Die Frauenteams von Zülpich und Füssenich-Geich spielen in der Landesliga, Kommern und Wißkirchen tretem in der Bezirksliga an.
Frauen-FußballDer VfL Kommern bekommt endlich sein Lokalderby

Will um den Aufstieg spielen: der TuS Zülpich.
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Acht Frauenteams vertreten den Fußballkreis Euskirchen 2026/27. Die Meisterschaft beginnt am 13. September. Bereits am gestrigen Mittwoch war Zülpich im Mittelrheinpokal-Playoff beim TuS Immekeppel (Kreisliga Berg) gefragt. Die Derbys in der Landesliga sind am 11. Oktober in Zülpich und am 25. April in Füssenich, in der Bezirksliga am 29. November in Wißkirchen und am 23. Mai in Kommern.
Landesliga: TuS Zülpich
Das vom damaligen Trainer Christof Hilgers vor Beginn der vergangenen Saison formulierte Ziel, „möglichst schnell viele Punkte zu holen und einen gesunden Platz im Mittelfeld zu erreichen“, hat die Mannschaft in ihrer ersten Landesligasaison nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Lange mischte sie im oberen Tabellendrittel mit. Zur Winterpause belegte Zülpich Rang drei, am Ende stand ein hervorragender fünfter Tabellenplatz.
In die Saison startet die Mannschaft mit einem neuen, zugleich aber altbekannten Gesicht an der Seitenlinie: Robin Metternich kennt das Team aus Oleftal-Zeiten. Vier Jahre war er Co-Trainer neben Hilgers. Jetzt hat er den Posten des Cheftrainers übernommen. „Es macht unfassbar Spaß mit den Mädels“, so Metternich, der fünf Jahre zwischen den Pfosten des TuS Zülpich stand und mit den Strukturen des Vereins bestens vertraut ist.
Der Kader gewinnt durch vielversprechende Neuzugänge noch einmal an Qualität. Folgerichtig ist das Saisonziel, das der 32-Jährige ausgibt, ambitioniert: „Ein Platz unter den Top drei ist das Ziel. Grundsätzlich wollen wir aufsteigen.“ Noch wichtiger sind ihm jedoch die Entwicklung der Mannschaft, taktische Fortschritte und attraktiver Fußball: „Die Mädels ziehen wunderbar mit, die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung ist überragend“, schwärmt der Zülpich-Coach.
Ein Platz unter den Top drei ist das Ziel. Grundsätzlich wollen wir aufsteigen.
Vier Neuzugängen stehen vier Abgänge gegenüber. Nach einjährigem Gastspiel beim Mittelrheinligisten SV Merl kehrt mit Julia Kurth die Torschützenkönigin der Bezirksligasaison 2024/25 zurück. Die variabel einsetzbare Angreiferin erzielte damals 26 Treffer und ist aus Metternichs Sicht „ein Riesengewinn“. Ebenfalls aus Merl kommt Mittelfeldspielerin Anne Dickmann. Mit der 20-jährigen Adriana Kinzig wechselt eine laut TuS-Coach sehr talentierte Zukunftsspielerin vom SC Wißkirchen in die Römerstadt. Matthäa Dorin wechselt von Blau-Weiß Köln.
Zum Saisonauftakt empfängt Zülpich den Mitaufsteiger 2024/25, SV Merken. „Nicht unbedingt mein Wunschgegner“, so Metternich. Merten und Berzdorf seien die einzigen Mannschaften in einer seinem Empfinden nach ausgeglichenen Liga, die er nicht kennt und deshalb nicht einschätzen kann. Als aussichtsreichste Kandidaten im Rennen um den Aufstieg benennt er Fortuna Köln II und den Bedburger BV.
Der Kader
Tor: Anna Lena Lohmann, Hannah Sander.
Abwehr: Carlotta Aldenkirchs, Julia Kurth, Jana May, Julia Scaramozza, Beate Simons, Julia Wiesen, Ronja Zalfen.
Mittelfeld: Lena Berend, Melina Born, Anne Dickmann, Matthäa Dorin, Christina Fischer, Jana Hermes, Adriana Kinzig, Fabienne Krüger, Julia Poth, Saskia Reder, Milena Ronig.
