Die passende Strecke für jede Gelegenheit: Diese fünf Laufrouten empfiehlt Markus Mey aus Morsbach, der am Wochenende in Monschau gewann.
Wo laufen Sie denn?Markus Mey zählt seine Lieblingsstrecken in der Eifel auf

Ein weiteres Highlight für Markus Mey ist der Monschau-Marathon, der ebenfalls sehenswerte Abschnitte aufweist.
Copyright: sportograf.com/Markus Mey
Laufen boomt. Immer mehr Menschen schnüren regelmäßig die Laufschuhe, das zeigt nicht nur ein Blick auf die Teilnehmerzahlen bei Laufveranstaltungen. Lauftreffs, in Neudeutsch „Run Clubs“, schießen in vielen Städten wie Pilze aus dem Boden und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Gelaufen wird heute längst nicht mehr nur allein gegen die Uhr. Ob die Feierabendrunde mit Freunden, die lange Trainingsrunde am Wochenende, der Firmenlauf oder das Schnüren der Laufschuhe für den guten Zweck wie bei der Winterlaufserie: Laufen ist zu einem sozialen Erlebnis geworden. Dabei zieht es besonders im Kreis Euskirchen viele Menschen nicht auf das Laufband im Fitnessstudio oder auf die Tartanbahn, sondern hinaus in die Natur.
Wälder, Feldwege, Anstiege und beeindruckende Ausblicke: Kaum eine Region verbindet sportliche Herausforderung und Naturerlebnis so eindrucksvoll wie die Eifel. Doch welche Strecken empfehlen diejenigen, die die Gegend am besten kennen? Genau das wollen wir in der unregelmäßig erscheinenden Serie „Wo laufen Sie denn?“ herausfinden. In dieser Reihe verraten Läufer und Läuferinnen aus dem Kreis Euskirchen ihre Lieblingsstrecken.
Den Anfang macht Markus Mey, denn wenn jemand die Laufstrecken der Eifel kennt, dann der 55-jährige Morsbacher. Seit Jahren zählt er zu den erfolgreichsten Ausdauersportlern der Region. Zahlreiche deutsche Meistertitel auf unterschiedlichen Distanzen und der Weltmeistertitel im Berglauf zeugen von seiner Vielseitigkeit und seiner Klasse. Erst am Wochenende gewann Mey beim Monschau-Marathon den 56-Kilometer-Lauf in 4:18 Stunden.
Wo trainiert Markus Mey am liebsten und warum?
Das Lieblingstrainingsrevier des 55-Jährigen liegt direkt vor seiner Haustür: Nur wenige Hundert Meter von seinem Wohnort Morsbach entfernt, einem auf knapp 600 Meter Höhe gelegenen Ortsteil der Stadt Schleiden, befindet sich das Dreiborner Hochplateau, das bis zum Jahr 2006 militärisches Sperrgebiet war, bevor es in den Nationalpark Eifel integriert und danach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
„Ich laufe am liebsten in diesem Wegenetz, das sich über mehr als 50 Kilometer erstreckt“, sagt Mey und schwärmt: „Von dem Plateau aus kann man in alle Richtungen schauen: nach Wolfgarten, auf die ehemalige Ordensburg Vogelsang und bei gutem Wetter bis nach Belgien. Man fühlt sich dort ein bisschen erhaben über alles.“
Von dem Plateau aus kann man in alle Richtungen schauen: nach Wolfgarten, auf die ehemalige Ordensburg Vogelsang und bei gutem Wetter bis nach Belgien. Man fühlt sich dort ein bisschen erhaben über alles.
Die Wege dürfen aufgrund möglicher Munitionsreste sowie aus Naturschutzgründen nicht verlassen werden. Rund 80 Prozent seiner kürzeren Trainingseinheiten absolviert Mey auf der Dreiborner Hochfläche. Zahlreiche Anstiege, die jedoch eher wellenförmig verlaufen und selten länger als 200 Meter sind, bieten dem Allrounder perfekte Trainingsbedingungen.
„Da ich weder auf der Bahn trainiere noch klassische Intervalle laufe, bieten sich hier Fahrtspiele an. Ich laufe die Anstiege etwas schneller hoch und nehme bergab wieder Tempo heraus. So entsteht automatisch eine Wechselbelastung“, erklärt Mey.
