Romance-Schriftstellerinnen und ihr Publikum trafen in Satzvey zusammen. Männer waren sehr deutlich in der Unterzahl.
Luvvanova-FestivalBooktok fand diesmal live auf Burg Satzvey statt

Über ihre Bücher plauderten unter anderem Juli Dorne (v.l.), Jess Manora, Linda Schipp und Antonia Wesseling.
Copyright: Stephan Everling
Romantisches Ambiente, ein warmer Sonnentag, jede Menge Autoren und noch viel mehr Fans: Genau die richtige Mischung, um das Bücherfestival Luvvanova auf Burg Satzvey zu einem Erfolg werden zu lassen. Mehr als 20 Autorinnen waren gekommen, um sich und ihre Bücher vorzustellen. Denn in dem Genre Romance, Romantasy und Dark Romance rührt sich vor allem in den Weiten des Internets jede Menge. Bei Luvvanova konnten die begeisterten Konsumentinnen des nie versiegenden Lesevergnügens die Schriftstellerinnen, die sie ansonsten eher von ihren Handybildschirmen kennen, live erleben.
Booktok heißt das Zauberwort, das außerhalb der Zielgruppe der 16- bis 29-jährigen Frauen wohl eher unbekannt ist. Es ist der Hashtag, über den eine riesige Community kommuniziert, die sich auf Tiktok über Neuerscheinungen, Wiederentdeckungen, Veranstaltungen und alles Drumherum austauscht.
Wie bei Booktok wird auch in Satzvey über Bücher gesprochen
Verlage, PR-Agenturen und Influencer fluten die entsprechenden Kanäle mit ihren Beiträgen und kleinen Clips, auf denen die Autorinnen ihre Leserinnen an ihrem Leben teilhaben lassen – Content, der in Massen produziert und konsumiert wird. Doch so werden Bestseller gemacht: Was hier viral geht, wird sich bald auf den Spitzenplätzen der Verkaufslisten wiederfinden.
Wenn das generische Femininum benutzt wird, dann ist das nicht politischer Korrektheit geschuldet, sondern der Beschreibung der Wirklichkeit. Es sind Frauen, die im Romance- oder Romantasy-Genre unterwegs sind, als Autorinnen wie als Leserinnen. Männer sind in verschwindend geringer Unterzahl. „Eigentlich bin ich vor allem als Begleitung hier“, sagt etwa Lars, der aus dem Oberbergischen kommt. Doch auch er lese gerne Bücher und wende sich hier der Dark Fantasy zu.

Gut organisiert war auch das Signieren der Bücher in abgegrenzten Bereichen des Burggeländes.
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Fast schon professionelle Fans sind Katrin Samson (l.) und Jenny H., die sich mit Stühlen und jeder Menge Bücher niedergelassen hatten.
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Wer erwartete, dass in Satzvey gelesen wird, wird enttäuscht. Bei Luvvanova wird über das Wie, Wann und Warum des Bücherschreibens gesprochen, über die Autorinnen, über die Bücher und ihren Inhalt. Autorinnen und Moderatorinnen plaudern locker miteinander – genau so, wie das Publikum das aus den Videos und Podcasts gewohnt ist. „Wie nice, ich werde in meinem Podcast über dein Buch sprechen“, bedankt sich eine Leserin bei der Autorin, die ihr gerade ein Buch signiert hat.
Als professionelle Fans sind Katrin Samson aus Bonn und Jenny H. aus Leverkusen leicht zu erkennen. Sie sitzen in bequemen Klappstühlen vor der Hauptbühne auf der Wiese an der Burg, während die anderen es sich auf Decken auf dem Boden bequem gemacht haben. „Wir waren als erste beim Einlass und sind direkt Bücher kaufen gegangen“, sagt Samson und zeigt als Beweis ihren zum Bersten mit Lesestoff gefüllten Rucksack vor. Gerne seien sie auf Festivals unterwegs, aber dieses Bücherfestival sei eine besonders tolle Idee.
Das Festival in Satzvey stellte in der Region eine Premiere dar
„Das ist zum ersten Mal, dass so etwas in unserer Region veranstaltet wird“, sagt H. und Samson fügt hinzu: „Das könnte auch in anderen Genres veranstaltet werden.“ Das Ambiente sei ansprechend, die Autorinnen interessieren sie. „Es gibt einige, die wir schon gerne sehen wollen, zum Beispiel Moronova“, sagt Samson.
Sie sitzen vor der Hauptbühne, auf der gerade das Panel mit Linda Schipp, Juli Dorne und Antonia Wesseling, moderiert von Jess Manora, läuft. „Ich will die ultimative Liebesgeschichte schreiben, und da ich die noch nicht gefunden habe, schreibe ich weiter“, sagt Dorne, die sich mit „Play of Hearts“ vorstellt. Schipp ist mit „Too deep to dive“ vertreten. Dafür sei sie extra tauchen gegangen, damit sie wisse, worüber sie schreibt.
Die deutschsprachigen Bücher haben englische Titel
Auch wenn alle Bücher deutschsprachig sind, haben sie englische Titel. Das sei so, um moderner zu klingen und die Bücher von der früheren Romantikliteratur abzugrenzen, sagt Laura Labas: „Ich glaube, eines der letzten Bücher mit deutschem Titel war ,Biss zum Morgengrauen’.“
„Pearls and Secrets“ hat sie im Gespräch mit Henrike Tönnes vorgestellt, ihr 29. Buch, das sie innerhalb von zwölf Jahren fertiggestellt hat. „Die Zutaten sind klar: Bei Krimis gibt es eine Leiche und einen Kommissar, bei Liebesromanen ein Liebespaar“, führt Labas aus. Drumherum sei alles individuell und man könne neu in die Welt eintauchen.
Ihr mache die Veranstaltung viel Spaß, sagt die 35-jährige Aachenerin. Die Atmosphäre stimme, die Menschen seien alle aus dem gleichen Grund hier. Außerdem sei die Veranstaltung gut organisiert.
Auf vier Bühnen präsentierten Selma und Kai Wels von Lithappens aus Frankfurt die Autorinnen. Um bei den bekannten Namen den Andrang bei der Signierstunde zu limitieren, hatten sie einen Bereich festgelegt, für den eine gesonderte Anmeldung erforderlich war. Doch außer beim Lesen konnten die Besucherinnen sich auch beim Bogenschießen oder beim Workshop im Buchschnitt entspannen. Das Festival endete mit einer After-Show-Party, die unter freiem Himmel begann und dann in den Bourbonensaal verlegt wurde.
