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Kohle aus der EifelIm Kermeter raucht wieder der Meiler – Besuche 24 Stunden möglich

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Auf einem Kohlemeiler stehen zwei Männer. Zwei Jungen sitzen und stehen an einer Leiter, die an den Meiler gelehnt ist.

Wenn der Meiler funktionieren soll, müssen alle mithelfen: Drei Generationen von Ober- bis Nachwuchsköhlern sind bei der Arbeit.

Aus 60 Raummetern Buchenholz wird in den kommenden Wochen in Heimbach-Düttling im traditionellen Verfahren Kohle hergestellt.

Es ist der Duft der Eifel – oder zumindest dürfte er es einst gewesen sein, als von vielen Meilerplätzen der Rauch des Buchenholzes über die Hügel zog. Auch wenn heute nur wenig daran erinnert, war die Eifel einmal so etwas wie das Ruhrgebiet des Mittelalters, das Zentrum der mittelalterlichen Eisenindustrie. Daran und an das längst ausgestorbene Handwerk der Köhler erinnert der Holzkohlemeiler, den Gerd Linden in diesem Jahr bereits zum neunten Mal am Rand des Kermeters entzündet hat.

Seit Samstag zieht der charakteristische Rauch wieder zwischen den Buchen hindurch und über die Bundesstraße. Auch in diesem Jahr gelang es Linden, den Akt des Anzündens zu einem Event zu machen – auch wenn das, was geplant war, nicht so ganz funktionierte.

„Eifel-Gäng“ sollte den Meiler in Düttling mit einem Oldtimer anzünden

Was wurde nicht alles schon verwendet, um eine Flamme zu entzünden, die den Verkohlungsprozess im Meiler in Gang setzt: ein Parabolspiegel, ein mit Flintsteinen erzeugter Funke, ein vom Oldtimer-Traktor mit Holzvergaser gebrachtes Feuer. Auch diesmal nahm der Oberköhler motorisierte Hilfe in Form eines Oldtimers in Anspruch.

Doch diesmal war es ein Opel Admiral aus den Beständen des Freilichtmuseums in Kommern. Darin chauffierte Markus Linden die „Eifel-Gäng“ stilvoll zu ihrem Einsatzort. Autor Ralf Kramp, Sänger und Gitarrist Günter Hochgürtel und Journalist und Diakon Manfred Lang, die aus ihrem knurrigen Eifelcharme ein Humormarkenzeichen entwickelt haben, sollten nun das Feuer in den Meiler bringen.

Vier Männer stehen nebeneinander am Kohlemeiler im Wald.

Die Eifel-Gäng mit Günter Hochgürtel (v.r.), Ralf Kramp und Manfred Lang erhält letzte Instruktionen von Köhler-Chef Gerd Linden.

Ein Mann schüttet glühende Kohlen in das Loch des Kohlemeilers.

Mit einem Eimer voll glühender Kohlen wird nachgeholfen.

Das Bild zeigt einen hohen Baumstamm, in den ein Gesicht gehauen wurde.

Die Skulptur „Ahle Köbes“ erinnert an Altgesellen Jakob Gresser.

Dabei hatten sie natürlich die fachköhlerische Anleitung vom Meister Gerd Linden. Mit seinen Söhnen Daniel, Markus und Ingo sowie der halben Einwohnerschaft Düttling baut er im Zweijahresabstand einen Meiler auf und lässt ihn verkohlen. Mehr als 50 Helfer, so schätzte Daniel Linden, seien allein beim Meilerfest im Einsatz. Den Meiler aus 60 Raummetern Buchenholz haben acht Rentner in den vergangenen Wochen maßgeblich aufgebaut. Sehr angenehm war das nicht. „Das war richtig kalt, wir haben hier manchmal gezittert“, so Gerd Linden.

Zum Schluss musste doch noch ein Feuerzeug her

Doch zum Anzünden war schönstes Sommerwetter, so dass viele einen Ausflug zum Meilerplatz machten und gespannt verfolgten, wie die Eifel-Gäng den von Linden erdachten Zündvorgang umzusetzen versuchte. Die Initialzündung sollte vom Zigarettenanzünder des Opel Admiral ausgehen, mit dem Ralf Kramp ein Zigarillo von Günter Hochgürtel anzünden sollte. Diese Glut sollte zuerst Zeitungspapier entflammen, dann Kleinholz, das in den Meiler gefüllt werden sollte. Doch beim Papier hakte es: Es glühte nur kurz auf, so dass Nichtraucher Kramp mit einem Behelfsfeuerzeug aus seinem Lodenmantel nachhalf.

Dabei war er durch das Bühnenoutfit, dass mit seiner Brille aus Glasbausteinen perfektioniert wird, mehr als gehandicapt. „Ich sehe nichts“, verkündete er mehrfach, während er wild mit seiner (nicht funktionstüchtigen) Büchse herumfuchtelte. Auf dem Meiler   übernahm er spontan die Aufgabe, das brennende Holz ins Zündloch zu schaufeln. Als Glut aus dem Lagerfeuer als Booster nachgekippt war, kam das Feuer im Meiler in Gang.

Doch vor diesen Akt hatte die Regie eine ganze Reihe von Grußworten gesetzt. In jedem Jahr scheint die Reihe der Ehrengäste länger zu werden. Drei Bürgermeister, zwei Landräte, einer davon stellvertretend, der Leiter des Freilichtmuseums und der des Regionalforstamtes, der Heimbacher Pfarrer, der Brauer des Meilerbieres und die Vorsitzende des Fanclubs des Düttlinger Meilers wurden von Moderatorin Sabine Wichmann, Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Eifel, befragt. Der bisherige   Moderator Michael Lammertz ist nun Chef des Nationalparks und damit in der Riege der Ehrengäste.

Dazu stellte die Mechernicher Künstlerin Rendel Freude ihr Werk „Ahle Köbes“, eine mit der Motorsäge aus einem Baumstamm gearbeitete Skulptur vor. Sie erinnert an Jakob Gresser, den Anfang des Jahres gestorbenen Senior der „Meilerbuben“.

Besuche bei den Köhlern

Der Düttlinger Meiler befindet sich rund 500 Meter südlich vom Ortsrand am Rand des Nationalparks Eifel. Der Weg ist von der B265 ausgeschildert und führt vom Vereinshaus über Feldwege bis zum Parkplatz. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Ein Rahmenprogramm begleitet den Meiler. Rund um die Uhr kann er besucht werden, denn er muss ununterbrochen bewacht werden, damit er weder ausgeht noch abbrennt, sondern kontrolliert verkohlt. Dabei informieren die Köhler über das altehrwürdige Handwerk. Weitere Infos gibt's online unter www.kohlemeiler.de.

Am Sonntag, 31. Mai, wird der Europäische Tag der Parke gefeiert. Dann werden zwei Junior-Ranger-Touren durch die Wildniswerkstatt angeboten und ein Infostand vom Nationalpark aufgebaut. Die Führungen starten am Meilerplatz um 11 und 13 Uhr.