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Trotz tropischer HitzeOldie-Rocknacht in Kall begeisterte die Besucher

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Drei Musiker mit Instrumenten stehen nebeneinander auf der Bühne.

Als Headliner trat bei der Oldie-Rocknacht in Kall die Band „Spirits of Smokie“ auf.

Mit Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer fand am Samstag die 26. Eifeler Oldie-Rocknacht auf dem Parkplatz der Firma Papstar statt.

Willi Greuel war erleichtert. „Gut, dass wir es gemacht haben“, sagte er am frühen Samstagabend, während die Band „Stars of Rock“ auf der Bühne die größten Rockklassiker anstimmte. Die Entscheidung, die Oldie-Rocknacht der Hilfsgruppe Eifel auf dem Papstar-Parkplatz in Kall trotz der extremen Hitze stattfinden zu lassen, war ein Wagnis gewesen. Wie heiß es auf dem Veranstaltungsgelände tatsächlich war, konnte niemand sagen. Die nahe Wetterstation Kall-Sistig registrierte jedoch um 17 Uhr, als die 26. Eifeler Oldie-Rocknacht begann, 35,2 Grad Celsius.

Der anstrengendste Teil war vermutlich bereits geschafft: Der Aufbau hatte sich über eine Woche hingezogen und war bei Rekordtemperaturen mit Unterstützung zahlreicher Freiwilliger und der Bundeswehr erfolgt. „Wir haben immer wieder überlegt, ob wir die Veranstaltung wirklich durchführen sollen“, berichtete Greuel. Olaf Hutzler, der am Veranstaltungstag für nahezu alle organisatorischen Abläufe verantwortlich war, ergänzte: „Aber der Vorverkauf lief so gut, dass wir den Leuten die Veranstaltung nicht absagen wollten.“

Fünf Männer beim Auftritt auf der Bühne.

Sorgten für ordentlich Stimmung: Die Kölschrocker von Cat Ballou, die zunächst mit Lichtproblemen zu kämpfen hatten.

Zwei Männer stehen nebeneinander, einer hält ein Mikrofon.

Alte Freunde sind Willi Greuel (links) und Klaus A. Flieger, der die Moderation machte.

Mit viel Einfallsreichtum und der für die Hilfsgruppe typischen Hilfsbereitschaft versuchten die Helfer, die Auswirkungen der Hitze so gut wie möglich abzumildern. Während beim Aufbau vor allem die intensive Sonneneinstrahlung zu schaffen gemacht hatte, drohten am Abend eher Kreislaufprobleme. Im Vorfeld hatte die Jugendfeuerwehr Wahlen den Platz mit Wasser abgespritzt und so für Abkühlung gesorgt. „Die hatten einen Riesenspaß dabei“, schmunzelte Hutzler.

Helfer mit Wassermelonenstücken gingen durch die Reihen

Zusätzlich stand den Besuchern eine kostenlose Wasserstation zur Verfügung. Immer wieder gingen Helfer mit Wassermelonenstücken oder Getränken durch die Reihen, damit die Gäste auch während der Konzerte versorgt wurden und ihren Platz vor der Bühne nicht verlassen mussten.

Ein Mann steht und singt, ein anderer sitzt daneben.

Uwe Reetz und Dominik Sanz sorgten in den Umbaupausen für Stimmung.

Denn die Bands waren schließlich die Hauptattraktion der Veranstaltung, die von Oldienacht-Veteran Klaus A. Flieger eröffnet wurde. „Ich habe mit meiner Band ‚Flieger‘ bei der ersten Oldienacht in der Dreifachturnhalle in Mechernich gespielt. Danach waren wir Stammgäste“, erinnerte er sich. Vor zwei Jahren habe Greuel ihn gebeten, die Moderation zu übernehmen – eine Aufgabe, die er gern angenommen habe.

„De Schlingele“ und „Die Männer von Flake“ eröffneten den musikalischen Reigen, bevor die „Kaiserbeats“ mit Rock’n’Roll und Beat den Sound der 1950er- und 1960er-Jahre aufleben ließen. Während der Umbaupausen auf der Hauptbühne unterhielten Uwe Reetz und Dominik Sanz als Duo das Publikum mit Rock- und Popklassikern.

Probleme mit der Lichtanlage sorgten für eine Verzögerung

Als Headliner war die Kölner Band „Cat Ballou“ verpflichtet worden – sehr zur eigenen Überraschung der Musiker, wie Keyboarder Dominik Schönenborn berichtete. „Als die Anfrage kam, haben wir uns schon gefragt, was wir auf einer Oldienacht sollen. So alt sind wir ja noch nicht“, sagte er. Es sei ein großartiges Konzert bei einer wunderschönen Veranstaltung gewesen – gerade an einem Wochenende, an dem vielerorts Veranstaltungen wegen der Hitze abgesagt worden seien. Auch das übrige Programm habe ihn begeistert. „Gut, dass man hier auch nach 22 Uhr noch Musik machen darf. In der Stadt wäre längst Schluss“, sagte er.

Der Beginn des Auftritts hatte sich allerdings verzögert, weil es Probleme mit der Lichtanlage gab. So wurde Sänger Oliver Niesen zunächst nur von hinten angestrahlt, während sein Gesicht im Schatten lag. Die Band ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und begeisterte das Publikum mit ihren Hits, die viele Besucher zum Tanzen brachten. Tief in der Nacht sorgte schließlich „Spirit of Smokie“ mit dem originalgetreuen Sound der legendären Band für beste Stimmung. Die Musiker waren pünktlich zum Veranstaltungsbeginn aus Prag angereist, wo sie noch am Vorabend auf der Bühne gestanden hatten. Mit Dean Barton, dem Sohn des 1995 tödlich verunglückten Smokie-Sängers Alan Barton, und Leadgitarrist Alan Whelan präsentierten sie die bekanntesten Hits der britischen Kultband.

Viele Ehrenamtler sorgten für einen reibungslosen Ablauf

Zu diesem Zeitpunkt waren noch immer viele Besucher auf dem Gelände, zumal die Temperaturen inzwischen angenehm geworden waren. „Eine Mega-Show“, sagte Mario Lennartz aus Mechernich, der gemeinsam mit Freunden aus Sötenich die Auftritte verfolgte. Die Hilfsgruppe habe wieder einmal alles perfekt organisiert. Besonders lobte die Gruppe die Helfer, die mit Wasserspray für Abkühlung sorgten, ebenso den Service und das hochkarätige Musikprogramm.

„Et jitt kei Wood, wat ich sagen künnt, wat ich föhl, wenn ich all die Helfer seh’“, sagte Landrat Markus Ramers, als er gemeinsam mit Bürgermeister Emmanuel Kunz, Willi Greuel und Olaf Hutzler das Publikum begrüßte. Das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen sei beeindruckend. Kunz dankte zudem den Mitarbeitern des Bauhofs, die den Aufbau unterstützt hatten.

Ehrenamtlich engagierten sich auch Papstar-Mitarbeiter an den Recyclingstationen, an denen Teller und Becher gesammelt wurden. Unterstützung erhielten sie von Kindern, die zahlreiche leere Becher einsammelten. „Wir haben das gesehen und uns spontan gemeldet“, berichtete Alexis aus Keldenich.