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Party am RosenmontagKommern weiß, wie Karnevalsmaus geht

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Herrlich bunt und herrlich jeck: die Clowns im Kommerner Rosenmontagszug.

Herrlich bunt und herrlich jeck: Die Clowns im Kommerner Rosenmontagszug waren ein Hingucker.

In Kommern feierten die Jecken einen bunten Zug mit vielen schönen Ideen.

Das kann kein Zufall sein: Als der Wagen mit den Tollitäten der Greesberger vor der Tribüne einbog, brach die Sonne durch die Wolkendecke. Da hatten die Jecken im Zug und Straßenrand schon eine Stunde lang dem Regen – oder besser gesagt dem himmlischen Konfetti – getrotzt.

Wer Geduld – und am besten auch einen Schirm hatte, wurde belohnt. Denn als die Regencapes ausgezogen waren, kamen die bunten und fantasievollen Kostüme erst richtig zur Geltung. 40 Gruppen waren unterwegs, wie Zugleiter Thomas Metzen mit Stolz vermeldete. Wer sich seit Wochen gefragt hatte, was es denn mit dieser viel besungenen Karnevalsmaus auf sich hatte, der bekam in Kommern die Antwort.

Donald Trump haben die Kommerner nicht aufgenommen

Frank Drehsen, Lehrer an der Kommerner Grundschule, hatte gleich eine ganze Schar ausgesprochen gut gelaunter Nagetiere dabei. „Wir haben das beim Kinderzug ausprobiert, und es hat uns so gut gefallen, dass wir es jetzt auch für die Erwachsenen machen“, erzählte er.

„Glück kennt kein Alter“, hatte sich der Kommerner Sonnenhof zum Motto genommen und quietschbunte Glücksbärchis auf die Reise geschickt. „Jecke Vögel för de Fridde“ nannt sich die Gruppe um Peter Hein. Die weißen Tauben hätten geweigert, Donald Trump in ihren Reihen aufzunehmen, scherzte Willi Gemünd, der wie immer den Zug von der Tribüne aus kommentierte.

„Verhext und neu gebaut“, damit machte die Freiwillige Feuerwehr noch einmal den Neubau ihres Gerätehauses zu Thema und lief als Hexen und Zauberer auf. Dass Schneewittchen frei hatte, konnte die „Freunde vom Altusknipp“ nicht erschüttern. Die wackeren Zwerge der Nachbarschaftsgruppe hatten einfach Spaß.  „Jestempelt, frankeet und afjefüllt. Wat us Kommere kütt, ist jeck un wild“ reimte eine Gruppe, die im postgelben Outfit durch die Straßen tanzte.

Norbert Veltmann wird diesen Rosenmontagszug ganz sicher nie im Leben vergessen. Der Ehrensenator der Greesberger feierte seinen 63. Geburtstag. Als der Wagen der KG vor der Tribüne anhielt und die Menge ihm ein vielstimmiges Ständchen sang, war er sichtlich gerührt. Schon vorher hatte er mit Überzeugung gesagt: „Der Kommerner Rosenmontagszug ist der stimmungsvollste überhaupt.“

Auch wenn der Regen die Stimmung nicht trübte, hatte er doch eine Begleiterscheinung, die vielen am Straßenrand auffiel. Unmengen Kamelle landeten in der Gosse. Und weil dort das Regenwasser abfloss, mochten sich selbst die emsigen kleinen Jecken nicht mehr bücken, um die nassen Bonbons aufzuklauben. Am Ende wateten die Besucherinnen und Besucher förmlich in den Süßigkeiten.