Weil es aus der Bevölkerung wiederholt zu Unklarheiten kam, beantwortet der Wasserverband Oleftal Fragen zum Abkochgebot für Trinkwasser.
Keime im WasserDas sollten Betroffene in Hellenthal, Dahlem, Schleiden und Kall beachten

Sicher ist sicher: Auch Haustiere sollten in den betroffenen Ortschaften abgekochtes Trinkwasser erhalten.
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Das für insgesamt mehr als 60 Dörfer und Weiler in den Gemeinden Hellenthal, Kall und Dahlem sowie in der Stadt Schleiden bestehende Abkochgebot für Trinkwasser bleibt bis mindestens Sonntag bestehen. Betroffen sind insgesamt rund 10.000 Menschen, die ihr Trinkwasser aus dem Hochbehälter Giescheid des Wasserverbands Oleftal beziehen.
„Es müssen zuerst drei unauffällige Proben vorliegen, bevor wir das Abkochgebot aufheben dürfen“, erklärte Dipl.-Ing. Ralf Stollenwerk, Betriebsleiter des Wasserverbands Oleftal. Man habe am Mittwoch mit der umfangreichen Sonderbeprobung an 12 Entnahmestellen im betroffenen Versorgungsgebiet begonnen. „Es dauert aber jeweils rund 48 Stunden, bis die Ergebnisse aus dem Labor vorliegen, weshalb wir darauf hoffen, am Sonntag das Abkochgebot aufheben zu können“, so Stollenwerk.
Die Information der Bevölkerung erfolge dann auf dem gleichen Weg wie bei der Einführung des Abhochgebots am Mittwochabend. „Falls das Abkochgebot aufgehoben wird, wird dies gegebenenfalls am Sonntag über die Warn-Apps Nina und Katwarn erfolgen sowie durch eine Aktualisierung der Meldung auf unserer Internetseite“, erklärte Stollenwerk. Dies sollte dann gegebenenfalls bis zum frühen Nachmittag geschehen.
Das Wasser im Hochbehälter Giescheid wird derzeit gechlort
Nach Informationen dieser Zeitung war das erste Untersuchungsergebnis unauffällig, was Stollenwerk jedoch nicht kommentieren wollte: „Das würde aktuell noch nichts an den Vorsichtsmaßnahmen ändern.“ Das Wasser wird derzeit im betroffenen Gebiet gechlort, was durch einen leichten Chlorgeruch wahrgenommen werden könne.

Im Wasserwerk in Hellenthal wird das aufbereitete Trinkwasser wöchentlich kontrolliert.
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Auch zur Ursache konnte Stollenwerk noch keine neuen Erkenntnisse vermelden. „Was ich sagen kann, ist, dass das Testergebnis vom Mittwoch sehr merkwürdig war und in sich nicht schlüssig zu erklären ist.“ Die „erhebliche Grenzwertüberschreitung“ bei Enterokokken war bei einer monatlich stattfindenden Routinekontrolle entdeckt und am Mittwoch mit den entsprechenden Maßnahmen beantwortet worden.
Kontrollen finden in Giescheid im Monatsrhythmus statt
Aber ist eine Kontrolle im Monatsrhythmus ausreichend, wenn es um eine mögliche Gefährdung der Gesundheit geht? Stollenwerk verweist darauf, dass das Trinkwasser in Deutschland als das am besten kontrollierte Lebensmittel gilt: „In der Trinkwasserverordnung wird festgelegt, welche Einrichtungen wir in welchem Rhythmus kontrollieren müssen“, so Stollenwerk. Die Häufigkeit ergebe sich aus der Menge des aufbereiteten Wassers.
„Insgesamt bereiten wir im Jahr rund vier Millionen Kubikmeter Trinkwasser auf. Für den Hochbehälter in Giescheid, der ein Volumen von rund 2500 Kubikmetern hat, ergibt sich eine monatliche Kontrolle – das Wasserwerk in Hellenthal unterliegt einem wöchentlichen Rhythmus“, so der Betriebsleiter: „Die Beprobung muss verhältnismäßig sein.“
Es bleibt also dabei: Bis mindestens Sonntag sollte das Leitungswasser in den betroffenen Ortschaften nur abgekocht getrunken werden: „Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen“, so die Empfehlung. „Nehmen Sie für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden ausschließlich abgekochtes Leitungswasser. Für die Toilettenspülung und andere Zwecke kann das Wasser ohne Einschränkungen genutzt werden.“
In der Praxis hätten die Formulierungen des Abkochgebots jedoch auch beim Wasserverband zu vielen Nachfragen geführt, weil sich Bürger eine detailliertere Darstellung gewünscht hätten. Deshalb versuchen wir im Folgenden, einige Fragen aus der Bürgerschaft zu klären.
Kann ich wie gewohnt Duschen oder Haarewaschen?
„Das ist unbedenklich“, sagt Stollenwerk: „Es sei denn, man hat offene Wunden, dann sollte ein direkter Kontakt mit dem Wasser vermieden werden. Das gilt insbesondere für ältere oder geschwächte Menschen oder auch Kinder, die sich beim Spielen das Knie aufgeschürft haben.“
Kann ich meine Spül- oder Waschmaschine nutzen?
Auch dies, so sagt der Betriebsleiter des Wasserverbands Oleftal, sei kein Problem. „Zumal dabei ja auch stets Seifenlaugen oder Reinigungsmittel eingesetzt werden.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zum Beispiel bei der Spülmaschine auf ein Reinigungsprogramm mit einer höheren Temperatur setzen.
Was ist bei der Zubereitung von Lebensmitteln zu beachten?
Genau wie beim Trinken und Zähneputzen sollte hier auf abgekochtes Wasser zurückgegriffen werden. Das gilt nicht nur für das Putzen von Salat oder Waschen von Obst, sondern auch beim Nudel- oder Kartoffelkochen.
Besteht eine Gefahr für Haustiere?
„Eine Katze, die Freigänger ist und draußen aus einer Pfütze trinkt, ist ganz sicher einer höheren Keimbelastung ausgesetzt“, sagt Stollenwerk. Wem seine Rassekatze, der Hamster oder der Kanarienvogel besonders am Herzen liege, der sollte seinem tierischen Hausgefährten sicherheitshalber aber auch abgekochtes Wasser in den Trinknapf geben, so Stollenwerk.
