Die Sperrung der Bonner Nordbrücke ist eine Belastung für die gesamte Region, sagt Rundschau-Chefredakteur Jens Meifert

Bonner NordbrückeJetzt muss es beim Neubau sehr schnell gehen

Die gesperrte Friedrich-Ebert-Brücke (Aufnahme mit Drohne).
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Die Hoffnung bröckelt zuletzt. Wer nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen noch nicht völlig den Glauben an die Infrastruktur im Land verloren hatte, durfte auf einen eingeschränkten Betrieb der Bonner Nordbrücke für Pkw hoffen. Auch diese Hoffnung ist dahin: Die Brücke hat nur noch Schrottwert und bleibt bis zu ihrem Abriss gesperrt. Für die Region ist das eine Katastrophe.
Die Friedrich-Ebert-Brücke ist eine der zentralen Verbindungen im Bonner Großraum. Wenn diese Lebensader abgeklemmt ist, bleibt den Menschen und der gesamte Wirtschaft der Region die Luft weg. Schon in den vergangenen Tagen ließen sich die Folgen der Sperrung eindrucksvoll besichtigen: Auf den Grafiken zum Verkehrsfluss leuchteten die umliegenden Autobahnen alarmierend rot auf. An diese Farbgebung werden sich die Bürgerinnen und Bürger gewöhnen müssen.
Für alle Berufspendler im Bonner Raum brechen harte Zeiten an. Vor allem, weil der Regionalverkehr der Bahn schon seit längerer Zeit nicht mehr als Alternative bezeichnet werden kann. Noch ein Horror-Update gefällig? Ab Februar 2028 will die Bahn zunächst linksrheinisch Bahnstrecken zwischen Köln, Bonn und Koblenz sanieren. Zudem stehen vier Bahnbrücken in der Kölner Innenstadt auf der Sanierungsliste: Das wären rund eineinhalb Jahre Vollsperrung der Gleise zwischen Köln und Bonn. Mit dem Ausfall der Bonner Nordbrücke wäre das der GAU für die Region. Diese Pläne müssen auf den Prüfstand. Zumal auch ein vorgezogener Neubau der A4-Brücke am Eifeltor notwendig werden könnte. Es brennt an allen Ecken.
Seit Jahren läuft die Infrastruktur in Städten und im Land auf Verschleiß. Schäden wurde lange ignoriert und dann eher buchhalterisch und achselzuckend erfasst. Nun kommen die Rechnungen geballt auf den Tisch. Der Schaden ist immens. Auch in Köln fährt das Prinzip Hoffnung längst mit bei jeder Brückenquerung. Bis 2040 wird die Sanierung der Kölner Bauwerke andauern. Ob die Zoobrücke bis dahin hält? Hoffen wir es. Wie bei der Rodenkirchener Brücke, die ebenfalls unter den steigenden Belastungen ächzt. Noch mehr nach dem Bonner Brückendesaster.
Die Belastung gilt nicht nur für die Städte Köln und Bonn, sie hat Auswirkungen in die gesamte Region, auch in die Kreise Rhein-Erft und Rhein-Sieg. Die Autobahn GmbH muss jetzt sehr schnell handeln, um den neuen Brückenteil im Bonner Norden rasch fertigzustellen. Wenigstens in diesem Punkt kann die Rahmedetalbrücke als gutes Beispiel dienen. Der Bau des ersten Teilbauwerks dauerte etwas mehr als zwei Jahre. Die Notwendigkeit, schnell zu handeln, wird nicht abnehmen.