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UrsachensucheLöste E-Akku das Feuer in der Abfallverwertungsanlage in Swisttal aus?

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Zahlreiche Feuerwehren mehrerer Kommunen waren bei dem Brand in Swisttal im Einsatz.

Zahlreiche Feuerwehren mehrerer Kommunen waren bei dem Brand in Swisttal im Einsatz.

Geschäftsführer Christian Hündgen beklagt die falsche Entsorgung von Lithium-Ionen-Akkus im gelben Sack. Denn die führten schon oft zu Bränden.

Das Feuer auf dem Gelände der Abfallverwertungsfirma Hündgen in Swisttal ist gelöscht, rund 200 Tonnen Kunststoffabfall sind in der Nacht auf Donnerstag in Flammen aufgegangen.

Für die Swisttaler Feuerwehr war es ein anstrengender Einsatz. „Ich konnte mich am Nachmittag mal für zwei Stunden hinlegen“, berichtet Pressesprecher Karsten Windolph. Er wohnt in Ollheim und war direkt an die Einsatzstelle gefahren. Als einer der ersten vor Ort blickte er in ein Flammenmeer und forderte in Absprache mit der Einsatzleitung Verstärkung an. „Wenn es in einer Halle brennt, kommt da zunächst nur Rauch aus den Toren. Hier aber brannte es auf einer Freifläche, das führte zu dieser enormen Flammenbildung und Rauchentwicklung.“

Vierter Brand in der Müllverbrennungsanlage von Swisttal

Es war der vierte Brand dieser Größe innerhalb von drei Jahren. Im August 2023 brannten 200 Kubikmeter Müll in einer Lagerhalle, ebenso im Mai 2025. Vier Tage dauerte es damals, bis die brennende Halle gelöscht war, der Schaden ging in die Millionen. Nur sieben Wochen später, im Juli 2025, folgte ein weiterer Großbrand, auch damals brannte eine Halle nieder. „Dass der Müll diesmal im Freien lag, macht den Einsatz nicht einfacher oder schwieriger. Uns können zwar keine Hallenteile auf den Kopf fallen, eine Herausforderung ist so ein Feuer dennoch“, sagt Windolph.

Erst gegen 14 Uhr am Donnerstag sei der Einsatz beendet gewesen, die Nina-Warnung erst kurz zuvor zurückgenommen worden. Die Feuerwehr lerne aus jedem Großeinsatz bei Hündgen. „Wir analysieren unsere Erfahrung und schreiben sie in einer Einsatztaktik nieder. Die hat mittlerweile sechs Seiten. Wir können unsere Einsatzkräfte besser koordinieren, jede Einheit weiß, welchen Hydranten sie anfahren muss, damit sie nicht doppelt dort auftauchen“, schildert Windolph.

Auf dem Hündgen-Gelände geht inzwischen der normale Betrieb weiter. Denn so groß das Feuer auch war, so gering ist der Schaden an der Infrastruktur. „Wir liegen im Bereich von etwas mehr als 10.000 Euro, dafür bemühen wir die Versicherung nicht – denn sonst steigen unsere Beiträge oder die Selbstbeteiligung“, sagt Geschäftsführer Christian Hündgen im Gespräch mit dieser Zeitung. Bei dem Millionenschaden nach dem Brand im Mai 2025 habe die Versicherung den Schaden beglichen, nachdem die Brandermittler der Polizei einen Akku als Ursache habe ausmachen können.

Hündgen verwertet in Ollheim vor allem Müll aus Privathaushalten und hat sich auf gelbe Säcke spezialisiert. „Wir verarbeiten den Plastikmüll von vier Millionen Menschen, das sind fünf Prozent Marktanteil in Deutschland“, sagt Hündgen. Der Abfall werde vollautomatisch sortiert und verarbeitet, nur an wenigen Stellen erfolgten Nachkontrollen von Hand. So werden auch Akkus aussortiert, wie alles andere, was nicht in den gelben Sack gehört. „Die Geräte liefern aber keine hundertprozentige Sicherheit. Deswegen haben wir bundesweit das Problem, dass Müllwagen oder Verwertungsbetriebe brennen.“

Geschäftsführer Christian Hündgen fordert Maßnahmen der Politik

Am Tag des Großfeuers in Swisttal brannte es auch auf einem Schrottplatz in Salzgitter, die Rauchsäule in Niedersachsen war ähnlich groß wie im Bonner Westen. „Die verarbeiten dort Weißblechabfälle, die bei Unternehmen wie unserem anfallen. Genauso sind Stahl- oder Zementwerke betroffen, die ihre Energie durch die Verbrennung von Sekundärabfällen gewinnen, statt Kohle und Gas zu verwenden. Die Stoffe aus den Akkus stellen die Industrie vor Probleme.“

Der Geschäftsführer tritt Klagen entgegen, das Unternehmen tue nicht genug, um Brände zu vermeiden. Das Problem seien die falsch entsorgten Elektroartikel. „Im gelben Sack landet ja noch mehr, was da nicht rein gehört. Wenn dann aber der Akku mit Joghurtresten verschmiert ist, ist das Sondermüll und muss separat entsorgt werden.“ Auch Elektroartikel müssten getrennt entsorgt werden.

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Hündgen fordert Maßnahmen durch die Politik, um Fehlwürfe zu verringern. „Ich begrüße es, dass das Bundesumweltministerium jetzt auf den Weg gebracht hat, über das Kreislaufwirtschaftsgesetz Verbote zu ermöglichen. Wir brauchen jetzt keine runden Tische mehr, es müssen konkrete Maßnahmen folgen.“ Denkbar seien aus seiner Sicht ein Pfand auf Elektroartikel mit Akku oder eine haushaltsnahe Erfassung. „Oder die Leute zahlen in einen Fonds ein, aus dem Abfallbetriebe entschädigt werden. Denn mit jedem Feuer steigen die Kosten: Wenn die Versicherungssumme erhöht wird, wirkt sich das auf die Preise für Verbraucher oder die kommunalen Müllgebühren aus“, warnt er. Bis zum nächsten Brand auf seinem Firmengelände sei es nur eine Frage der Zeit, glaubt Hündgen. „Es muss sich was ändern in Deutschland.“

Lithium-Ionen-Akkus können Feuer fangen, wenn sie in einer Müllpresse gequetscht werden

Die genaue Brandursache ist noch unklar. Vieles spricht aber für einen fälschlich entsorgten Lithium-Ionen-Akku. Diese können, wenn sie in einer Müllpresse zusammengequetscht werden, Feuer fangen. In der Vergangenheit waren die Geräte Auslöser für verheerende Brände, wie auch bei der Rhein-Sieg-Abfallgesellschaft (RSAG), die im rechtsrheinischen Kreisgebiet Müll verwertet. Im August vergangenen Jahres war ein Papierlager betroffen, genau einen Monat später brannte der Inhalt der Sperrmüllhalle. Die Ursache auch hier wohl ein Lithium-Ionen-Akku.