Projekt TalstraßeNaturschützer kritisieren Bergneustädter Verwaltung wegen gefällter Bäume

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Blick aus der Vogelperspektive auf die Altstadt von Bergneustadt.

Für Gesprächsstoff unter Naturschützer sorgen die Vorarbeiten zur Umgestaltung der Grünanlage Talstraße.

Naturschützer widersprechen den Aussagen der Stadt. Sie hätten die Baumfällungen für den neuen Spielpark an der Talstraße im Vorfeld kritisiert.

Im Zusammenhang mit der Fällung von Bäumen und der Entfernung von Teilen der Hecke an der Bergneustädter Talstraße hat sich jetzt der Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Bergneustadt, zu Wort gemeldet. Zur Erinnerung: Im Stadtrat hatte die Verwaltung den Fraktionen zum Thema unter anderem mitgeteilt, die Arbeiten seien mit dem Nabu abgestimmt gewesen. Diese Aussage war auf kritische Nachfrage der UWG gefallen und hatte den Eindruck erweckte, die Naturschützer seien bei der Aktion mit im Boot gewesen.

Dem widersprechen Wolfgang Scharf, Vorsitzender der Neustädter Ortsgruppe, und sein Stellvertreter Heinz Kowalski nun aber energisch. Scharf berichtet, dass er kurz vor Weihnachten bei einem Gespräch im Rathaus über die Abholzung im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Spielplatzanlage Talstraße informiert worden sei. „Allerdings gab es keinen Termin vor Ort im Park, und über die Hecke ist gar nicht gesprochen worden.“ Schon damals habe er die Pläne, 23 Bäume zu fällen und im Nachgang neue zu pflanzen, kritisiert.

Bäume wurden zum Jahreswechel gefällt

Als die Nabu-Ortsgruppe dann bei ihrem Stammtisch Anfang Januar das Thema in breiterer Runde habe diskutieren wollen, sei es aber schon zu spät gewesen. „Die Bäume waren zwischen Weihnachten und Neujahr bereits gefällt worden“, betont Heinz Kowalski. „Die Bäume waren also schon weg.“ Unter den Bergneustädter Naturschützern sei der Frust über den Umgang mit der Natur deshalb groß.

Auch der Vize ist der Meinung, dass es keinen Sinn mache, 23 „zum Teil richtig große“ Bäume zu beseitigen, um später 65 neue zu pflanzen. Gerade nach dem Verlust unzähliger Fichten im Stadtgebiet müsse es darum gehen, Bäume als Schattenspender und Kohlendioxid-Speicher wachsen zu lassen. Die entfernte Baumhecke zwischen Spielplatz und Talstraße sei obendrein eine ideale Abgrenzung gewesen, die die Kinder gut geschützt habe.

Stadt verweist auf umfangreiche Bürgerbeteiligung und Mehrheiten

Nabu-Mann Heinz Kowalski kritisiert zudem, dass Bergneustadt „regelmäßig in die Falle von Fördergeldern zu laufen scheint“. Einfach wachsen lassen sei offenbar kein zuschussfähiges Förderprojekt. Das gelte auch für die Naturholz-Kletterburg auf dem Spielplatz, die noch völlig intakt sei und gerne bespielt werde. „Sie wird beseitigt und eine neue wird für viel Geld an die selbe Stelle gestellt“, bemängelt Heinz Kowalski.

Die Stadtverwaltung verweist dagegen auf eine ausführliche Bürgerbeteiligung, die es rund um das Projekt Talpark gab. „Die Pläne sind im Detail vorgestellt worden und sie haben in der Bürgerschaft und der Politik Mehrheiten bekommen“, betont Uwe Binner, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, im Gespräch mit dieser Zeitung. Binner bekräftigt, dass es auch dem Rathaus lieber wäre, alles selbst bezahlen und damit frei entscheiden zu können. „Aber die kommunale Finanzausstattung ist eben unzureichend und deshalb sind wir auf Landes-Förderprogramme angewiesen.“

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