Welche Strecke eignet sich besonders gut für Laufeinsteiger?
Für Laufeinsteiger empfiehlt Markus Mey die Strecke zwischen Gemünd und der Victor-Neels-Brücke. Die Route verläuft nahezu ohne Steigungen und wird deshalb auch von vielen Anfängern genutzt, so der erfahrene Läufer. „Wer den Weg hin und zurück läuft, kommt auf etwa zehn Kilometer. Die Strecke ist komplett flach“, weiß der Morsbacher.
Wer die Belastung steigern, die Laufrunde verlängern und mit einem Sightseeing-Ausflug verbinden möchte, kann über die Victor-Neels-Brücke den Anstieg nach Vogelsang in Angriff nehmen. Die rund 125 Meter lange Hängebrücke verbindet den Uferweg mit dem höher gelegenen Gelände des ehemaligen NS-Areals. Zwar sind einige zusätzliche Höhenmeter zu bewältigen, für die Anstrengung wird der Läufer aber mit eindrucksvollen Ausblicken über den Urftsee und den Nationalpark Eifel belohnt.
Welche Strecke ist Markus Meys Tipp für alle, die eine sportliche Herausforderung suchen?
Wer eine sportliche Herausforderung und zugleich die Schönheit der Natur sucht, dem legt Markus Mey den Schöpfungspfad bei Hirschrott/Erkensruhr ans Herz. Als Ausgangspunkt für die Tour bietet sich der Parkplatz Finkenauel im Simmerather Ortsteil Erkensruhr an. Von dort aus sind es 1,3 Kilometer zum Einstieg in den Schöpfungspfad.
Der rund drei Kilometer lange verschlungene Pfad, der auch zum Rundweg erweitert werden kann, verlangt dem Läufer sowohl konditionell als auch technisch einiges ab. „Vom Untergrund her ist die Strecke sehr anspruchsvoll. Sie geht kontinuierlich bergauf und macht Trailschuhe erforderlich“, sagt Mey. Als besonders reizvoll empfinde er die abwechslungsreiche Landschaft. Der schmale Weg führe durch dunkle Fichtenbestände und alte Buchenwälder, vorbei an moosbewachsenen Felsvorsprüngen. Unterwegs gelte es sogar, einen Bachlauf zu überqueren, so der Morsbacher.
Vom Untergrund her ist die Strecke sehr anspruchsvoll. Sie geht kontinuierlich bergauf und macht Trailschuhe erforderlich.
Für ihn gehört diese Strecke zu den schönsten Trailabschnitten der Region. „Solche Wege findet man sonst eher in den höheren Mittelgebirgen oder in Bayern. Für unsere Region ist das schon etwas Exotisches“, findet Mey.
Entlang des Weges laden zehn Tafeln mit kurzen biblischen und literarischen Texten zu kleinen Pausen ein. Wer möchte, kann für einen Moment innehalten und die besondere Atmosphäre des Weges auf sich wirken lassen. „Wenn man ein wenig dem Alltagsstress entfliehen möchte, passt das ganz gut“, sagt der 55-Jährige, der den Schöpfungspfad wegen seiner Mischung aus sportlicher Herausforderung und faszinierender Natur regelmäßig in längere Trainingseinheiten einbaut.
Welche Strecke bietet die schönsten Ausblicke und Naturerlebnisse?
Geht es um beeindruckende Ausblicke, führt für Markus Mey kaum ein Weg an der Urftstaumauer vorbei. Die Strecke zählt zu seinen Lieblingsrunden und steht regelmäßig gemeinsam mit Nora Schmitz, die seit Jahren zu den erfolgreichsten Läuferinnen der Region zählt, auf dem Trainingsplan. „Das ist eine unserer liebsten langen Runden, wenn wir für einen Marathon trainieren“, sagt Mey.
Bereits auf dem Weg zur Staumauer eröffnen sich den Läufern immer wieder reizvolle Ausblicke, unter anderem auf den Rursee. Auf der Urftstaumauer angekommen, bietet sich den Sportlern eine beeindruckende Perspektive, die den Morsbacher ins Schwärmen geraten lässt: „Von der Natur her ist das schon etwas Besonderes.“
Welche Strecke in der Eifel sollte jeder Läufer einmal gelaufen sein?
