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Neues VerfahrenDie Sanierung der maroden L249 bei Mariawald und Heimbach beginnt

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Das Bild zeigt eine von Moos bewachsene Trockenmauer. Nicht zu sehen ist die Straße, die sie trägt.

Der Kern des Problems: Die Mauern, auf denen die Fahrbahn der L249 gebaut worden ist, sind nicht mehr tragfähig. 

Los geht's bei Mariawald im September. Die Arbeiten werden Jahre dauern – doch die Sperrung wird zwischendurch aufgehoben.

Seit drei Jahren ist bekannt, dass der Hang, auf dem die an der Abtei Mariawald vorbeiführende Straße gebaut ist, nicht mehr tragfähig ist. Seit mehr als einem Jahr ist die L249 komplett gesperrt und aus Sicherheitsgründen mit einer doppelten Zaunanlage abgeriegelt. Seit dem Frühjahr ist bekannt, wie die Arbeiten zur Sanierung vonstatten gehen. Und nun ist auch der Beginn bekannt: Der Landesbetrieb Straßen hat mitgeteilt, dass er am Dienstag, 1. September, mit den Hangsicherungsarbeiten im Abschnitt zwischen Heimbach und Mariawald beginnt.

Dies ist der erste von drei Bauabschnitten, bis März 2027 soll auf diesen 500 Metern gearbeitet werden. Wie der Landesbetrieb berichtet, kann die L249 danach und bis zum Beginn der Arbeiten im nächsten Bauabschnitt – voraussichtlich im Herbst 2027 –wieder in beide Fahrtrichtungen befahren werden. Es folgen weitere Bauabschnitte, die bis voraussichtlich 2028/2029 abgeschlossen werden. Die Arbeiten werden außerhalb der Brut- und Nistzeit der im Nationalpark ansässigen Tierarten durchgeführt. Für die Verkehrsteilnehmer ändert sich aufgrund der bereits bestehenden Sperrung nichts: Sie fahren weiterhin über die L218 (Heimbach, Hasenfeld) und die L15.

Das Hydrozementationsverfahren ist deutlich günstiger

Notwendig geworden ist die Sanierung, da die viele Jahrzehnte alten Stützbauwerke nicht mehr tragfähig sind. Auf der Straße sind zwar auf der Hangseite nur schmale Risse im Asphalt zu sehen. Doch die sind das Indiz, dass es im Untergrund ganz anders aussieht. Die Trockenbau-Mauern sind marode, teils lassen sich einzelne Steine mit der Hand herausnehmen. Als das Ausmaß der Schäden offenbar wurde, hat der Landesbetrieb die Straße, die ab 2023 noch als Einbahnstraße in Richtung Mariawald befahrbar war, komplett gesperrt.

Vom Tisch ist die zwischenzeitliche Forderung des BUND, die Straße nicht zu sanieren, sondern sie zurückzubauen, da sie den Nationalpark zerschneide und nicht wirklich benötigt werde. Ebenso vom Tisch ist die Planung einer klassischen Sanierung samt Bau eines Überhangs und Betonpfählen für den Untergrund, die wohl mit um die 20 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätte. Stattdessen wird im Hydrozementationsverfahren gearbeitet, das deutlich günstiger sein dürfte: Von anderthalb Millionen Euro geht man beim Landesbetrieb Straßen für den ersten Bauabschnitt aus.

Massive Eingriffe im Bereich des Nationalparks werden vermieden

Für die Region ist diese Methode neu und wurde bislang nicht angewendet – doch laut Landesbetrieb ist das Verfahren vielfach erprobt. Der entscheidende Ansatz ist, den Untergrund zu stabilisieren, ohne große bauliche Eingriffe in die Natur vornehmen zu müssen. Doch auch diese Methode ist recht aufwendig.

Zunächst wird die bisherige Straße zurückgebaut. Der Untergrund wird in einer Tiefe von bis zu acht Metern durch ein Gemisch aus Erde und Zement stabilisiert, bevor die Fahrbahn darauf neu aufgebaut wird. Zwei bis drei Meter lang sind die Blöcke, die sich über die ganze Straßenbreite erstrecken. Zwischen den Blöcken befinde sich jeweils ein Abstand von sieben Metern, der mit Kies gefüllt und befestigt wird. Diese sogenannten Rigolen dienen dazu, das vom Hang herabfließende Wasser abzuleiten. Abschließend wird auf dem neuen Untergrund die Fahrbahndecke wieder aufgebaut.

Den zweiten Bauabschnitt hat der Landesbetrieb bereits als unkomplizierter beschrieben, da mit herkömmlichen Verfahren gearbeitet werden könne und sogenannte Geotextilien in den Untergrund eingebracht werden, um diesen zu sichern. Für den dritten Bauabschnitt ist denkbar, dass ebenfalls das Hydrozementationsverfahren zum Einsatz kommt.

Bereits vor einigen Monaten hat der Landesbetrieb angekündigt, dass mit zwei Baukolonnen gleichzeitig gearbeitet werden soll, damit die Arbeiten zügig vorangehen. Denn diese werden auch mit Blick auf den Nationalpark geplant. Daher ist auch die Wahl des Bauverfahrens entscheidend für den Landesbetrieb: Durch die Hydrozementation können demnach große bauliche Eingriffe im Bereich des Nationalparks vermieden werden. (eb/rha)