Angriff: Nele Blißenbach, Luca Marie Bruch, Rabea Bücker, Celine Hilgers, Sarah Krämer, Nadja Elke Lennartz, Katharina Pieck.
Trainer: Robin Metternich.
Co-Trainerin: Annett Krüger.
Torwart-Trainer: Daniel Arndt.
Sportliche Leiterin: Christina Fischer.
Landesliga: TB-SV Füssenich-Geich
Einen Haken setzen kann die Mannschaft der TB-SV Füssenich-Geich an das vor einem Jahr vom damaligen Sportlichen Leiter Axel Sendscheid formulierte Ziel Klassenerhalt: Trotz großer Verletzungssorgen beendete das Team die Saison auf Tabellenplatz acht.
Mit Saskia Schreiner, Jana Stark und Laura Pöhler zogen sich drei Stammspielerinnen einen Kreuzbandriss zu. Leistungsträgerin Marie Nolden musste mit einer hartnäckigen Leistenverletzung passen. „In den letzten sieben Spielen ging es nur noch darum, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen“, so Trainer Moritz Barber. Die mit Spannung erwarteten Stadtderbys gegen Zülpich verliefen ausgeglichen: Beide Mannschaften konnten jeweils ein Duell für sich entscheiden.

Mit Personalproblemen kämpft die TB-SV Füssenich-Geich.
Copyright: Celine Jeub/TB-SV Füssenich-Geich
Nun stapelt der TB-SV-Coach bewusst tief, Ziel ist der Klassenerhalt. Angesichts der Ausfälle gehe es zunächst darum, in der Hinrunde nicht den Anschluss zu verlieren. Die Hoffnung ruht auf einer Rückkehr zumindest einiger der Stammspielerinnen zur Rückrunde. Dass Torjägerin Laura Barber aufgrund von Knieproblemen zunächst wohl nur eingeschränkt einsatzfähig ist, verkompliziert die Situation.
Die Stimmung ist so gut wie selten.
Paradoxerweise habe all dies dem Zusammenhalt keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: „Die Stimmung ist so gut wie selten“, findet Barber. Eine offene Kommunikation über die schwierige Ausgangslage habe der Mannschaft den Druck genommen. Den Kreispokal, den die Mannschaft 2022 bis 2024 dreimal gewann, betrachte man eher als Bonus.
Mit nur 15 einsatzfähigen Spielerinnen startete die TB-SV in die Vorbereitung. Eine weitere Baustelle: die Torwartposition. Nach dem Wechsel von Michelle Leyendecker zum SC Bad Neuenahr II kehrt zwar Celine Jeub nach halbjähriger Pause zurück, eine zusätzliche Keeperin wird aber gesucht. „Ich habe seit Mai, glaube ich, 35 Mädels angeschrieben“, so Barber ernüchtert.
Zum Auftakt kommt Blau-Weiß Köln. „Einen leichten Gegner gibt es in unserer Situation nicht. Blau-Weiß hat sich gut verstärkt, wir haben uns schon in der vergangenen Saison gegen sie schwergetan“, sagt Barber, der den heimischen Rasenplatz als möglichen Vorteil sieht. Eine Woche später wartet Fortuna Köln II, neben Bedburg der zweite Aufstiegsfavorit des Trainers.
Der Kader
Tor: Celine Jeub.
Abwehr: Lisa Maria Drehsen, Sandra Pick, Laura Heike Pöhler, Jana Talisa Schmitz, Sina-Marie Sendscheid, Jana Stark, Lea Wiegmann, Jessica Zander.
Mittelfeld: Anna Bönsch, Anne Drehsen, Emma Drehsen, Carolin Drossé, Marie Nolden, Hannah Röttgen, Lara Theilmann.
Angriff: Laura Barber, Josephine Rosenkranz, Saskia Schreiner, Mona Theilmann.
Trainer: Moritz Barber.
Co-Trainer: Rudolf Eisfeld.
