Aufgrund der geringen Nachfrage stehen die Nachtbusse nach Bad Münstereifel, Mechernich und Zülpich vor dem Aus.
BusfahrtenAngebote für Nachtschwärmer im Kreis Euskirchen sollen verringert werden

Die Nachtfahrten nach Bad Münstereifel, Zülpich und Mechernich könnten bald gestrichen werden.
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Wer am Wochenende spät aus Köln oder Bonn zurückkehrt, könnte künftig ab Euskirchen nicht mehr weiterkommen, wenn die Fahrt nach Bad Münstereifel, Mechernich oder Zülpich gehen soll. Wegen der angespannten Finanzlage der Kommunen schlägt die Kreisverwaltung vor, die jeweils letzten Nachtfahrten auf drei Regionalbuslinien zu streichen. Betroffen sind die Linien 801, 808 und 298, die freitags, samstags sowie vor Wochenfeiertagen um 2.36 Uhr am Euskirchener Bahnhof starten.
Nach Berechnungen der Verwaltung könnten dadurch jährlich rund 7414 Buskilometer und etwa 25.200 Euro eingespart werden. Über den Vorschlag berät zunächst der Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität am Mittwoch, 16. September. Die endgültige Entscheidung soll der Kreistag am 7. Oktober treffen. Bei einer Zustimmung könnte das reduzierte Angebot zum Fahrplanwechsel im Dezember umgesetzt werden.
2019 war das Nachtbus-Angebot erweitert worden
Die Nachtverbindungen waren 2019 ausgeweitet worden, nachdem das nächtliche Bahnangebot auf der Eifel- und Voreifelbahn erweitert worden war. Während die letzten regulären Busse montags bis donnerstags zwischen 20 und 21.30 Uhr fahren, gibt es an Wochenenden Verbindungen bis nach 2 Uhr.
Für ihre Einsparvorschläge hat die Verwaltung die Fahrgastzahlen von Januar bis Juli 2026 ausgewertet. Demnach nimmt die Nachfrage auf den meisten Linien mit fortschreitender Uhrzeit ab, samstags ist sie meist höher als freitags. Auf den Linien 801 nach Bad Münstereifel und 298 nach Zülpich nutzten die letzte Fahrt um 2.36 Uhr im Durchschnitt zwei bis vier Fahrgäste. Auch die letzte Fahrt der Linie 808 nach Mechernich soll gestrichen werden. Die Datenlage ist hier teilweise eingeschränkt, weil Fahrten während des regulären Bahnbetriebs nur selten erfasst wurden. Dennoch sieht die Verwaltung Einsparpotenzial.
Die letzte Fahrt nach Hellenthal wird nicht angetastet
Anders fällt die Empfehlung für die Verbindung von Kall nach Hellenthal aus. Die letzte Fahrt der Linie 829 um 1.59 Uhr soll bestehen bleiben. Freitags ist sie zwar eher schwach ausgelastet, samstags wird sie deutlich stärker genutzt. Während des Schienenersatzverkehrs wurden samstags im Durchschnitt mehr als zehn Fahrgäste gezählt, in der Spitze waren es 26. Hinzu kommt nach Einschätzung der Verwaltung die Bedeutung der Verbindung für das Schleidener Tal. Ohne den Bus um 1.59 Uhr müssten Reisende Köln oder Bonn spätestens um 23.40 Uhr verlassen, um einen Anschluss in Richtung Hellenthal zu erreichen.
Grundsätzlich weist die Verwaltung darauf hin, dass Nachtbusse nicht allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden dürften. Sie ermöglichten soziale Teilhabe, schafften Anschlüsse zwischen den Kommunen und seien eine sichere Alternative zum Auto.
Eine Umstellung der Fahrten ab Euskirchen auf das bedarfsorientierte MiKE-Angebot sei nicht möglich, da die Stadt Euskirchen dessen Einführung bislang nicht befürworte.
Von der Kürzung würde Euskirchen rechnerisch mit rund 7600 Euro pro Jahr profitieren. Für Zülpich werden 7700 Euro, für Mechernich 5400 Euro und für Bad Münstereifel 4500 Euro weniger bei der ÖPNV-Umlage veranschlagt. Die Verwaltung betont allerdings, dass es sich lediglich um eine grobe Schätzung auf Grundlage der aktuellen Kosten handelt.
Die betroffenen Kommunen sollen bis zum 14. September Stellung nehmen. In ersten Gesprächen haben sich die Bürgermeister laut Kreis überwiegend offen für die Einsparungen gezeigt. Sollten die Rückmeldungen unterschiedlich ausfallen, muss der Kreis abwägen, ob er an dem Konzept festhält.
