Der Eichenprozessionsspinner, eine Raupe, die allergische Reaktionen auslösen kann, hat zahlreiche Bäume in Euskirchen befallen.
EichenprozessionsspinnerStadt Euskirchen befürchtet, dass Schädling sich ausbreitet

Im Stadtwald warnt die Stadt Euskirchen vor dem Eichenprozessionsspinner.
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Der Eichenprozessionsspinner macht der Stadt Euskirchen zu schaffen. Das Vorkommen der Raupen ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren, wie die Verwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Tiefbau und Verkehr mitteilte. Mehr noch: Wegen der fortschreitenden Klimaveränderungen werde sich der Schädling in den nächsten Jahren weiter ausbreiten, prognostizierte Fachbereichsleiter Bernd Kuballa.
Momentan seien vor allem der Stadtwald mit seinem hohen Eichenanteil sowie mehrere städtische Grünanlagen betroffen. Die Raupen werden wegen ihrer Brennhaare als problematisch eingestuft: Die Brennhaare können nach Darstellung der Verwaltung leicht abbrechen und durch Wind verbreitet werden. „Sie enthalten das lösliche und giftige Eiweiß Thaumetopoein, welches in der Oberhaut oder in den Schleimhäuten von Menschen und Tieren schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Ebenso können sie zu Lungenproblemen führen, sofern die Brennhaare eingeatmet werden“, schrieb Kuballa in einem Bericht für den Ausschuss.
An bestimmten Orten entfernen Fachfirmen die Raupennester
Nester an stark frequentierten Orten lässt die Stadt deshalb durch Fachfirmen beseitigen. Als Beispiele nennt die Verwaltung Schulhöfe, Kinderspielplätze, Liegeflächen in Grünanlagen und den Hauptweg im Stadtwald, der als Trimmpfad gestaltet ist.
Dort wurden bodennahe Nester durch Absaugen entfernt. Exemplare in den Kronen der Bäume und im geschlossenen Baumbestand seien „vom Boden aus nicht zu erkennen und können daher nicht entfernt werden“, so Kuballa weiter.
Uns erreichen massiv Anrufe aus der Bevölkerung.
An den Zugängen zum Stadtwald hat die Verwaltung Hinweisschilder angebracht, um an die Besucherinnen und Besucher zu appellieren, sich von den Raupen und den Nestern fern zu halten. Sperrungen von Waldflächen plant die Stadt Euskirchen nicht. Ein entsprechender Antrag würde von der zuständigen Forstbehörde voraussichtlich nicht genehmigt, erklärte Kuballa. Sachgebietsleiter Simon Gammersbach ergänzte, dass wegen des allgemeinen Waldbetretungsrechts keine Rechtsgrundlage für derartige Sperrungen existiere.
Die Stadtverwaltung erhält zahlreiche Hinweise auf Nester, wie Gammersbach weiter sagte: „Uns erreichen massiv Anrufe aus der Bevölkerung, und wir versuchen, Hilfestellung zu leisten. Mit den Möglichkeiten, die wir haben, können wir des Problems aber nicht Herr werden.“
Die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners
Der Eichenprozessionsspinner hat natürliche Feinde, etwa Kuckuck, Pirol und Meise. Die Stadt könne sie unterstützen, indem sie Nistkästen bereitstelle, erklärte Kuballa. Auf diese Methode zu setzen sei aber nur bei einem leichten Schädlingsaufkommen zielführend.
Chemische Maßnahmen scheiden für die Stadt ebenfalls aus. Zum einen gebe es kaum zugelassene Mittel, zum anderen sei die Anwendung sehr aufwendig, kompliziert und kostenintensiv, erklärte die Verwaltung. Hinzu komme, dass der städtische Forstbetrieb zertifiziert sei, was ihm chemischen Pflanzenschutz verbiete.
Bleibt nur die mechanische Absaugung durch Fachfirmen, die jedoch ebenfalls kostspielig ist. Pro Baum würden 150 bis 400 Euro fällig. Der finanzielle Aufwand, den der Schädling für die Stadt insgesamt verursacht, sei gegenwärtig „nicht zu quantifizieren“, erklärte Kuballa.
Er beleuchtete auch ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen. Demnach hinterlässt der einmalige Kahlfraß durch die Raupen kaum oder keine Folgeschäden. Wiederholter Kahlfraß führe bei den Eichen zu Vitalitäts- und Wachstumseinbußen. Geschwächte Bäume seien anfällig für weitere Schädlinge wie den Eichenprachtkäfer.
