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Besiegelung einer PartnerschaftKölner Festkomitee erlebt Karneval in Rio de Janeiro

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Im Sambódromo feierte das Festkomitee den Höhepunkt des Karnevals in Rio, bei dem die Top-Sambaschulen im Rahmen einer Parade gegeneinander antreten.

Im Sambódromo feierte das Festkomitee den Höhepunkt des Karnevals in Rio, bei dem die Top-Sambaschulen im Rahmen einer Parade gegeneinander antreten.

Christoph Kuckelkorn und weitere Karnevalisten reisten nach Brasilien, um die Kooperation mit der Samba-Liga LIESA zu festigen. 

Die einen tragen schillernden Federschmuck, die anderen rot-weiße Krätzchen – was sie vereint, ist die Liebe zum Karneval. Der scheidende Kölner Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn war mit einer jecken Delegation zu Besuch in Rio de Janeiro, also der brasilianischen Stadt, deren Karneval als der größte der Welt gilt. Die Reise diente als Besiegelung der Partnerschaft zwischen der LIESA (Unabhängige Liga der Sambaschulen von Rio de Janeiro) und dem Festkomitee, die seit dem vergangenen Jahr besteht. So füllt sich die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Rio mit zusätzlichem Leben.

Am Aschermittwoch ging die Reise für die Kölner in die Karnevalsmetropole los, denn dann steht Rio kurz vor seinem karnevalistischen Höhepunkt: einem Wettbewerb zwischen den besten Sambaschulen im Sambódromo. Zwischen tausenden tanzenden Menschen, glitzernden Kostümen und riesigen Festwagen fanden sich die Jecken deshalb am Samstagabend in der berühmten Arena für Karnevalsparaden wieder.

Auch riesige Festwagen brachten die Jecken im Sambódromo zum Staunen.

Auch riesige Festwagen brachten die Jecken im Sambódromo zum Staunen.

„Die bunten Kostüme und die Musik sind in Köln wie in Rio nur das, was der Zuschauer sieht. Mit den Gästen aus Köln wollen wir uns darüber austauschen, was hinter den Kulissen passiert und wie wir uns elf Monate auf die tollen Tage vorbereiten. Da hat ein spannender Austausch schon begonnen“, erklärte Milton Cunha, Kommentator der Show im Sambódromo. Live erlebten die Kölner den Karneval in Rio auch durch einen Besuch der Parade der Kinder- und Jugend-Sambaschulen und bei einer Tanzgruppe aus einer Favela. „Die integrative Kraft des Karnevals über alle sozialen Grenzen und Altersgruppen hinweg war dort mit Händen greifbar“, sagte Kuckelkorn.

Christoph Kuckelkorn traf auf die brasilianische Karnevalsikone Milton Cunha (r.). Der Designer und Kommentator arbeitet eng mit der LIESA zusammen.

Christoph Kuckelkorn traf auf die brasilianische Karnevalsikone Milton Cunha (r.). Der Designer und Kommentator arbeitet eng mit der LIESA zusammen.

Auch die brasilianische Regierung ist auf die Kooperation zwischen Köln und Rio aufmerksam geworden. Die Krönung des Besuchs war deshalb die offizielle Anerkennung der karnevalistischen Partnerschaft durch die Staatsministerin für Kultur, Margareth Menezes. „Eine tolle Wertschätzung“, findet Kuckelkorn. Noch wichtiger sei aber der Austausch mit der LIESA gewesen. Die Liga sei als Dachverband vergleichbar mit dem Festkomitee. „Sie haben uns mit unglaublicher Professionalität und zugleich überschäumender Herzlichkeit empfangen und uns hinter die Kulissen der hiesigen Karnevalsorganisation blicken lassen.“

Bereits im September 2025 vereinbarten „die Spitzenvertreter des Karnevals beider Städte“ eine Kooperation, erklärte das Festkomitee. Eine Delegation der LIESA war bereits zweimal in Köln zu Besuch. Ziel der Zusammenarbeit sei neben dem Erfahrungsaustausch im Bereich Organisation vor allem die Begegnung von Menschen, die den Karneval lieben und sich – in Rio sowie in Köln – hauptsächlich ehrenamtlich engagieren. „So wächst gegenseitiger Respekt über Länder und Kontinente hinweg“, sagte Kuckelkorn.

Beim Empfang im Deutschen Generalkonsulat wurde der jecken Delegation eine Samba-Show geboten.

Beim Empfang im Deutschen Generalkonsulat wurde der jecken Delegation eine Samba-Show geboten.

Auch beim Empfang im Deutschen Generalkonsulat betonte er die Bedeutung der Kooperation. „Mit dieser Partnerschaft haben wir eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Brasilien geschlagen. Eine Brücke zwischen Menschen, die dieselbe Begeisterung im Herzen tragen.“ Auch wenn der Karneval in Rio und Köln sich unterscheide, seien die Kulturen verbunden, denn in beiden stehe Zusammenhalt im Fokus. „Karneval ist bei uns allen eine Sprache, die jeder versteht.“

Nach einem  fröhlichen „Viva o Carnaval“ rief Kuckelkorn in kölscher Manier aus. Und so kam es, dass in Rio dreimol vun Hätze ein lautes Alaaf erklang.