Stürmerin Julia Kurth hatte mit ihren Toren maßgeblichen Anteil am Aufstieg des TuS Zülpich in die Landesliga.
Sportlerwahl 2025Das Herz von Julia Kurth gehört Erfthöhen, die Tore schoss sie für Zülpich

Nominiert für die Sportlerwahl 2025 ist Julia Kurth, die bis Sommer beim TuS Zülpich gespielt hat.
Copyright: Lukas Brüggen/TuS Zülpich
Das Schokobrötchen in der Trainingstasche, die strikte Einhaltung der Reihenfolge beim Anziehen von Socken, Stutzen und Fußballschuhen – Rituale, über die Julia Kurth lachend berichtet. Ihren Werdegang prägen große Fußballmomente. Inspiriert von der Heim-WM 2006 und ausgestattet mit einem Bastian-Schweinsteiger-Trikot sprang der Fußball-Funke auf die gebürtige Zingsheimerin über. Die Schulpausen verbrachte sie als Sechsjährige mit den Jungs beim Kicken. Ein Verein war schnell gefunden: die SG Erfthöhen.
Mit neun Jahren wechselte sie von den Jungs zu den Mädchen. „Mit zwölf stand ich mit 17-Jährigen auf dem Platz. Das hat mich enorm weitergebracht,“ erzählt die 26-Jährige. Angebote großer Vereine hielten ihre Eltern zunächst von ihr fern: Spaß am Fußball und die Schule sollten Vorrang haben.
Mit 15 Jahren geht Julia Kurth den Schritt zu Fortuna Köln
Doch der Ehrgeiz der talentierten Kickerin war geweckt, mit 15 ging sie den nächsten Schritt: erst Fortuna Köln, dann Bayer Leverkusen. Drei Jahre spielte sie in der Werkself: „Ich hätte nie gedacht, dass ich da mal stehe. Und dann trainierst du mit Isabel Kerschowski. Da musste ich mich zweimal kneifen“, blickt Kurth zurück.
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Doch Corona bremste sie aus. Kurth wechselte in die Mittelrheinliga zum SC West Köln, dann in die Regionalliga nach Mönchengladbach. In diese Zeit fielen Ausbildung, Studium, Job – der Fußball rückte in den Hintergrund, gesundheitliche Themen belasteten sie. „Mir hat der Spaß gefehlt“, musste die Wahl-Euskirchenerin sich eingestehen.
Mit 26 Treffern maßgeblich zum Aufstieg des TuS Zülpich beigetragen
Die Leichtigkeit kehrte beim Kreisligisten TuS Zülpich zurück, zu dem sie in der Saison 2023/24 wechselte. Mit offenen Armen, schwärmt die flexibel einsetzbare Kickerin, sei sie von der Mannschaft empfangen worden. In Zülpich sei es ihr möglich gewesen, „Fußball ohne krassen Druck“ zu spielen. Als Torschützenkönigin (26 Treffer) in der Saison 2024/25 trug sie maßgeblich zum Landesligaaufstieg bei.
Doch dann: der Abschied aus Zülpich. Monatelang habe sie mit sich gehadert. Doch ihr Ehrgeiz siegte. Zur aktuellen Saison wechselte Kurth zum Mittelrheinligisten Merl. Wichtig sei für sie gewesen, dass Zülpich zu diesem Zeitpunkt bereits Neuzugänge verzeichnet hatte. Abschied nehmen musste sie auch von ihrem Herzensverein Erfthöhen, dessen Frauenmannschaft sich im Sommer aufgelöst hatte. Eigentlich sei es ihr Wunsch gewesen, dort ihre Karriere zu beenden, erzählt Kurth wehmütig.
Die Fußballerin überzeugt durch hohe Spielintelligenz, starke Technik, Flexibilität und großen Ehrgeiz. Nahezu jede Position kann sie spielen, bringt Ruhe in den Aufbau und zeigt Verantwortung in entscheidenden Momenten. Dass sie dabei oft zu selbstkritisch ist, verschweigt sie nicht. Daran arbeitet sie. Ihre Ziele: „Verletzungsfrei bleiben, mannschaftsdienlich spielen – und vielleicht irgendwann im DFB-Pokal auflaufen.“
Kurth lebt für den Sport. Laufen, Fitness, Schwimmen: „Eigentlich hat die Woche zu wenig Tage“, erzählt die Gesundheitsmanagerin mit Masterabschluss lachend.