Bezirksliga: VfL Kommern
Es gibt Geschichten, die muss man einfach abhaken: Auf denkbar bittere Weise verpassten die Frauen des VfL Kommern am letzten Spieltag den Aufstieg in die Landesliga. Beim direkten Konkurrenten SC Selfkant kassierte die Elf von Trainer Sascha Wagner in der 94. Minute das 1:2 und verlor damit noch Platz eins. Besonders schmerzhaft: Am Ende entschied das Torverhältnis. Drei Rückrundenpartien wurden nach Nichtantritten der Gegner mit 2:0 für den VfL gewertet, letztlich fehlten nur fünf Treffer zum Aufstieg.
Doch wie seine junge Mannschaft den Rückschlag verarbeitet hat, beeindruckt Wagner. Noch enger sei das Team zusammengerückt. Am Abend des Dramas von Selfkant hätten Spielerinnen, Eltern und Anhänger bis in die Nacht zusammengesessen. Möglicherweise habe gerade dieser Zusammenhalt beim Verarbeiten geholfen.

Diesmal in der richtigen Staffel: der VfL Kommern.
Copyright: VfL Kommern
Maßgeblichen Anteil daran, den Last-Minute-Rückschlag zu verarbeiten, hatte nach Ansicht Wagners aber auch der Kreispokalsieg gegen den TuS Zülpich. Nur eine Woche nach dem verpassten Aufstieg setzte sich Kommern im Endspiel vor über 400 Zuschauern mit 2:1 durch und verteidigte den Titel.
Ich kann mich jetzt nicht hinstellen und sagen, wir wollen nicht aufsteigen.
Schweren Herzens muss Wagner zukünftig auf Helene Esser (Rückkehr zum SC Friesheim) und Helena Schorn (Freiwilliges Soziales Jahr) verzichten. Neuzugänge gibt es keine. Wagner setzt auf Kontinuität und die Integration eigener Nachwuchsspielerinnen, von denen bereits mehrere regelmäßig bei den Frauen mittrainieren. Aufgrund der Ferienzeit gestalte sich die Vorbereitung „etwas holprig“. Dennoch zeigt Wagner sich entspannt. Testspiele gegen die Landesligisten Füssenich-Geich (2:0) und SV Weiden (5:5) verliefen vielversprechend.
Nach einer Saison, in der seine Mannschaft „bis zur 94. Minute des letzten Spieltags in die Landesliga aufgestiegen“ war, formuliert der VfL-Coach seine Ambitionen in der „ausgeglichenen Bezirksliga-Staffel 2“ selbstbewusst: „Ich kann mich jetzt nicht hinstellen und sagen, wir wollen nicht aufsteigen.“ Gleichzeitig weiß er, dass in einer langen Saison viele Faktoren eine Rolle spielen können. Schwer kalkulierbar seien auch die Kölner Zweitvertretungen wie die DJK Südwest II, Auftaktgegner des VfL am 13. September, da dort die Kader von Spiel zu Spiel stark variieren können.
Der Kader
Tor: Enya Bartsch, Mona Hinz, Nike Zander.
Abwehr: Lea Brehm, Hannah Crombach, Esther Hutflies, Julia Kröll, Alina Langen, Nele Schommer.
Mittelfeld: Maja Eichel, Johanna Heinrichs, Annika Lingscheid, Annalena Miehseler, Stefanie Möseler, Lena Schmitz, Laurie Simon, Nele Wagner, Lisann Wassong.
Angriff: Hanna Frauenkron, Pia Lorbach, Jana Opgenorth, Ina Schneiders.
Trainer: Sascha Wagner.
Co-Trainer: Stefan Zredalek.
Torwart-Trainer: Tobias Pohl.
Bezirksliga: SC Wißkirchen
Und jährlich grüßt das Murmeltier: Zum dritten Mal in Folge mussten die Bezirksliga-Fußballerinnen bis zum Saisonende um den Ligaverbleib zittern. Das Ziel des Trainers Horst Bartz, frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, verfehlte der SC und sicherte sich erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt.
