Das Fotografie-Forum der Städteregion Aachen in Monschau präsentiert auch im Jahr 2026 wieder einige hochkarätige Ausstellungen.
Jahresprogramm 2026Große Fotokunst im kleinen Eifelstädtchen Monschau

Seine stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen machten Pietro Donzelli in Italien bekannt. (Pietro Donzelli, Delta del Po, Il po di Tolle, 1954, Ausschnitt).
Copyright: © Estate Pietro Donzelli, Renate Siebenhaar
Dass man in einer landschaftlich so abwechslungsreichen und reizvollen Region wie der Eifel zu allen Jahreszeiten Menschen begegnet, die eine kleine oder auch große Fotoausrüstung mit sich herumschleppen, verwundert nicht weiter. Die Eifel hat sich in den vergangenen Jahren aber auch einen Namen als Ausstellungsort großer Fotokunst gemacht: Das Fotografie-Forum der Städteregion Aachen mit Sitz in Monschau, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, lockt inzwischen regelmäßig Fotofans aus ganz Deutschland an.
Auch im Jubiläumsjahr verspricht das Programm wieder einige bekannte Namen: Den Auftakt macht eine große Retrospektive zu Robert Capa. Der Fotograf, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Endre Ernő Friedmann hieß, machte sich vor allem als Kriegsberichterstatter einen Namen. Heute gelten viele seiner Aufnahmen als Ikonen der Fotografie. „Robert Capa hat mit seinen Aufnahmen Geschichte geschrieben“, sagt Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kuratorin und Leiterin des Fotografie-Forums: „Im Zentrum seines Schaffens stand dabei immer der Mensch. Mit seiner außergewöhnlichen Arbeitsweise hat er den Bildjournalismus revolutioniert und Generationen von Fotografinnen und Fotografen geprägt.“
Robert Capa hat Generationen von Fotojournalisten geprägt
Um die Umstände seiner Aufnahme mit dem Titel „Der Tod des Milizionärs“ aus dem Jahr 1936 streitet die Fachwelt allerdings bis heute: Handelt es sich dabei um eine gestellte Aufnahme oder zeigt sie wirklich den Eintritt des Todes des Soldaten? Legendär sind auch Capas Aufnahmen, die am sogenannten D-Day entstanden sind und die amerikanischen Truppen am 6. Juni 1944 bei ihrer Landung in der Normandie zeigen.
Alles zum Thema Eifel
- Jahresprogramm 2026 Große Fotokunst im kleinen Eifelstädtchen Monschau
- Antrag der FDP Planung für eine neue Gemünder Brücke soll zügig vorangetrieben werden
- Sechsstelliger Schaden 20 Tonnen Fisch durch verunreinigtes Wasser verendet
- Rekord-Umsatz Koelnmesse will 2033 neue Zentrale beziehen
- Aus Pandemie gelernt Glatteiswarnung - Schulen im Kreis Euskirchen setzten auf Homeschooling
- Feuerwehreinsatz Gülle fließt in Bach bei Mechernich – 20 Tonnen Fische verenden

Einen Namen machte sich Robert Capa auch mit Fotos berühmter Künstler und Schauspieler seiner Zeit: Pablo Picasso am Strand mit Françoise Gilot und seinem Neffen Javier Vilato, Golfe-Juan, Frankreich, August 1948.
Copyright: © Robert Capa © International Center of Photography / Magnum Photos
Der Fokus der Ausstellung liegt auf Capas bildjournalistischer Arbeit. Zahlreiche Zeitdokumente und Reproduktionen namhafter Zeitschriften zeigen den Einfluss, den der Fotojournalist auf die Presselandschaft hatte. Mit seinem Credo „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“ hat er einen bis heute viel zitierten Satz hinterlassen.
Pietro Donzelli fotografierte Italien in Schwarz-Weiß
Ab 10. Mai widmet sich das Fotografie-Forum einem weiteren bedeutenden Fotografen: Pietro Donzelli. Wenngleich der Künstler in Deutschland kaum bekannt ist, ist er in seiner Heimat Italien ein absoluter Star. Dort prägte er wie kaum ein Zweiter das Medium, war neben seiner Tätigkeit als Fotograf auch Kurator und Herausgeber. Seine ikonischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1940er- bis 1960er-Jahren zeigen ein Italien, das von starken gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen gekennzeichnet ist.
Eine thematische Ausstellung untersucht ab August das „Mysterium der Paare“. Rund 130 Arbeiten beschränken sich nicht nur auf klassische Paarkonstellationen, vielmehr sind es die flüchtigen Momente des Zusammenkommens, die hier gezeigt werden. Neben berührenden Darstellungen, die von Sehnsucht und Liebe erzählen, gibt es genug Aufnahmen, die die Betrachtenden durch eine besondere Ironie oder Komik zum Schmunzeln bringen. „Ob das Mysterium am Ende gelüftet wird, müssen die Besuchenden entscheiden“, so Mika-Helfmeier.
Jürgen Klauke, einer der bedeutendsten deutschen Fotokünstler, ist ab November zu Gast. Der Pionier der Body Art provozierte mit seinen Arbeiten zu Geschlechternormen bereits in den 1970er-Jahren die Gemüter. „Klauke nutzt die Fotografie dabei als künstlerisches Medium, um die Welt zu befragen. Seine komplexen Werkblöcke drehen sich stets um Fragen der menschlichen Existenz“, so die Kuratorin. Oftmals sei Klauke hierbei Model und Fotograf zugleich. Für die Performance- und Medienkunst habe er Bedeutendes geleistet, weshalb er 2026 den Kunstpreis des Fotografie-Forums Monschau erhält. Die als Retrospektive angelegte Schau zeigt Serien und einzelne Werke.
Die Ausstellungstermine im Jahr 2026:
„Robert Capa“: 8. Februar bis 3. Mai.
„Pietro Donzelli. Zwischenzeiten“: 10. Mai bis 2. August.
„Mysterium der Paare“: 9. August bis 1. November.
„Jürgen Klauke“: 8. November bis 20. Dezember.

