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Premiere für SpezialfahrzeugWaldbodenbrand im Nationalpark Eifel löste bei Mechernich Großeinsatz aus

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Das Bild zeigt das Fahrzeug auf einem Wirtschaftsweg. Ein Teil des Waldbodens ist sichtbar verbrannt.

Das Spezialfahrzeug „Fire Fighter“ unterstützte die Feuerwehr beim Waldbrand im Nationalpark Eifel.

Mehr als 150 Feuerwehrleute waren zeitweise bei Mechernich-Voißel im Einsatz. Das Spezialfahrzeug „Fire Fighter“ feierte beim Waldbrand seine Premiere.

Ein Waldbodenbrand im Nationalpark Eifel hält seit der Nacht zu Montag die Feuerwehr in Atem. In einem schwer zugänglichen Waldgebiet nahe Voißel gerieten nach ersten Erkenntnissen gegen 2 Uhr rund 15.000 Quadratmeter Waldboden in Brand.

Das Bild zeigt zahlreiche Feuerfahrzeuge am Waldrand.

Im Bereitschaftsraum am Waldrand bei Voißel gingen zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr in Stellung.

Am späten Vormittag hatten die etwa 150 Einsatzkräfte das Feuer auf einer Fläche von rund zweieinhalb Sportplätzen unter Kontrolle, gelöscht war der Humusbrand jedoch noch nicht. Feuerwehrsprecher Christian Heinrichs berichtete, dass mindestens bis Dienstag eine Brandwache rund um Voißel eingerichtet werde. Wie er weiter mitteilte, wurde ein Feuerwehrmann während des Einsatzes verletzt.

Spezialfahrzeug unterstützt Feuerwehren aus dem Kreis Euskirchen

Alarmiert worden war zunächst die Feuerwehr im Kreis Düren, weil eine Rauchwolke in Richtung Schwammenauel am Rursee lokalisiert worden war. Erst bei Tageslicht wurde deutlich, dass sich die Brandstelle im Kreis Euskirchen befindet. Daraufhin wurde einer der beiden Einsatzleitwagen 2 des Kreises auf dem Sportplatz in Voißel stationiert. Bereits am Freitag hatte es nur wenige Kilometer entfernt bei Bescheid einen Waldbrand gegeben, nachdem zuvor ein Feld in Flammen gestanden hatte.

Nun waren erneut mehr als 150 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis Euskirchen sowie aus Heimbach und Düren im Einsatz. Im Mittelpunkt der aufwendigen Löscharbeiten stand ein Fahrzeug, das seine Bewährungsprobe noch bestehen musste: Erstmals konnte das neue Waldbrand-Spezialfahrzeug des Landesbetriebs Wald und Holz NRW unter realen Einsatzbedingungen seinen Wert unter Beweis stellen.

Das Bild zeigt einen Tanklöschwagen der Schleidener Feuerwehr.

Im Pendelverkehr brachten Feuerwehrfahrzeuge Löschwasser in den Einsatz.

Der „Fire Fighter“ verfügt über einen 10.000 Liter fassenden Wassertank und wurde speziell für Waldbrände in unwegsamem Gelände entwickelt. Das geländegängige Fahrzeug kann dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Löschfahrzeuge nur schwer oder gar nicht hinkommen. „Wir können damit 10.000 Liter Wasser auf eine Fläche bringen“, erklärte Maximilian Halbe vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Das Wasser werde entweder über einen fest montierten Monitor – vergleichbar mit einem Wasserwerfer – oder über kleinere Löschgeräte abgegeben. Der Monitor gab während des Einsatzes bei Voißel rund 1600 Liter Löschwasser pro Minute ab.

Feuerwehr bringt Löschwasser per Pendelverkehr zur Einsatzstelle

War der Tank geleert, wurde das Fahrzeug im Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehr wieder mit Wasser versorgt. So blieb der „Fire Fighter“ ununterbrochen einsatzfähig. Die Tanklöschfahrzeuge wurden im Gewerbegebiet Kall befüllt und pendelten von dort zur Einsatzstelle im Nationalpark. Dort hatte Einsatzleiter Gerd Geller eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet, damit sich die Einsatzfahrzeuge auf den schmalen Wirtschaftswegen nicht begegneten.

Der „Fire Fighter“ ist erst seit rund einem Monat im Dienst. „Es ist vor ungefähr einem Monat von der Ministerin vorgestellt worden. Das ist jetzt der erste Realeinsatz für die Maschine“, sagte Halbe. Stationiert ist das Spezialfahrzeug beim Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde und steht von dort aus für Einsätze in der Region bereit.

Bis wir einsatzbereit waren und hier angekommen sind, hat es ungefähr zwei Stunden gedauert.
Maximilian Halbe, Landesbetrieb Wald und Holz, über den Einsatz des „Fire Fighter“

Alarmiert worden war die Besatzung am Montagmorgen gegen 7 Uhr. Anders als bei kommunalen Feuerwehren dauert die Einsatzvorbereitung bei dem Spezialfahrzeug jedoch länger. „Bis wir einsatzbereit waren und hier angekommen sind, hat es ungefähr zwei Stunden gedauert“, erläuterte Halbe.

Bei einem Humusbrand sei das jedoch unproblematisch. Solche Brände fräßen sich tief in den Waldboden und seien besonders langwierig zu bekämpfen. Entsprechend positiv fiel sein erstes Fazit aus: „Die Maschine zeigt massiv Wirkung und lässt sich hier sehr gut einsetzen.“

Das Bild zeigt einen Moment der Lagebesprechung auf dem Sportplatz in Voißel.

Lagebesprechung mit Einsatzleiter Gerd Geller (2.v.l.).

Nach Angaben des Experten war vor allem die Humusschicht des Waldbodens in Brand geraten. Nur wenige Bäume seien betroffen gewesen. Allerdings sei ein solcher Bodenbrand äußerst aufwendig zu löschen. Neben dem „Fire Fighter“ kamen deshalb auch Löschrucksäcke, Feuerpatschen und Harken zum Einsatz, mit denen der Waldboden Schicht für Schicht umgearbeitet wurde. „Auch die Nadeln und Blätter am Boden sind ausgesprochen trocken. Das Feuer konnte sich deshalb über den Waldboden weiterbewegen“, sagte Halbe.

Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen. Der verletzte Feuerwehrmann wurde zunächst in einem Rettungswagen behandelt. Vor allem die hohen Temperaturen machten den Einsatzkräften zu schaffen. „Wir achten darauf, dass sich niemand übernimmt“, sagte Feuerwehrsprecher Heinrichs. Einsatzleiter Geller forderte zudem die Waldbrandkomponenten des Kreises Euskirchen an. Auch die Drohne des Kreises kam zum Einsatz.

Der Kreis informierte über die Warn-Apps Nina und Katwarn die Bevölkerung über den Waldbrand. Zur Brandursache lagen nach Angaben der Euskirchener Polizei zunächst keine gesicherten Erkenntnisse vor.