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AggertalsperreAm Samstag wurde die neue Wasserrettungsstation der DLRG Bergneustadt eingeweiht

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In Anwesenheit zahlreicher DLRG-Mitglieder, Ehrengäste und Unterstützer schneidet Philip Solbach das rote Band vor der neuen Wache durch.

In Anwesenheit zahlreicher DLRG-Mitglieder, Ehrengäste und Unterstützer schnitt Philip Solbach das rote Band vor der neuen Wache durch.

Die Feier war das Finale eines langen Weges. Dem Durchschneiden des Bandes war ein Festakt im Festzelt vorangegangen.

Als Philip Solbach, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bergneustadt, das rote Band vor dem Neubau der neuen Wasserrettungsstation an der Aggertalsperre im Beisein vieler DLRG-Mitglieder und weiterer Gäste durchschnitt, brach lauter Applaus aus und nicht wenigen Anwesenden war die Freude im Gesicht mehr als anzusehen. Am Samstag wurde die neue Wache 2.0 in Gummersbach-Lantenbach offiziell eingeweiht. Die Feier war das Finale eines langen Weges.

Dem Durchschneiden des Bandes war ein Festakt im gelb-rot geschmückten Festzelt vorangegangen. „Es sind acht Jahre, 2920 Tage oder 70.080 Stunden vergangen, seit wir unser Projekt Wache 2.0 öffentlich gemacht haben. Nun stehen wir vor einem nahezu vollendeten Gebäude. Ich kann es noch gar nicht fassen“, begrüßte Solbach die vielen Gäste, zu denen zahlreiche Unterstützer des Projekts gehörten. Anwesend waren zudem die Bürgermeister aus Bergneustadt und Gummersbach, Matthias Thul und Raoul Halding-Hoppenheit, der stellvertretende Landrat des Kreises, Jürgen Fischer, sowie Ute Vogt, Präsidentin der DLRG, und Stefan Albrecht vom DLRG-Landesverband Nordrhein.

Rundgang durch die neue Wasserrettungsstation, hier in der Küche.

Rundgang durch die neue Wasserrettungsstation, hier in der Küche.

Dank Panoramafenster bietet sich ein direkter und freier Blick aufs Wasser.

Dank Panoramafenster bietet sich ein direkter und freier Blick aufs Wasser.

Solbach erinnerte zunächst an die alte und marode Wache und an die schwierige finanzielle Lage der Ortsgruppe, die das Geld für den Neubau alleine nicht stemmen konnte (siehe Kasten). Auf einer Leinwand waren Bilder der alten Wasserrettungsstation und der Bauphase zu sehen. „Diese Zustände der damaligen Station waren keine Hilfe, Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern“, erinnerte sich Solbach.

Heute ist all das Geschichte und die DLRG Bergneustadt hat eine der modernsten Stationen, die von Architekt Volker Müller (Gummersbacher Wohnungsbaugesellschaft) nicht nur nachhaltig gebaut wurde, sondern auch mit modernster Technik ausgestattet ist. Zuletzt hatte die Ortsgruppe zudem noch einmal alle Kräfte zusammengenommen und in rund 1300 Arbeitsstunden auch den Außenbereich gestaltet. „Dazu haben wir unter anderem 110 Tonnen Schotter verteilt“, blickte Solbach auf kräftezehrende Wochen zurück. Er betonte aber auch: „Wir sind als Gruppe an diesem Projekt zusammengewachsen.“

Als „Meisterleistung“ bezeichnete Matthias Thul das Projekt und freute sich, dass dieses nun tatsächlich fertiggestellt wurde. Raoul Halding-Hoppenheit dankte der DLRG zudem dafür, dass sie an der Aggertalsperre für die Sicherheit der Badegäste sorge und hob das junge Durchschnittsalter der Gruppe hervor. Daran knüpfte Friedhelm Julius Beucher, Vorsitzender des Vereins für soziale Dienste in Bergneustadt, an und betonte: „Das hier ist gelebtes Miteinander. Ihr seid eine disziplinierte Truppe. Danke, dass ihr den Mut nie verloren habt, euch für eine neue Wache stark zu machen.“ 

Frank Grebe, Volker Müller und Friedhelm Julius Beucher wurden zu Ehrenmitgliedern der DLRG Bergneustadt ernannt.

