkoholische Getränke oder Tabak sichergestellt.
Ein Augenmerk des Ordnungsamtes lag nach der Brandkatastrophe in der Schweiz auf der Einhaltung des Brandschutzes und der Rettungswege in den Kneipen. Bis zum Mittag kontrollierten die Kräfte 19 Betriebe im Zülpicher Viertel und in der Altstadt. In einem Fall auf der Zülpicher Straße bestand die Deko aus brennbarem Material. Sie wurde sofort entfernt. In anderen Fällen waren Rettungswege zu schmal oder zugestellt, in einem Fall blockierte eine Theke vor der Tür den Ausgang. Sie wurde zur Seite geräumt.
