Erlebnisstationen, Rastplätze, Wetterschutz – ein Konzept, das dem Kreistag Euskirchen vorliegt, sieht hohe Ausgaben im Freizeitsektor vor.
Kreistag berät2,6 Millionen Euro für Aufwertung der Rad- und Wanderwege im Kreis Euskirchen

Der Kreis kann wunderbar mit dem Rad erkundet werden. Nun sollen die Strecken noch attraktiver werden.
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Neue Rastplätze, überdachte Unterstände und multimediale Erlebnisstationen sollen die Rad- und Wanderwege in der Nordeifel attraktiver und widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen. Dafür ist ein Investitionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von 2,56 Millionen Euro geplant. Die Kreisverwaltung Euskirchen schlägt dem Kreistag vor, das mit der Agentur Panorama 361 entwickelte Konzept zu beschließen und Fördermittel zu beantragen.
Bei einer Bewilligung würden Fördermittel in Höhe von 90 Prozent fließen. Der verbleibende Eigenanteil von 256.000 Euro soll zwischen dem Kreis und den elf Kommunen aufgeteilt werden. Auf den Kreis würden 46.000 Euro entfallen. Voraussetzung für die Umsetzung ist, dass eine Mehrheit der Städte und Gemeinden entsprechende Beschlüsse fasst.
Im Mittelpunkt stehen Eifelschleifen, Eifelspuren und Radwege
Das Konzept sieht eine zweite Ausbaustufe der touristischen Infrastruktur vor. Im Mittelpunkt stehen die Eifelschleifen, Eifelspuren und Eifelradschleifen sowie die Flussradwege. Sie sollen mit zusätzlichen und teilweise drehbaren Sitz- und Rastgelegenheiten ausgestattet werden, die je nach Wetter als Sonnen-, Wind- oder Regenschutz ausgerichtet werden können. Standortangepasste Pflanzen sollen Schatten spenden, vor Wind schützen und zur Kühlung beitragen.
Darüber hinaus sind neue Wetterschutzmöglichkeiten und Überdachungen vorgesehen. Sie könnten mit begrünten Dächern ausgestattet werden. Bestehende Rastplätze, Aussichtspunkte und Landschaftsrahmen sollen aufgewertet werden. Bei der Auswahl der Standorte sollen auch Mulden oder Einschnitte im Gelände berücksichtigt werden.
Die Wege sollen zu Erlebnis- und Informationsräumen werden
Zudem sollen die Wege stärker zu Erlebnis- und Informationsräumen werden. QR-Codes, Informationstafeln, Mitmach- und Quizstationen könnten Natur-, Kultur- und Geschichtsthemen vermitteln. Auch die sichtbaren Folgen des Klimawandels, der Waldumbau, die Wiederbewaldung und neue Baumarten sollen aufgegriffen werden. Besondere Landschafts- und Aussichtspunkte könnten gezielt inszeniert und mit digitalen Angeboten verknüpft werden.
Hintergrund sind die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels. Starkregen, Trockenperioden, Sturmschäden und steigende Temperaturen beeinträchtigen nach Angaben der Verwaltung die Nutzbarkeit und die Belastbarkeit von Wegen und Aufenthaltsbereichen. Auch Schäden der Flutkatastrophe von 2021 seien weiterhin sichtbar. Die Infrastruktur soll deshalb langfristig widerstandsfähiger werden.
Nordeifel könnte als eher kühle Region an Bedeutung gewinnen
Die klimatischen Veränderungen könnten für die Region auch Chancen bieten. Längere Wärmeperioden könnten die Saison für Aktivtourismus verlängern. Mittelgebirgsregionen wie die Nordeifel könnten zudem im Sommer als vergleichsweise kühle Ausflugs- und Urlaubsziele an Bedeutung gewinnen.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ist erheblich. Nach einem Gutachten des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr überschritt der touristische Bruttoumsatz im Kreis Euskirchen 2025 erstmals die Marke von 400 Millionen Euro. Eine Gästebefragung habe zudem gezeigt, dass Wandern und Radfahren zu den bevorzugten Aktivitäten der Besucher gehören.
Von den Gesamtkosten sind rund 2,1 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen. 200.000 Euro sollen ins Marketing fließen, 170.000 Euro in die Planung und 90.000 Euro in Personal. Der Kreis Euskirchen soll die Kosten vorfinanzieren und ein Projektbüro mit einer Vollzeitstelle einrichten. Die Kommunen entscheiden nach dem Bestellerprinzip, welche Ausstattung sie vor Ort umsetzen lassen. Dafür übernehmen sie jeweils den kommunalen Eigenanteil und sorgen für die Installation sowie die spätere Unterhaltung.
Die Grundlage des Vorhabens geht auf einen Workshop-Prozess von Kreis, Kommunen und Nordeifel-Tourismus zurück. Unter dem Motto „Stärken stärken“ verständigten sich die Beteiligten darauf, vorhandene touristische Angebote gezielt weiterzuentwickeln. Der Kreistag gab 2023 grünes Licht für die Erstellung eines Konzepts, das seit Januar 2025 unter Beteiligung aller elf Kommunen ausgearbeitet wurde. Die Projektskizze soll bis Dezember beim Fördergeber eingereicht werden. Für die Umsetzung ist ein Zeitraum von drei Jahren vorgesehen.
