Kabarett16-jähriger Meckenheimer überzeugt im Bonner Pantheon

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Bonn – „Heute Abend darf ich ausnahmsweise bis 22 Uhr raus“, erklärt der 16-jährige Bernard Paschke trocken seinem Publikum im Pantheon: „Schließlich ist ja heute die Premiere meines ersten Kabarettprogramms.“ Und bei der schien das Bühnen-Wunderkind – erst im August hatte er sein drittes Theaterstück „Ich weiß…was du im Sommer 2037 tun wirst“ im Contra-Kreis-Theater uraufgeführt – alles andere als nervös.

Eloquent, witzig und spritzig absolvierte der junge Meckenheimer sein Kabarettdebüt „Ein bunter Pott Püree“ und brachte abermals das Auditorium zum Staunen. Dabei zog sich das Thema seines noch jungen Alters wie ein roter Faden durch sein komödiantisches Erstlingswerk, was ihm niemand verübeln mag, denn es ist ja schon mehr als erstaunlich, wenn ein junger Mensch schon in solch einem frühen Lebensalter diese Fülle an Kreativität und interessanten Gedanken aufweist.

Natürlich tauchte auch der ein oder andere Kalauer in Paschkes „Pot Püree“ auf, aber überwiegend setzte der Absolvent des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums auf gehaltvolle Gags, die so manchen Bühnenkollegen wohl vor Neid erblassen ließen. Denn stundenlange Beschreibungen von durchzechten Partynächten, hohle Scherze aus dem Reich der Schlüpfrigkeit oder hirnlose Albernheiten, um auf Teufel komm raus sein Programm zu füllen, sucht der Zuschauer bei dem schöpferischen Bühnentalent vergeblich.

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Stattdessen verleiht Paschke seiner Generation eine Stimme, zieht gegen die Umweltverschmutzung zu Felde und betrachtet selbstkritisch die Digital Natives. So demonstrierte er exemplarisch an einem herrlich ironischen Tagebucheintrag, wie sich sein Hauptdarsteller vor lauter Technik in der virtuellen Welt verliert und lieber mit seiner Sprachsoftware Siri, Alexa und Cortana plaudert als mit seiner eigenen Freundin. Der oscarprämierte Science-Fiction-Kinofilm „Her“ lässt grüßen!

Einladung zum politischen Aschermittwoch

Doch auch auf dem politischen Parkett weiß sich der neue Stern am Brettl-Himmel aus Meckenheim perfekt zu bewegen, was die verbalen Spitzen gegen US-Präsident Donald Trump („Bei der Frisur muss es sich um Resthirn handeln, das gerade ausflockt.“) oder die Nachstellung der Flüchtlingskrise beim Kindergeburtstag mit Schlauchbooten auf dem Rhein beweisen.

Man darf gespannt sein, welchen Coup sich Bernard Paschke nach dieser gelungenen Premiere das nächste Mal ausdenken wird. Immerhin folgt bereits der nächste Ritterschlag: Die Pantheon-Leitung war von dem Auftritt des jungen Meckenheimers derart überzeugt, dass sie ihn für den top-besetzten politischen Aschermittwoch des Pantheon am 14. Februar 2018 eingeladen hat. Chapeau!

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