Frank Grebe, Volker Müller und Friedhelm Julius Beucher wurden zu Ehrenmitgliedern der DLRG Bergneustadt ernannt.

Philip Solbach, Vorsitzender der DLRG Bergneustadt, dankte am Samstag auch seinem Vorgänger Frank Röttger, der damals mit den Anstoß für die neue Wache gab.

Philip Solbach, Vorsitzender der DLRG Bergneustadt, dankte am Samstag auch seinem Vorgänger Frank Röttger, der damals mit den Anstoß für die neue Wache gab.

Und natürlich hatten mehrere Gäste Geschenke mitgebracht. So hatte Hagen Jobi (Kreissportbund) eine Kaffeemaschine und Torsten Richling (DLRG Wiehl) eine Feuerschale für gemütliche Stunden im Gepäck. Detlef Kämmerer (Stadtsportverband Bergneustadt) überreichte auf der Bühne einen Scheck über 1500 Euro. Der Aggerverband wird die Kosten für die noch notwendige Sanierung der Außentreppe hinunter zum Wasser übernehmen.

Eine besondere Ehre wurde schließlich Friedhelm Julius Beucher, Frank Grebe, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach, und Volker Müller zuteil. Sie wurden als Dank für ihre besondere Unterstützung beim Projekt, zu Ehrenmitgliedern der DLRG Bergneustadt ernannt.

Die Wache ist am heutigen Sonntag, 3. Mai, für alle Interessierten zur Besichtigung zugänglich. Nach einem Familiengottesdienst um 10.30 Uhr hält der Tag der offenen Türe an der Derschlager Straße 2 neben der Besichtigung des neuen Gebäudes viele weitere Angebote für die Besucherinnen und Besucher parat.


Historie der DLRG-Station und der Baumaßnahme an der Aggertalsperre

1963 wurde die DLRG-Ortsgruppe Bergneustadt gegründet und besteht heute aus 270 Mitgliedern. Die damalige Wasserrettungsstation war 1977 gebaut worden und nach langjähriger Nutzung marode geworden. Ab 2018 befasste sich die Ortsgruppe mit der Sanierung und startete einen Spendenaufruf. Ursprünglich hatte sie mit 70.000 Euro für den Umbau gerechnet. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Wache zu marode für einen Umbau war.

Statt Sanierung fiel die Entschiedung auf Abriss und Neubau. Finanziell war ein so großes Neubauprojekt für die DLRG Bergneustadt, die sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Kursbeiträge, Überschüsse aus Veranstaltungen und Spenden finanziert, jedoch nicht stemmbar. Neben der Organisation und Durchführung des Wasserrettungsdienstes an der Aggertalsperre sind die aktiven Mitglieder u.a. in der öffentlichen Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz sowie in der Schwimmmausbildung im Einsatz.

Nachdem er von den finanziellen Sorgen der Ortsgruppe erfahren hatte, bat Friedhelm Julius Beucher, Vorsitzender des Vereins für soziale Dienste in Bergneustadt, im Sommer 2022 Vertreter aus Oberbergs Politik, Wirtschaft und Sport um Unterstützung für die DLRG. Bei einem Treffen vor Ort sagten zahlreiche neue Unterstützer ihre Hilfe zu.

Die Kosten für den Neubau der Station belaufen sich auf rund 326.000 Euro. 70 Prozent (224.670) wurden über das Leader-Programm gefördert, weitere 30.000 Euro übernahm die Sparkasse Gummersbach. Der Förderverein der Gummersbacher Rotary-Clubs steuerte 15.000 Euro bei. Hilfe kam zudem von lokalen Unternehmen wie der Bergneustädter Firma Gizeh (10.000), der Haas-Kessler-Stiftung (9000) sowie zahlreichen privaten Spendern. Gut 37.000 Euro brachte die DLRG-Gruppe als Eigenanteil auf.