Im Kreis Euskirchen hat die Erntesaison begonnen – Wintergerste wird gedroschen – Heuernte mit guter Qualität abgeschlossen.
ErntesaisonGetreide im Kreis Euskirchen leidet unter Hitzestress

Überall im Kreis Euskirchen – wie hier auf einem Acker zwischen Kommern und Gehn – hat in diesen Tagen die Ernte der Wintergerste begonnen.
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Die Landwirte im Kreis Euskirchen haben in dieser Woche mit der Getreideernte begonnen. „Traditionell macht die Wintergerste den Anfang, da sie bereits im Herbst des vergangenen Jahres als erste Getreidekultur ausgesät wurde“, informiert Helmut Dahmen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Euskirchen.
Die Aussaat im Herbst 2025 sei für die wichtigsten Kulturen wie Weizen, Gerste und Raps unter guten Bedingungen verlaufen, so Dahmen weiter. Auch Winter und Frühjahr hätten ausreichend Niederschläge gebracht. Lediglich die Sonnenscheindauer sei bislang etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Qualität lässt bei Hitze nach
Dieses Problem gibt es aktuell nicht mehr – ganz im Gegenteil: Die extrem hohen Temperaturen haben laut Dahmen negative Auswirkungen auf alle Getreidekulturen. „Die Wintergerste hätte eigentlich auch noch eine Woche mehr Zeit gebraucht, um noch etwas Gewicht zuzulegen.“ Hitze und Trockenstress können laut Dahmen die Kornfüllung beeinträchtigen und damit Ertrag und Qualität mindern. „Eine zu schnelle Abreife infolge extremer Hitze und Trockenheit ist für keine Kultur positiv – auch nicht für die Gerste“, so der Landwirt aus Lorbach.
Die ersten Ernteberichte der bereits gedroschenen Wintergerste fallen regional vereinzelt unterdurchschnittlich aus, insbesondere mit Blick auf die Hektolitergewichte, heißt es von der Kreisbauernschaft. Insgesamt bewegten sich die Erträge jedoch meist im durchschnittlichen bis guten Bereich. „Ein Rekordjahr, wie es der Bestand optisch teilweise erwarten ließ, zeichnet sich bislang aber nicht ab“, so Dahmen weiter.
Positive Wetteraussichten für Landwirte im Kreis Euskirchen
„Wie die Ernte letztlich ausfallen wird, hängt maßgeblich von der Witterung der kommenden Wochen ab.“ Besonders der Winterweizen befinde sich derzeit in der Kornfüllungsphase. In diesem Entwicklungsstadium werden Stärke und Eiweiß in die Getreidekörner eingelagert – ein entscheidender Prozess für Ertrag und Qualität. Dafür sind laut Dahmen aber moderate Temperaturen sowie eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung wichtig. Die Wetteraussichten für die neue Woche mit einem prognostizierten Temperaturrückgang und einzelnen Regenfällen dürften die Landwirte im Kreis Euskirchen daher positiv stimmen.
Positiv sei bislang die Heuernte verlaufen: Dank stabiler Witterung in den vergangenen Wochen habe sie zügig und mit sehr guter Qualität weitestgehend abgeschlossen werden können. „Allerdings schränkt die aktuelle Hitze das weitere Graswachstum deutlich ein, so dass sich dies auf nachfolgende Schnitte auswirken dürfte“, befürchtet Dahmen.
Landwirte hoffen auf sinkende Rohölpreise
Insgesamt erwarten die rheinischen Landwirtinnen und Landwirte derzeit eine durchschnittliche bis gute Getreideernte. Nach Abschluss der Gerstenernte werde voraussichtlich Anfang Juli die Winterweizenernte beginnen. Den Abschluss der Erntesaison bildet anschließend die Rapsernte.
„Trotz der positiven Ernteaussichten bleibt die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe herausfordernd“, teilt der Bauernverband mit. Hohe Produktionskosten stehen demnach weiterhin vergleichsweise niedrige Erlöse für Getreide entgegen. Die Landwirtschaft hoffe daher auf eine Entspannung bei den Betriebsmittelkosten.
„Sinkende Rohölpreise auf dem Weltmarkt könnten dazu beitragen, die Ausgaben für Energie und Dünger wieder zu senken und damit die wirtschaftliche Lage der Betriebe zu verbessern. Darauf hoffen wir,“ so Helmut Dahmen.
