Der Mechernicher Autor Manfred Lang stellt seinen ersten Kriminalroman mit dem Titel „Schattenwölfe“ am 16. Oktober 2026 im Bergbaumuseum vor.
Neuer EifelkrimiManfred Lang ruft am Mechernicher Bleiberg alte NS-Kader auf den Plan

Er kann es nicht nicht nur heiter und auf Eifeler Platt, sondern auch ernst und hochdeutsch: Autor Manfred Lang hat seinen ersten Kriminalroman geschrieben, der auch tief unter der Erde in den alten Bergwerksstollen im Mechernicher Bleiberg angesiedelt ist.
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Dass Manfred Lang ein Mann des geschriebenen und des gesprochenen Wortes ist, dürfte in der Heimatregion des 1959 in Bleibuir geborenen Journalisten und Autors hinlänglich bekannt sein: Sein Leben lang hat er kurze und längere Zeitungsartikel, Reportagen und Kommentare für die Lokalzeitungen im Kreis Euskirchen verfasst. Als „nickelijer Eifeler“ stieg er in die Bütt, und später kamen in seiner Tätigkeit als Ständiger Diakon auch noch Reden für die unterschiedlichsten religiösen Anlässe hinzu.
„Ich habe auch schon etwa 20 Bücher herausgegeben und dafür Texte geschrieben“, verweist der leidenschaftliche Dialektsprecher auf einen weiteren Aspekt seines „hochdeutschen“ Autorenlebens: „Da waren auch Krimis dabei – wobei es sich aber meist um Kurzgeschichten gehandelt hat.“ Jetzt einen mehr als 320 Seiten starken Kriminalroman zu schreiben, „ist etwas völlig anderes gewesen. Das war tatsächlich eine echte Herausforderung“, sagt Lang über seinen Eifelkrimi „Schattenwölfe“.
Auch ein Sprachexperte kann von professionellem Lektorat profitieren
Um es vorwegzunehmen: diese Herausforderung hat er mit Bravur gemeistert. Mit schlafwandlerischer Sicherheit umschifft Lang die Klippen schiefer Sprachbilder, gestelzt klingender Dialoge und langweiliger Textpassagen, an denen bereits unzählige Hobbyautoren bei ihren Romandebuts Schiffbruch erlitten haben. Gelernt ist eben gelernt.
Dass auch ein Sprachprofi wie Lang bei der Arbeit an seinem ersten Roman von einem professionellen Lektorat profitiert hat, steht auf einem anderen Blatt. „Mit Nicola Härms hatte ich eine strenge Lektorin an meiner Seite, die mich bestens unterstützt hat“, sagt er anerkennend: „Es gehört aber eben auch dazu, diese Ratschläge anzunehmen und sie zu beherzigen.“
Langs Eifelkrimi spielt im Jahr 1981 am und im Mechernicher Bleiberg
In seiner Geschichte nimmt Lang die Leser mit in die Zeit seiner eigenen Jugend, ins Jahr 1981: An einem nebligen Novembertag wird auf dem Gelände des stillgelegten Tagebaus „Virginia“ am Mechernicher Bleiberg ein Toter gefunden. Die junge Verwaltungsangestellte Lena Cremer stößt auf Hinweise, die nicht zu einem Unfall zu passen scheinen – und entgegen allen Warnungen stellt sie eigene Nachforschungen an. Alte Fotografien, manipulierte Akten und rätselhafte Drohungen öffnen ihr und dem Mechernicher Lokalreporter Albert Neesgen ein Tor in eine Vergangenheit, die nie wirklich begraben wurde.

Das alte Mechernicher Rathaus, das inzwischen einem modernen Neubau gewichen ist, ist einer der Handlungsorte von Manfred Langs Eifelkrimi.
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Ein Journalist als Ermittler – ist Neesgen das Alter Ego des Autors, so wie es Altmeister Jacques Berndorf mit seinem Siggi Baumeister vorgemacht hat? „Die Vermutung liegt natürlich nahe“, sagt Lang: „Ich hatte beim Schreiben allerdings eher einen etwas älteren Kollegen aus gemeinsamen Stadtanzeiger-Tagen vor Augen.“ Das Jahr 1981 sei ebenfalls mit Bedacht gewählt, so Lang weiter: „Dramaturgisch war das ideal, weil Menschen, die während der NS-Zeit Täter oder Mitwisser gewesen sein konnten, noch mitten unter uns lebten – und ihre Vergangenheit mit ihnen!“
Zugleich habe eine eigentümliche Spannung über dieser Zeit gelegen: Kalter Krieg, NATO-Doppelbeschluss, Friedensbewegung, RAF-Terrorismus. Und vor allem die bange Frage, ob am Ende wieder die Scharfmacher das Rennen machen würden.
Wurde das Bernsteinzimmer im alten Bergwerk versteckt?
Dass die Geschichte rund um den Bleiberg und tief unter der Erde, in den verlassenen Stollen des alten Bleibergwerks angesiedelt ist, war für den in Sichtweite aufgewachsenen Lang dann keine große Frage mehr. „Der Bleiberg fasziniert mich, seit ich denken kann“, erklärt er, warum er ihn jetzt zum Handlungsort seines Romans gemacht hat: „Diese verborgene Welt unter unseren Füßen ist für mich zum Sinnbild dafür geworden, dass auch Nationalsozialismus, Antisemitismus und rechtsextremes Denken in einer Art Schattenwelt von Generation zu Generation weiterleben können.“
Um was aber geht es im Buch genau? „Manche Fracht, die einst die Wirren der Geschichte durchquerte, wurde nicht zerstört – nur sorgfältig verborgen“, heißt es dazu im PR-Text aus dem Hillesheimer KBV-Verlag von Ralf Kramp, wo der Krimi jetzt erschienen ist: „Unter der Eifelerde scheint ein Geheimnis zu liegen, so alt wie der Krieg und so brisant, dass Generationen geschwiegen haben.“ Einen Hinweis liefert das Cover des Kriminalromans, auf dem kein Gesteinsbrocken und kein Bleibarren, sondern ein warm leuchtender Bernstein abgebildet ist.
„Ich gebe zu, dass mich der ehemalige evangelische Pfarrer von Mechernich, Michael Stöhr, mit seiner Geschichte vom Goldzug der Nazis inspiriert hat“, sagt Lang mit einem anerkennenden Augenzwinkern. Statt eines von den Nationalsozialisten am Ende des Krieges im Bergwerk versteckten Goldschatzes geht es in Langs Roman also vielleicht um das verschollene Bernsteinzimmer. Dass neben den alten NS-Kadern plötzlich auch sowjetische Agenten am Bleiberg auftauchen, könnte also ein weiteres Indiz für diese These sein.
Das Buch „Schattenwölfe“ von Manfred Lang, 325 Seiten, ist erschienen im KBV Verlag und als Taschenbuch, ISBN: 978-3-95441-767-4 (15 Euro) sowie als E-Book, ISBN: 978-3-95441-776-6 (12,99 Euro) erhältlich.
Die Premierenlesung findet am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Bergbaumuseum in Mechernich statt.
