Mit dem BSV Kall und Smash Voreifel treten zwei Teams aus dem Kreis Euskirchen in der Badminton-Landesliga an.
Saisonstart im BadmintonWarum Smash Voreifel ein Frauen-Handicap hat

TV oder BSV? Hauptsache Landesliga: So lautet das Motto in Kall.
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BADMINTON Landesliga Süd 2: Gleich zwei Teams aus dem Kreis Euskirchen treten in der Saison 2026/27 in der Badminton-Landesliga an. Eines ist aber zu mehr als der Hälfte im Rhein-Sieg-Kreis verortet, und das andere hat einen neuen Namen.
BSV Kall
Nach der Abspaltung vom TV Kall gründete die Badminton-Abteilung den BSV Kall, der – anders als in anderen Sportarten üblich – den Startplatz des Turnvereins übernehmen durfte und in der Landesliga antritt. Und der BSV ist gut angelaufen, auch wenn es laut der Vorsitzenden Iris Schröder eine „Ochsenarbeit“ war.
Sechs Teams stellt der Verein in der Premieren-Saison, darunter zwei im Jugendbereich sowie eine Mannschaft, die in der Hobbyliga antritt. „Der Hobbybereich ist bei uns sehr groß“, erklärt Schröder, die selbst dort im Kader steht. Die Teams im Jugendbereich seien dem Seniorenspielbetrieb angepasst und entsprechend vergrößert worden. „Und bei den Senioren sind wir gut versorgt“, so Schröder.
Prunkstück ist der Landesliga-Kader, bestehend aus den fünf Männern Andreano Boris, Finn Koller, Niklas Thelen, Philip Eiserfey und Marcel Isenbügel sowie den beiden Frauen Faye Wollenweber und Nela-Sophie Wozny. „Und die nächsten stehen schon bereit“, freut sich Schröder, die entspannt in die Saison geht. Als Ziel hat man den Klassenerhalt ausgegeben. „Wir wollen einen soften Einstieg.“
Der Rest muss das dann mal wuppen.
Personell hat sich nicht viel getan. Daniel Kranich hat mit dem Badminton vorerst aufgehört und will sich laut Iris Schröder mehr dem Laufsport widmen. „Er hinterlässt eine Lücke“, so die Verantwortliche. Diese soll Philip Eiserfey, der von der SG Smash Voreifel gekommen ist, ausfüllen. Wichtigster Spieler ist nach wie vor der polnische Staatsbürger Andreano Boris, der aber nicht immer zur Verfügung stehen wird, da er in den Niederlanden lebt und auch dort Badminton spielt. „Der Rest muss das dann mal wuppen“, so Schröder lapidar.
Die Vorbereitung war nicht einfach, das gilt aber generell für Hallensport. „Es war ein zäher Sommer“, sagt Schröder. Durch die Hitze habe man gelitten. „Es war hart an der Grenze, gerade für Ü70-Sportler in unserem Verein.“ Zwei Wochen habe man zwischen den Spielzeiten pausiert, danach wurde in den Hallen in der Grundschule und im Berufskolleg trainiert. „Hut ab, trotz der hohen Temperaturen waren viele am Start. Auch unser Camp war sehr gut besucht“, so Schröder.
Schröder hofft, dass nun Ruhe in den Verein einkehrt, hält die Abspaltung vom TV Kall aber immer noch für richtig und ist froh darüber. Dem Turnverein haben die Badmintonspieler aber viel zu verdanken, denn „dort haben wir uns alle kennengelernt“. Der BSV sei auf einem guten Weg – und hat ein paar Tage mehr zur Vorbereitung, denn das erste Saisonspiel ist erst am Freitag, 18. September, bei der SG Eilendorf-Walheim. Das erste Heimspiel findet am 26. September gegen den BV Aachen II statt.
SG Smash Voreifel
In ihre dritte Saison geht die Spielgemeinschaft Smash Voreifel, bestehend aus den Vereinen SSV Heimerzheim und TSC Euskirchen. Allerdings, so betont es Sigrid Kücken, die vom ETSC in die SG ging, bestehe diese mittlerweile vorwiegend aus Heimerzheimer Kräften. Neben ihr ist noch Daniel Sorgatz ein früherer Euskirchener, genau wie die zweite Frau, Christiane Motzka. Diese wird zwar noch im Kader gelistet, werde aber nur noch sporadisch spielen.
Für den Landesliga-Aufsteiger hat das Fehlen einer zweiten Frau dann auch Konsequenzen: Das Damendoppel eines jeden Spieltags muss die SG kampflos abgeben. Versuche, eine feste zweite Frau neben Sigrid Kücken zu engagieren, seien trotz einiger Anfragen gescheitert.

Im März machte die SG Smash Voreifel den Aufstieg in die Landesliga perfekt. Am Kader hat sich wenig verändert.
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Die genaue Leistungsfähigkeit der Mannschaft sei schwer einzuschätzen, als Aufsteiger sei der Klassenerhalt das oberste Ziel. Das Vorbereitungsturnier lief laut Kücken gut. Aber der Saisonauftakt wird noch ein wenig holprig laufen. Denn beim ersten Spiel am Sonntag, 13. September, 10 Uhr, in der Ohm-Mirgel-Halle in Euskirchen gegen die SG Eurode Eschweiler wird die Nummer zwei bei den Männern, Julius Klodt, fehlen. Danach reist Sigrid Kücken zur Senioren-Europameisterschaft nach Sardinien, weshalb Voreifel zwei Spiele verlegen muss – laut Kücken auch die Partie in Kall am 19. September, die im Spielplan aber noch aufgeführt wird. „Die Saison startet für uns erst richtig, wenn ich aus Sardinien zurück bin“, so die Spielerin.
Dass die SG in die Landesliga aufsteigen würde, sei Kücken schon vor der Saison 2025/26 klar gewesen. Hätte sie sich nicht verletzt, sei ein Aufstieg auch schon in der Vorsaison wahrscheinlich gewesen. Ohne zweite Frau habe man auch über einen Verzicht gesprochen, aber „Jonathan und Julius wollen Landesliga spielen. Für mich wird es eine Herausforderung, denn ich konzentriere mich auf die Altersklasse“, formuliert es Kücken.
Während Philip Eiserfey den Weg zum BSV Kall eingeschlagen hat, kam mit Marco Weise aus Merten Ersatz. Der Kader besteht also aus Jonathan Uth, Julius Klodt, Marco Weise und Daniel Sorgatz sowie Sigrid Kücken und Christiane Motzka. „Anders als in den Ballungsgebieten hat man im ländlichen Raum Probleme, Leute zu kriegen“, sagt Kücken. Es ist dasselbe Phänomen, das auch andere Sportarten spüren: Wenn Nachwuchskräfte mit dem Studium beginnen, wechseln sie oft in einen der zahlreichen Vereine in Köln oder Aachen oder wo sie sonst studieren.
Um schon die jüngsten Spieler zu begeistern, versucht der SSV Heimerzheim in den Grundschulen in Rheinbach das Badmintonfieber zu wecken. „Aber das Interesse fehlt meist“, stellt Sigrid Kücken bedauernd fest.
