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Neue SchilderAnwohner über plötzliches Naturschutzgebiet in Zülpich verwirrt

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Ein Schild mit der Aufschrift „Naturschutzgebiet“ steht an einem Wanderweg, der an einer Wiese und einem großen Baum entlang führt.

Eines der vielen neuen Schilder an den Zülpicher Streuobstwiesen.

Die Naturschutzbehörde hat in Zülpich neue Schilder aufgestellt. Doch das Naturschutzgebiet besteht bereits seit den 1980er-Jahren.

Bei einigen Zülpicherinnen und Zülpichern ist die Verwirrung groß. Rund um den Stadtwald und die Streuobstwiesen sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Schilder aufgetaucht, die das Areal als Naturschutzgebiet ausweisen. Sie wohne seit sieben Jahren hier und gehe häufig mit ihrem Hund in dem Gebiet spazieren, berichtet eine Anwohnerin. Dass dies ein Naturschutzgebiet sei, sei ihr völlig neu. Auch andere Anwohner wundern sich.

Dabei ist das Areal zum Teil laut Unterer Naturschutzbehörde schon seit dem 1980er-Jahren ein Naturschutzgebiet. Rechtskräftig sei die Festsetzung der Zülpicher Naturschutzgebiete seit 2008, berichtet Verena Kochs von der Naturschutzbehörde auf Nachfrage. Ob darauf allerdings jemals zuvor mit Schildern auch Spaziergängerinnen und Spaziergängern aufmerksam gemacht wurden, sei nicht bekannt.

„Im gesamten Kreisgebiet gibt es große Lücken bei der Beschilderung der Naturschutzgebiete“, so Kochs weiter. Dabei sei eine Kennzeichnung wichtig, damit eben jeder auch erkenne, dass es sich um besonders schützenswerte Natur handele. „So tragen sie dazu bei, die Artenvielfalt und wertvolle Lebensräume zu erhalten.“

Schützenswerte Streuobstwiesen

In dem Areal in Zülpich seien vor allem die Streuobstwiesen schützenswert, so Kochs. „Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, die viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten beherbergen.“ So lebten in den alten Obstbäumen Steinkäuze und Grünspechte. Daneben lebten aber auch viele weitere Insekten-, Vogel- und Amphibienarten sowie Säugetiere in dem Gebiet. „Zudem wird durch die Streuobstwiesen in den betreffenden Naturschutzgebieten das historisch gewachsene Landschaftsbild am Rande der Stadt Zülpich erhalten.“

In Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln. Zum Beispiel muss man auf den Wegen bleiben, soll keinen Müll hinterlassen oder Tiere stören, und Hunde müssen angeleint sein. Letzteres ist in diesem Areal aber eher eine Seltenheit. Wer dort häufiger spazieren geht, dem begegnen oft unangeleinte Hunde. Das ist eine Ordnungswidrigkeit. Nun kann man den Hundebesitzern zu Gute halten, dass sie ja bisher auch nicht wissen konnten, dass dieses Gebiet unter Naturschutz steht.

Die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren sei grundsätzlich Aufgabe der Unteren Naturschutzbehörde, berichtet Kochs. „Aufgrund der Personalsituation ist es jedoch nicht möglich, sämtliche Naturschutzgebiete systematisch zu kontrollieren.“ Daher seien aktuell noch stichprobenartige Kontrollen möglich. Sollten allerdings regelmäßige Verstöße bei der Behörde gemeldet werden, könne man auch anlassbezogen kontrollieren, je nachdem auch in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt.

Das Zülpicher Naturschutzgebiet ist bei weitem nicht das einzige, das nun beschildert wurde. Seit 2020 seien im Kreis Euskirchen 350 Schilder für Naturschutzgebiete aufgestellt worden, teilt Kochs mit. Man wolle die fehlende Beschilderung sukzessive ergänzen. Bislang ist das in Schleiden, Hellenthal, Euskirchen, Weilerswist und Zülpich passiert. In den kommenden Jahren sollen aber weitere Kommunen folgen. Es werden sich also in Zukunft vermutlich noch mehr Menschen im Kreis über „plötzliche“ Naturschutzgebiete wundern.