Das Team der Theaterschule Nettersheim bereitet die Aufführung des Stücks „Das Fest“ von Thomas Vinterberg vor. Premiere ist am 31. Oktober.
Aufführung in Nettersheim„Das Fest“ als Herausforderung für Ensemble und Zuschauer

Mit einem Teil ihres insgesamt 14-köpfigen Schauspielensembles hat sich Heidrun Grote (hinten links), die Leiterin der Theaterschule Nettersheim, am Wochenende zur Probe in der Aula der Gesamtschule Nettersheim getroffen. Die Aufführungen finden im Naturzentrum statt.
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„Es gibt schon einige krasse Szenen in dem Stück. Das Thema ist echt heftig“, sagt Jona Koch über seine Rolle in der jüngsten Produktion der Theaterschule Nettersheim. Seit März bereitet sich das 14-köpfige Ensemble auf die Premiere vor, die am 31. Oktober im Saal des Naturzentrums in Nettersheim stattfinden wird. Unter der Gesamtleitung von Heidrun Grote und der Schauspielregie von Renate Kraemer bringt die bunt zusammengewürfelte Truppe Thomas Vinterbergs „Das Fest“ auf die Bühne.
„Ich wollte keine Komödie inszenieren, und über Nacht ist mir dann die Idee gekommen, dass es dieses Stück sein soll“, erklärt Heidrun Grote, die im Februar damit begann, mögliche Schauspielerinnen und Schauspieler für die Mitwirkung in dem Stück anzusprechen. „Wir wollten kein Stück machen, das nur unterhält. Wir wollten unsere Schauspielerinnen und Schauspieler fordern und unserem Publikum etwas zutrauen“, so Grote. Denn „Das Fest“ setzt sich intensiv mit den Themen Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt auseinander. Deswegen besteht auch eine Altersempfehlung (ab 14 Jahren) für das Stück.
Bekannter Spielfilm der „Dogma 95“-Gruppe dient als Vorlage fürs Stück
Das Theaterstück entstand auf Grundlage des gleichnamigen Spielfilms, den der dänische Regisseur Thomas Vinterberg im Jahr 1998 gedreht hat. Es war der erste Film, der nach den Regeln der Gruppe „Dogma 95“ produziert wurde. Filmemacher wie Vinterberg oder Lars von Trier verzichteten bei diesen Produktionen unter anderem auf Spezialeffekte oder nachträglich hinzugemischte Musik.
Ihrem Ensemble verpasste Heidrun Grote übrigens ein Verbot, sich den Film (noch einmal) anzuschauen: Jeder und jede soll sich die eigene Rolle selbst erarbeiten und nicht zu sehr von der Darstellung im Film beeinflusst werden.
Im Mittelpunkt steht der sechzigste Geburtstag des Familienoberhaupts Helge (gespielt von Axel Taschenmacher), der mit einem großen Fest auf dem Landgut der Familie gefeiert werden soll. Zu diesem Zweck reisen alle Verwandten und auch die inzwischen in alle Winde verstreut lebenden Kinder mit ihren jeweiligen Lebens- oder Ehepartnern an. Dem ältesten Sohn Christian (Stephan Wrycz) obliegt es, die Festrede auf den Patriarchen zu halten. Zum Entsetzen der versammelten Festgemeinde enthüllt Christian bei dieser Gelegenheit das lange gehütete Familiengeheimnis: Er und seine verstorbene Schwester Linda (Karin Freymuth) waren als Kinder regelmäßig von ihrem Vater sexuell missbraucht worden.
Drei Aufführungen sind im Naturzentrum Nettersheim geplant
„Die Proben sind schon sehr intensiv“, berichtet Jona Koch, der die Mitwirkung im Stück als Vorbereitung auf eine berufliche Laufbahn als Schauspieler nutzen möchte. „Ich freue mich jedes Mal auf die Proben“, sagt auch Emily Marx aus Schmidtheim. Katja Zimmermanns spricht von einer „bereichernden Erfahrung mit Tiefgang. Das ist eine Herausforderung für uns und die Zuschauer“.
Alle 14 Beteiligten auf der Bühne und das Team hinter den Kulissen seien mit ganzer Kraft dabei: „Alle wollen, dass die Aufführungen gut werden.“
Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann aus drei Aufführungsterminen auswählen. Nach der Premiere am Samstag, 31. Oktober, steht das Stück auch am 7. November (jeweils um 19 Uhr), sowie am 8. November (17.30 Uhr) auf dem Plan. Der Eintritt kostet 15, ermäßigt 10 Euro. Karten gibt es bei der Theaterschule Nettersheim, Tel.: 0176 / 61958 739.