Wenn Markus Mey eine Strecke nennen müsste, die jeder Läufer in der Region einmal passiert haben sollte, wäre es die Urftstaumauer: „In welcher Form auch immer.“ Die Staumauer ist fester Bestandteil des Rursee-Marathons und zählt für Mey zu den schönsten Laufabschnitten der Region. Von der 266 Meter langen Staumauer bieten sich weite Ausblicke auf die Seenlandschaft des Nationalparks. „Wenn in Broschüren oder Magazinen für unseren Nationalpark geworben wird, werden oft genau diese Panoramabilder gezeigt“, erzählt Mey begeistert.
Wer die Passage über die Staumauer in einen längeren Trainingslauf einbauen möchte, könne zum Beispiel in Vogelsang starten. Von dort sind es je nach Streckenwahl rund fünf bis sieben anspruchsvolle Kilometer bis zur Staumauer. „Höhenmeter gehören in der Eifel fast immer dazu“, erzählt der Eifeler schmunzelnd.
Wenn in Broschüren oder Magazinen für unseren Nationalpark geworben wird, werden oft genau diese Panoramabilder gezeigt.
Dafür lassen sich Sport, Natur und Freizeit ideal miteinander verbinden. Vogelsang bietet nicht nur ausreichend Parkmöglichkeiten sowie einen Wohnmobil-Stellplatz, sondern auch Ausstellungen und Gastronomie. Das Schwimmbad, das in den 1930er-Jahren erbaut wurde, strahlt einen besonderen Retro-Charme aus und bietet den Besuchern durch die Fensterfront ebenfalls einen weiten Blick auf den Nationalpark. Gerade in den Sommermonaten treffe man dort auf viele Familien und Urlaubsgäste, berichtet Mey.
Ein weiterer Pluspunkt: An der Staumauer selbst gibt es eine Einkehrmöglichkeit. „Auf einem Long Run kann man dort etwas trinken und kurz Pause machen. Dann muss man, gerade jetzt in den Sommermonaten, nicht alles mitschleppen“, so Mey.
Eifel-Cup: Benoit Paques und Franziska Schneider gewinnen
Der Belgier Benoit Paques vom RFCL Liege Trakks ist beim Eifel-Cup in diesem Jahr nicht zu stoppen. Beim Eifel-Panorama-Lauf, dem 10-Kilometer-Wettbewerb im Rahmen des Monschau-Marathon-Wochenendes, war er wieder einmal nicht zu schlagen. Er gewann damit jeden der acht Läufe, an denen er teilgenommen hat. Mit einer Zeit von 35:34,6 Minuten verwies er Lesoly Mathieu (37:07,6) und Christian Springer vom BSV Tri Team (38:34,0) auf die Plätze.
Bei den Frauen gewann in Monschau Franziska Schneider von Selbstläufer Altenahr mit einer Zeit von 41:52,5 Minuten. Das bedeutete insgesamt den neunten Platz. Nach ihr kamen Nora Schmitz von Peters Sportteam (43:44,0) und Rebeccas Laszig (44:32,3) ins Ziel.
Beim Eifel-Cup-Wettbewerb Ende Juni in Steckenborn hatte es zum ersten Mal in dieser Saison einen anderen Sieger bei den Männern gegeben. Markus Seidenfaden (LC Euskirchen, 35:49 Minuten) gewann vor Marvin Amann (TV Roetgen, 38:05) und Oliver Baumert (LC Euskirchen, 39:45). Schnellste Frau war Nora Schmitz (Peters Sportteam, 42:41) vor Franziska Walbrül (TuS Kreuzweingarten-Rheder, 46:53) und Veronika Stockem (LG Aachen, 47:09).
In Monschau gab es über die Langdistanzen am Sonntag folgende Sieger: Den Marathon gewannen Gabriel Kusserow (LT Ennert, 2:37:25 Stunden) und Julia Schneider (3:40:25). Siegreich beim Ultra-56-Lauf waren Markus Mey (Milers Colonia, 4:18:57) und die Niederländerin Urdter Herrebout (4:45:19). Beim Ultra-70-Lauf stand Felix Weber von Tree-Athlete/Sporttrend Braunschweig mit einer Zeit von 4:48:36 Stunden oben auf dem Treppchen, genau wie Joanna Tallmann vom VfL Waldbreitbach (5:29:34). (ets)
