Geweihte Buchsbaumzweige gab es für die zwei Dutzend Gläubigen, die von Heimbach nach Mariawald pilgerten.
Start in die KarwochePilger gehen Kreuzweg vom einstigen Kloster Mariawald nach Heimbach

Nach dem Stopp in der Heimbacher Salvatorkirche machen sich die Pilger wieder auf den Weg nach Mariawald.
Copyright: Stefan Lieser
Knapp zwei Dutzend Pilger machten sich am Samstag vor Palmsonntag wieder auf den Weg, den Kreuzweg von Heimbach hoch zur Klosterkirche von Mariawald. Vor 21 Jahren machten sich die Gläubigen erstmals auf den Weg von Mariawald nach Heimbach und wieder retour, seitdem hat sich der Termin etabliert.
Norbert Stoffers vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters Mariawald freute das: „Ich habe wieder körbeweise Palmzweige abgeben können.“ Für den 87-Jährigen gehört es dazu, die geweihten Buchsbaumzweige – sie erinnern an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem er dem Evangelium nach von den Menschen am Wegesrand mit Palmzweigen begrüßt wurde – an die Kreuzwegpilger abzugeben. Wie sein Vorstandskollege Wilhelm Scheuvens berichtet, hat Stoffers den Pilgergang 2005 ins Leben gerufen.
Gläubige in der Klosterkirche mit Worten von Romano Fuardini begrüßt
Und so war es auch in diesem Jahr, bevor die Pilger um kurz nach 14 Uhr in Mariawald aufbrachen. Die Uhrzeit bezieht sich auf das Stundengebet zur Non, das die Trappisten, die bis 2018 in der Abtei lebten, zu dieser Uhrzeit beendet hatten.
Norbert Stoffers hatte die Gläubigen in der Klosterkirche mit Worten von Romano Fuardini begrüßt. Der hatte 1927 Grundlegendes zum Pilgern entlang des Kreuzweges formuliert. Die 14 Stationen haben demnach immer wieder etwas zu sagen: „Bald ist es diese Station, die eindringlicher spricht, bald jene. Manches Bild bleibt lange stumm. Durch irgendeine seelische Erfahrung geweckt, beginnt es plötzlich zur Seele zu reden.“
Ein Geistlicher stand den Pilgern nicht zur Verfügung
Vor Jahren hatten sich im Anschluss an die Besinnung in der Klosterkirche bis zu 100 Pilger auf den Weg gemacht. Doch das ist Geschichte. Schlimmer wiegt vielleicht, dass in diesem Jahr erneut weder zur Verabschiedung der Pilger in Mariawald noch zur Begrüßung drei Stunden später am Ende des Kreuzwegs ein Geistlicher anwesend war. Ganz zu schweigen davon, dass einst sogar einige aus der Mariawalder Trappistengemeinschaft die Pilgergruppe den ganzen Weg über begleiteten.
Doch dafür ist zumindest in der Wallfahrtskirche St. Salvator in Heimbach Seelsorgerin Alice Toporowsky zur Stelle. Sie richtete an die Pilger ein paar Worte. Da hatten die knapp zwei Dutzend Pilger gut 50 Minuten schweigend über den Alten Weg von Mariawald hinab ins Rurtal nach Heimbach hinter sich.
Im Anschluss begann nach wenigen Hundert Metern auf Asphalt durch den frühlingsmäßig aufblühenden Kurpark entlang der schnell steil werdende Weg hinauf ins Ruppenbachtal. Wolfgang Nowack, Geschäftsführer des Mariawald-Vereins, hatte das Vortragkreuz übernommen. 14 Stationen-Häuschen warteten parallel des Bachlaufs am stellenweise steilen und matschigen Weg.
Das sei es ihm wert, so Nikolaus aus Heimbach, denn er pilgere „einfach gerne“. Er sei schon seit seinen Messdienerzeiten gepilgert, unter anderem nach Trier zum Matthias-Grab oder nach Barweiler am Nürburgring zur Lilien-Madonna. Elisabeth aus Grevenbroich hat eine ähnlich lange Pilgergeschichte. Der Heimbach-Weg gehöre für sie als Vorbereitung auf die Karwoche einfach dazu. Und dann sagt sie etwas, das vielleicht nur gläubige Christen sofort verstehen: Das Pilgern sei ihr einfach eine große Freude.

