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„Jugend in der Bütt“Junge Karnevalisten rockten den Dreiborner Karneval mit ihren Sketchen

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Kinder und Jugendliche spielen einen Sketch auf einer Bühne.

Die Abläufe im Gruppenchat einer Kita stellten die jungen Mädchen dar – es war eben eine Sitzung von der Jugend für die Jugend.

Beim Sketch über den Schleidener Bauhof musste das Publikum im Saal Hilgers so sehr lachen, dass kaum jemand still sitzen konnte.

Wie läuft es eigentlich im Bauhof der Stadt Schleiden ab? Wie wird der Winterdienst organisiert, wenn einer der Mitarbeiter gleichzeitig als Prinz im Dreiborner Karneval unterwegs ist? Was passiert, wenn dort das Telefon klingelt? Diese Fragen beantworteten Paul Wolter, Peter Haas, Emil Wolter und Jarne Stoff am Samstagabend auf humorvolle Weise bei „Jugend in der Bütt“. Ihr Sketch über den Schleidener Bauhof brachte das Publikum im Saal Hilgers zum Lachen – und zwar so sehr, dass kaum jemand still sitzen konnte.

Kein Wunder, denn der Text stammte von keinem Geringeren als dem Ersten Beigeordneten Marcel Wolter, der als echter Insider den Bauhof-Alltag auf die Schippe nahm. Besonders im Fokus: Prinz Markus I., der im echten Leben beim Bauhof arbeitet. Die Frage, ob er im Winterdienst eingesetzt werden kann, beantworteten die vier Akteure charmant mit einem klaren Nein – schließlich müsse der Prinz präsent sein, „auch wenn die Haie gegen die Pinguine spielen“.

Die Veranstaltung „Jugend in der Bütt“ ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Dreiborner Karnevals – und zugleich ein Beispiel dafür, wie engagiert der Nachwuchs in der Region das närrische Brauchtum lebt. Organisiert wurde der Abend von Marion Graff und Sarah Groß, die das Format nach einer kurzen Flaute erfolgreich wiederbelebt haben. „Wir wollten ,Jugend in der Bütt' retten“, berichtet Graff, die selbst früher auf dieser Bühne gestanden hat. Der entscheidende Kniff: Der Termin wurde vom Karnevalssonntag auf einen Samstagabend während der Session verlegt.

Zehn Gruppen sorgten bei der „Bütt“ für beste Unterhalten

Auf der Bühne ging es Schlag auf Schlag. Zehn Gruppen, darunter drei Tanzgarden, hatten Auftritte einstudiert. Für beste Unterhaltung sorgten unter anderem Prinz Markus I. und André Stoff, die sich in einer Raterunde gegen Prinzessin Lisa I. und Katharina Braune behaupten mussten. Gefragt war lokales Wissen – Dreiborner Gebäude mussten erkannt werden, hier nutzte der Prinz seinen Heimvorteil. Zudem wurde der „Karnevalsstar“ gesucht, die Kita-Whatsapp-Gruppe plauderte munter über St. Martin und Läusebefall, und zum Abschluss rockte die Jugendband „E-Lite“ die Bühne.

Wie Marion Graff erklärte, melden sich viele Gruppen von selbst, andere werden gezielt angesprochen. „Ohne Jugend geht es nicht“, betonte sie: „Wenn wir die jungen Leute nicht fördern, gibt es irgendwann keinen Karneval mehr.“

Deshalb sei die Sitzung so wichtig – sie ist die einzige Jugendsitzung im gesamten Stadtgebiet Schleiden. Teilnehmen dürfen Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren, auch aus anderen Orten. Interessierte können sich direkt bei Marion Graff vom Vereinsbund Dreiborn melden. Zwar heißt es „von Jugendlichen für Jugendliche“, doch das Publikum ist größtenteils erwachsen – der Begeisterung tat das jedoch keinen Abbruch.