Die Show bei den Ritterspielen in Satzvey war in diesem Jahr der Auftakt zu einem Zweiteiler – die Fortsetzung folgt 2027.
Ritterspiele in SatzveyBei 30 Grad in voller Rüstung über das 45.000 Quadratmeter große Gelände

Das gesamte Ritterlager mit seinen 52 Gruppen ist bei den Ritterspielen in Satzvey an der Premiere des Schauspiels beteiligt.
Copyright: Cedric Arndt
Blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen locken in diesen Tagen viele in die Freibäder. Andere lassen sich selbst bei fast 30 Grad nicht davon abbringen, sich passend zum Ambiente der Satzveyer Burg schwere Rüstungen überzuziehen und mit gefüttertem Gambeson und Kettenhemd über das Gelände zu marschieren.
„Das gehört einfach dazu, wenn man sich selbst und den Besuchern einen schönen Tag machen will“, erklärte Heinz Ackermann, der bereits seit 30 Jahren die Veranstaltungen auf der Burg Satzvey besucht. Schon in jungen Jahren, inspiriert durch Filmklassiker wie „Ivanhoe, der schwarze Ritter“, sei er der Faszination verfallen. „Irgendwann habe ich angefangen, meine Kinder hierher mitzunehmen und heute bringen die ihre Kinder mit. Das ganze Lager ist wie eine große Familie. Darauf möchten wir weder bei Regen noch bei Hitze verzichten.“
52 Gruppen im Ritterlager und rund 70 Aussteller auf dem Mitelaltermarkt
Mit einer ähnlichen Motivation waren tausende Gäste gekommen, um in die mittelalterliche Atmosphäre einzutauchen. Dafür hatten die Veranstalter die ihnen zur Verfügung stehenden 45.000 Quadratmeter wieder voll ausgenutzt, wie Marc Schwarz vom Orga-Team berichtete: „Rund 70 Aussteller bilden den Mittelaltermarkt und das Ritterlager besteht aus 52 Gruppen.“
Viele dieser Gruppen, etwa die „Schäl-Sick-Ritter“ haben seit Jahrzehnten einen festen Platz im Lager. „Wir genießen dieses Miteinander sehr“, schwärmte Michael Maywald, während er in einem schweren Eisentopf die Verpflegung über offenem Feuer zubereitete. Dank eines eigenen Kräutergartens, den die Gruppe in hölzernen Blumenkästen mitgebracht habe, müsse kulinarisch auf nichts verzichtet werden, so der Hobbykoch.

In voller Gewandung sind Tobi Drescher und Heinz Ackermann.
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Ihr Schlafgemach zeigen Ulrica und Torsten Radermacher.
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Andere Zelte hingegen dienten den Rittern und Edelleuten für ihre nächtliche Ruhe, um die gesamte Woche, die sie auf der Burg verbringen, ausreichend Kraft zu haben, die teils schweren Gewandungen zu tragen.
Torsten und Ulrica Radermacher erlauben einen Blick auf ihr Schlafgemach mit dem hölzernen Bett. „Auch wenn vieles sehr groß und wuchtig aussieht, ist das gesamte Lager der Truppe innerhalb eines Tages aufgebaut“, so Torsten Radermacher: „Man hilft sich und kennt nach so vielen Jahren die wichtigsten Handgriffe auswendig.“ So könne man schon in der ersten Nacht im gemütlichen Bett unter wetterfesten Segelleinen entspannen. „Wir haben uns damals geeinigt, dass wir die Hobbys des anderen teilen wollen“, erklärte UIrica Radermacher: „Torsten begleitet mich seitdem zum Dressurreiten und ich ihn hier auf die Burg.“
Pferde standen bei Ritterspielen wieder einmal im Fokus
Auch Pferde stehen bei den Ritterspielen im Fokus. Im Rahmen der neuen Show „Varyngard – Flug des Falken“ treffen natürlich Helden und Schurken aufeinander. Die durch actiongeladene Auftritte der Akteure und untermalt von stimmungsvoller Musik vorgetragene Geschichte entführt die Zuschauer in ein altes Königreich, dessen Herrscher mit grausamer Hand sein Volk unterdrückt. Da sein Vater nicht ihn, den ältesten Sohn, sondern seinen jüngeren Bruder zum Nachfolger auf dem Thron erklärte, entschied sich Agramar, seinen Bruder zu ermorden. Doch es gibt Widerstand der Untertanen.

Edelfrauen sind Sandra Wasserheß und Tamara Schwidder.
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Spektakuläre Szenen mit Pferden und Feuer gehören auch zur aktuellen Show „Varyngard – Flug des Falken“.
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Unerwartete Wendungen bergen Überraschungen für das Publikum, das auf eine Fortsetzung hoffen darf. „Die Handlung ist ein Zweiteiler, die im nächsten Jahr weitererzählt wird. Aber beide Abschnitte sind in sich geschlossen“, erklärte Marc Schwarz. „Wer nur einen Teil sieht, wird trotzdem eine spannende Geschichte erleben, wer beide Teile kennt, wird aber auch viele Charaktere wiedererkennen.“
Ritter, die auf ihren Pferden durchs Feuer galoppierten, waren jedoch nicht die einzigen Akteure, die für Aufsehen sorgten. Gaukler und Spielleute wie die Band „Spectaculatius“ oder das humorvolle Duo „Forzarello“ trugen ebenfalls zum Ambiente bei. An zahlreichen Ständen durften die kleineren Besucher ihr Geschick unter Beweis stellen oder ihre ersten Rüstungsteile gestalten. So weiteten sich die eindrucksvollen Showkämpfe von der Arena bald über das gesamte Burggelände aus, bei denen sich die Nachwuchsrecken spielerisch selbst in die zuvor erlebte Geschichte hineinversetzten, um den bösen König zu Fall zu bringen.
Die Ritterspiele samt der „Varyngard“-Show sind an den Wochenenden 12./13. und 19./20. September erneut in Satzvey zu sehen. Tickets im Vorverkauf online.
