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„Die Vögel rund um Schloss Hagerhof“ 15-jähriger stellt Buch in Stadtbücherei vor

Mehr als 90 Arten registrierte Caspar Jung auf dem Gelände rund um den Hagerhof.

Mehr als 90 Arten registrierte Caspar Jung auf dem Gelände rund um den Hagerhof.

Bad Honnef – Die Freude war Stephanie Eichhorn, Leiterin der Stadtbücherei, anzumerken, als sie das Buch „Von der Amsel bis zum Zilpzalp – Die Vögel rund um Schloss Hagerhof in Bad Honnef“ aus den Händen des Autors entgegennehmen durfte.

Caspar Jung, 15 Jahre und Schüler der 10. Klasse des Hagerhof-Gymnasiums, hat die heimische Vogelwelt beobachtet und ein Buch darüber veröffentlicht, das dank der finanziellen Unterstützung vonseiten des Fördervereins Schloss Hagerhof und des Medienhauses Plump in Rheinbreitbach, wo es aufgelegt wurde, bei hochwertiger Bildausstattung zum Preis von 6 Euro zu erwerben ist (Sekretariat Schloss Hagerhof, örtlicher Buchhandel).

Zwei Jahre Arbeit

Mehr als zwei Jahre lang hat Caspar Jung die Vogelwelt rund um seine Schule beobachtet und mehr als 90 Arten dabei registriert. 92 farbig illustrierte Vogelsteckbriefe sind im Buch zu finden, für die er teilweise die Fotos selbst aufgenommen hat oder von den Lehrern Dirk Krämer und Martin Lehnert bekam. Martina Rohfleisch, Mitarbeiterin auf dem Hagerhof, unterstützte ihn beim redaktionellen Teil und war voll der lobenden Worte über die Professionalität des Schülers, der beim arbeitsintensiven Durcharbeiten der Druckfahnen mit höchster Konzentration dabei war.

„Insgesamt konnte ich 96 Vogelarten ausmachen“, sagte Caspar Jung, „ aber beispielsweise der Fischadler kam zu spät vorbeigeflogen, so dass er nicht mehr ins Buch aufgenommen werden konnte.“ Das Gelände rund um den Hagerhof bietet mit Seerosenteich und Bachlauf, einem naturnahen Wäldchen, Parkflächen mit alten Bäumen, einer Streuobstwiese mit seltenen Apfelsorten, Gemüsegarten, Trockenmauern und Schlosstürmen nicht nur einer Vielzahl von Vögeln, sondern auch anderen schützenswerten Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum.

Wissenschaftlich akribisch

Ob heimische Vögel wie Amsel und Meise, seltene Gäste oder „Überflieger“ wie eine Mandarinente oder einen Pirol beschreibt Caspar Jung mit wissenschaftlicher Akribie, hält auch in Stichworten die Gefährdungen der einzelnen Vogelarten fest und gibt Tipps für geeignete Schutzmaßnahmen.

„Seit über fünf Jahren beobachte ich Vögel und habe noch heute Morgen einen Grauspecht ausgemacht, der eigentlich bei Eitorf lebt“, erklärte der junge Naturforscher, der sein Hobby gern in einen Beruf münden lassen möchte. „Als Montessori-Schule fördern wir die Selbsttätigkeit der Schüler und generieren gern Projekte, die den Enthusiasmus der Teilnehmer steigern“, sagte Dirk Krämer, der Caspar Jung bei dem Projekt begleitete. „Dabei gehen wir den Weg vom Handeln zum Wissen und können so die Schüler besser ,mitnehmen’.“ Auf diese Weise hat sich Caspar Jung selbst zum Experten gemacht, der nicht nur weiß, wie die Vogelarten aussehen, sondern sie auch nach ihren Stimmen auseinanderhalten kann. Regelmäßig tauscht er sich mit anderen Ornithologen aus und ist im Naturschutzbund NABU aktiv. Als Hobby gibt der 15-Jährige an, sich gern in der Natur aufzuhalten und mit den Eltern Wanderungen zu unternehmen. (mmn)