In die bevorstehende Saison startet Wißkirchen mit einem neuen Gesicht an der Seitenlinie: Mit Denise Blumenroth übernimmt erstmals eine Frau das Traineramt. Und das in der Doppelrolle als Spielertrainerin. Die 39-jährige B+-Lizenzinhaberin lief als Spielerin auch in der Regionalliga auf und war zuvor unter anderem als Trainerin in der U17-Bundesliga und U17-Regionalliga des SC Bad Neuenahr tätig. Zudem arbeitet sie als Auswahltrainerin und war zuletzt beim Mittelrheinligisten Rot-Weiß Merl aktiv. „Eigentlich komme ich aus dem leistungsorientierten Nachwuchsfußball“, berichtet Blumenroth und schmunzelt: „Um den Trainerposten beim SC habe ich mich nicht gerissen, aber es hat sich keine andere Lösung gefunden, und für mich ist es ein bisschen eine Herzensangelegenheit.“

Der Klassenerhalt ist wieder das Ziel in Wißkirchen.
Copyright: SC Wißkirchen
„Wir fänden es schön, den Klassenerhalt schon vier oder fünf Spieltage vor Saisonende einzutüten“, fasst Blumenroth das Saisonziel zusammen. Die ersten Schwerpunkte setzte sie bereits vor der Sommerpause. Koordination, Kondition und technische Grundlagen standen im Mittelpunkt. Schrittweise soll sich auch die Spielweise verändern. Statt den Ball unter Druck wegzuschlagen, setzt Blumenroth auf Ruhe, Kontrolle und Ballbesitz. Die bewusst gegen leichtere oder gleichwertige Gegner angesetzten Testspiele sollten der Mannschaft Sicherheit und positive Erlebnisse vermitteln. Erste Fortschritte ließen sich bereits erkennen.
Um den Trainerposten beim SC habe ich mich nicht gerissen, aber es hat sich keine andere Lösung gefunden, und für mich ist es ein bisschen eine Herzensangelegenheit.
Bis auf Adriana Kinzig, die den Verein in Richtung TuS Zülpich verlassen hat, ist der Kader zusammengeblieben. Neu zum Aufgebot gehören Nurselen Sanczak, Denise Pohl, Maike Pelzer, Kim Gärtner und Vanessa Blumenroth. Besonders freut sich die Spielertrainerin über die Rückkehr von Sarah Hilger, die nach ihrer Babypause wieder zur Verfügung steht und dem Mittelfeld zusätzliche Qualität geben soll.
Als besonders stark schätzt Blumenroth den VfL Kommern und die DJK Südwest ein. Zum Saisonauftakt am 13. September wartet mit RW Lessenich ein Gegner, der in der vergangenen Spielzeit nur knapp vor dem SC lag. „Auf das Spiel freue ich mich, denn im Rückspiel der vergangenen Saison habe ich zum 2:2-Ausgleich getroffen“, erinnert sich Blumenroth.
Der Kader
Tor: Julia Brock, Ricarda Reinartz.
Abwehr: Vanessa Blumenroth, Manuela Brajkovic, Theresia Brenner, Kim Gärtner, Alina Illgner, Maja Lehnen, Kim Sinning, Meike Voosen.
Mittelfeld: Merle Ahrens, Denise Blumenroth, Luna Bongard, Lea Breuer, Maike Franzen, Sarah Hilger, Nele Nissen, Maike Pelzer, Denise Pohl.
Angriff: Eileen Dünker, Jana Hilger, Caroline Himberg, Nurselen Sancak.
Spielertrainerin: Denise Blumenroth.
Torwart-Trainer: Michael Liebertz.
Die Kreisliga A
Aus der Kreisliga A Rhein-Erft wird die Kreisliga A Euskirchen, obwohl es nur vier Teams aus dem hiesigen Fußballkreis gibt und die restlichen acht Vereine zur Region Rhein-Erft gehören.
Am Sonntag, 13. September, startet die Saison für die vier Kreis-Vereine Mutscheid (bei Efferen II), Kommern II (gegen Bergheim II), Hellenthal (bei Efferen) und die Rückkehrer Nöthen-Pesch-Harzheim (bei Berrenrath). (ets)
