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Neues BuchEifeler Autorin schreibt  Geschichten, die trauernden Kindern Trost spenden sollen

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Die Trauerrednerin und Autorin Kaja Müller-Welsch mit Bestattermeister Marcel Ohles in der Trauerhalle des Mechernicher Bestattungshauses. Müller-Welsch hält ein Kinderbuch in der Hand.

Ihr Kinderbuch „Velinor – Hüter der Regenbogenbrücke“ stellt die Autorin Kaja Müller-Welsch, hier mit Bestattermeister Marcel Ohles, am 30. Mai im Rahmen einer Lesung in Mechernich vor.

Trauerrednerin Kaja Müller-Welsch will mit ihrem Buch Kindern und Eltern bei Trauerfällen in der Familie helfen.   

Kinder trauern anders – diese Erkenntnis hat die Trauerrednerin Kaja Müller-Welsch auf die Idee gebracht, ein Kinderbuch zum Thema „Tod und Trauer“ zu schreiben. Das Buch mit dem Titel „Velinor – Hüter der Regenbogenbrücke“ stellt die Autorin am Samstag, 30. Mai, im Rahmen einer Lesung im Bestattungshaus Ohles in Mechernich vor. Ihr Ziel ist es, eine einfühlsame Möglichkeit zu schaffen, Kindern einen altersgerechten Zugang zu Themen wie Trauer, Abschied und den damit verbundenen Gefühlen zu eröffnen.

Die Realität sehe oft anders aus. „Kinder werden oft außen vor gelassen, wenn ein geliebter Mensch aus dem familiären Umfeld stirbt. Sie werden zum Beispiel auf ihr Zimmer geschickt, wenn sich Erwachsene darüber unterhalten. Das ist aber oft nur Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit“, hat die Trauerrednerin in ihrem beruflichen Kontakt mit betroffenen Familien festgestellt.

Das Buch richtet sich an Kinder ab fünf Jahren

„Das Kinderbuch kann somit auch den Eltern helfen, eine gemeinsame Ebene mit den Kindern zu finden, um in den Trauerprozess einzusteigen“, sagt Müller-Welsch. Die Arbeit mit Kindern ist für die aus Müddersheim bei Vettweiß stammende Autorin nicht neu: „Bevor ich mich für die Tätigkeit als Trauerrednerin entschieden habe, habe ich ein eigenes Nachhilfeinstitut geführt“, berichtet Müller-Welsch. Das Buch richtet sich an Kinder ab einem Alter von etwa fünf Jahren.

Die Geschichten sollen helfen, die eigenen Gefühle zu verstehen

Im Mittelpunkt steht der kleine Drache Velinor. „Er ist der Hüter der Regenbogenbrücke, der die Verstorbenen ins Regenbogenland begleitet und dafür sorgt, dass alle liebevollen Gedanken und Gesten der Kinder an die Verstorbenen auch bei diesen ankommen“, erklärt die Autorin. „Mir ist es wichtig, die Kinder in ihrer Trauer aufzufangen“, so Müller-Welsch: „Ich wollte dabei nicht den eigentlichen Sterbeprozess erklären, sondern die Gefühle in den Mittelpunkt des Interesses stellen.“

Die elf kurzen Geschichten ihres Buches sollen Kindern helfen, ihre eigenen Gefühle zu verstehen, Fragen zu stellen und schließlich Trost zu finden. „Manche Kinder reagieren zum Beispiel mit Wut, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist“, sagt Müller-Welsch: „Sie fühlen sich allein gelassen, wenn der Opa oder die Oma nicht mehr da ist. Ich will mit meinen Geschichten vermitteln, dass die Liebe nicht endet, auch wenn der Verstorbene körperlich nicht mehr da ist.“

Es geht darum, Herz und Hand zu verbinden.
Kaja Müller-Welsch

Stärkende Rituale und einfache Bastelanleitungen runden die Geschichten in ihrem ersten Buch ab. „Es geht darum, Herz und Hand zu verbinden“, erklärt Müller-Welsch, die aktuell bereits an ihrem zweiten Kinderbuch arbeitet. In „Opas vergessliche Tage“ geht es um Demenz. „Dieses Buch soll es den Familien erleichtern, gemeinsam einen Einstieg ins Thema zu finden“, so die Autorin.

Ein Ansatz, den auch der Mechernicher Bestattermeister Marcel Ohles unterstützt: „Ich finde, dass Eltern gut beraten sind, sich frühzeitig mit dem Thema Sterben, und wie sie das ihren Kindern vermitteln können, zu beschäftigen.“ Auch er hat festgestellt, dass Kinder häufig gar nicht mehr zu Abschiedsfeiern mitgebracht werden. „Das ist aber ein gesellschaftlicher Trend – so wie in den vergangenen Jahrzehnten auch der Friedhof von der Mitte des Dorfs an den Rand gedrängt worden ist“, so Ohles.

Früher sei der Umgang mit den Themen „Tod und Sterben“ viel alltäglicher gewesen: Größere Familien, mehrere Generationen unter einem Dach, eine allgemein geringere Lebenserwartung als heute. Kinder ganz davon abzuschirmen oder zu schützen, sei ohnehin nicht möglich, sagt auch Müller-Welsch: „Da reicht ein Blick in die abendlichen Fernsehnachrichten.“

Zur Buchvorstellung, die am Samstag, 30. Mai, ab 16 Uhr im Bestattungshaus Ohles, Bahnstraße 41-43 in Mechernich, stattfindet, sind Kinder, Eltern und alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos zu ihrem Buch hält die Autorin auch auf ihrer Website bereit. Das Buch (ISBN: 978-3695155910) kostet 24,99 Euro und ist im Handel erhältlich.